Ungeschminkt #8 mit Lotte de Beer
Shownotes
Eine Produktion vom Theatermuseum Wien
Redaktion und Moderation: Hannes Hametner
Foto: Marco Sommer
Aufnahme: Karl Horky (HORKYevent.at)
Sounddesign, Schnitt & Mastering: Benjamin Ritter
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00:00:00: In diese erste Praktikumszeit habe ich viel gelernt, aber auch gesehen.
00:00:06: Was ist das für eine Welt?
00:00:08: Wir machen Aufführungen, die eigentlich gehen müssen über wie man zusammenleben kann, wie man mit Macht umgehen muss
00:00:16: etc.,
00:00:17: und wie wir das machen in diesen Proberäumen.
00:00:20: My God!
00:00:21: So ein Machtabuse sieht man gar nicht mehr in der ganzen Gesellschaft.
00:00:28: Man muss das glaube ich ein bisschen sehen, diese Macht zum Beispiel.
00:00:33: Das ist natürlich auch sein Rollenspiel und eigentlich dort wusste ich schon, ich will irgendwann intendant werden weil ich finde die wunderbare Kunstform verdient besser.
00:00:44: Es gibt keine Hierarchie der Würde.
00:00:47: Egal ob man das Opernhaus putzt oder dirigiert Deine menschliche Würde ist gleichwert!
00:00:54: Man spielt nur eine andere Rolle in dieses Konstrukt.
00:00:58: Das ist doch eigentlich interessant, dass ins Theater hat man die Möglichkeit in dunkel zu sitzen und deine eigene Biografie kurz zu vergessen.
00:01:07: Und mitzulegen mit der anderen.
00:01:10: Mit einer komplett andere Biographie, komplett anderer Sichtweise!
00:01:14: Das ist eigentlich eine Übung im Empathie.
00:01:16: Genau das brauchen wir im Moment weil es verlernt wird wenn man die ganze Zeit nur bestätigt wird.
00:01:22: Diversität ist so ein Modewort geworden.
00:01:26: Aber Diversitet heißt einfach, dass wir nicht immer mit die gleiche Leute reden.
00:01:31: Was ist gut?
00:01:31: Was is böse?
00:01:32: Wer hat Recht am Mann der Frau?
00:01:35: Wer bin ich?
00:01:36: Was ist Liebe?
00:01:38: Was iss
00:01:39: Sex?!
00:01:43: Willkommen zu Ungeschminkt!
00:01:45: Das Theatermuseum Wien im Gespräch.
00:01:49: Ein Live-Podcast aus dem Eruika Saal in Paläje Lobkowitz.
00:01:54: Das Theatermuseum ist das Gedächtnis der flüchtigen Theaterkunst.
00:01:58: Wir halten den Flüchtigen Augenblick im Gespräch fest!
00:02:03: Unser heutiger Gast, ist die Regisseurin und künstlerische Direktorin der Volksoper Wien Lotte De Beer.
00:02:24: Schönen guten Morgen Frau De Beer.
00:02:25: Es wurde ja mehrfach gesagt Sie sind für die Musikstadt Wien ein Glücksfall.
00:02:34: Ich finde, es ist ein Glücksfall, dass Sie heute unser Gast sind.
00:02:38: Wir kennen sie alle als ... Sie sind ja auch wie das in Wien üblich ist an Gesicht der Öffentlichkeit.
00:02:46: also wir kennen sie, wir kennen ihr sympathisches Lachen.
00:02:50: aber hier haben wir Gelegenheit nicht nur über ihre Direktion der Volksoper zu reden die sie sichtbar in Wnen platziert haben nämlich Rosa angestrichen als Zufluchtsort für Zuversicht.
00:03:08: Ein wunderschönes Wort, ein Zufluhtsort für Zufersicht.
00:03:12: aber mich und uns interessiert auch wie kommen sie dahin?
00:03:16: Was motiviert Sie?
00:03:19: Wodurch sind Sie geprägt?
00:03:20: dass Sie so mit dieser Volksoper ein so diverses erfolgreiches sich an jungen Menschen auch wenden des Haus aufstellen, wie kommt das?
00:03:34: Wie ist auch Ihr Werdegang?
00:03:35: denn Sie sind ja nicht nur Direktorin der Volksoper sondern auch eine erfolgreiche Regisseurin europaweit mit vielen Stationen über die wir auch sprechen können und jetzt sind sie in Wien heimisch geworden.
00:03:57: Ist für Sie – jetzt drehe ich die Beschreibung rum – ist für Sie Wien auch ein Glücksfall!
00:04:03: Ja, absolut.
00:04:04: Eigentlich so bald ich das erste Mal in Wien gearbeitet habe – das war ein Zwei-Tausend zwölf – in der Kammeroper, die jetzt leider schließen wird.
00:04:15: Da hat Roland Geier mich eingeladen und da hab' ich eine kleine Laboem gemacht Und da habe ich gemerkt, nicht nur ist Wien für mich eine Stadt mit einem unglaublichen Charme und Schönheit und viel Kultur etc.
00:04:28: schön zum Leben sondern es ist auch eine Stadt wo ich einen Publikum begegnet habe mit wem ich mich sehr gut verstehe.
00:04:36: Ich glaube Theater ist ein Dialog.
00:04:38: man macht etwas auf einer Bühne das existiert nur in der Wahrnehmung von die Leute wie das als Gemeinsamheit in diesem Moment anschauen.
00:04:50: Ja, ein Gespräch.
00:04:51: Und in Wien findet man einen Publikum das sehr gebildet ist.
00:04:56: wirklich schon wenn man eine Boheme macht dann haben sie wahrscheinlich alle schon mal das Stück gesehen gehört darüber etwas gewusst.
00:05:07: also man kann auf einem bestimmtes Level einsteigen kann kann sehr layered Sachen erzählen Aber es ist nicht so wie in Deutschland, wo es dann sehr streng und sehr intellektuell alles sein muss.
00:05:19: Sondern diese Schwadevivre die bei Wien gehört darf auch in das Theater gehen.
00:05:24: also Kunst und und Entertainment darf zusammenkommen.
00:05:28: Und dass das passt bei mir aus Künstlerinnen?
00:05:30: Und deshalb denke ich ja Das da habe Ich ein guter Partner gefunden.
00:05:35: Also Sie haben das gerade gesagt sie sind zwei tausend zwanzig Haben sie das erbe des traditionsreichen Hauses der Volksoper übernommen, auch noch das Erbe der Corona-Zeit haben aber in Wien schon künstlerisch Spuren hinterlassen.
00:05:55: Die Bohemen in der Kammeroper, dann ging es gleich weiter bei Roland Geier.
00:06:03: Dafür sind sie auch nominiert worden für ein Regie.
00:06:12: Ja, gut fangen wir noch mal weiter vorne an wie Sie hören oder wie sie wissen.
00:06:18: Lotte De Beer ist Soländerin.
00:06:21: Sie kommen aus Eindhofen...
00:06:23: Da bin ich geboren!
00:06:24: Ich bin aufgewachsen bei Maastricht und dann habe ich die meisten von meiner wachsenden Leben in Amsterdam gelebt.
00:06:31: Aber in Maastrict haben Sie auch Ihren Weg mit einem künstlerischen Studium begonnen?
00:06:36: Und ich hab gestaunt, Lotte de Beer, Sie haben Musik studiert Klavier
00:06:43: und Gesang.
00:06:44: Und Gesang, dann Schauspiel?
00:06:47: Ja.
00:06:48: Dann sind Sie gewechselt nach Amsterdam auf die Hochschule für dich ... Aber
00:06:51: ich muss sagen das hört sich jetzt sehr accomplished an!
00:06:54: Das war es eigentlich nicht weil das habe ich zwar studiert also ich zwölf war hab ich in die Vorausbildung vom Kondervatorium Klavier.
00:07:07: Zehnten Jahre kam heraus, dass ich wirklich unten begabt bin leider.
00:07:11: Und dann habe ich gedacht was mache ich dann?
00:07:14: Dann hab' ich noch ein Jahr Schauspiel studiert und auch da... Ich war wie ein Kaninchen im Kopflamp von einem Auto.
00:07:24: Erst dort hat mir dann einen Professor angesprochen und gesagt Was du aber gut kannst ist wegtreten von der Bühne und die anderen helfen.
00:07:34: Und das ist eigentlich, dass es was ein Regisseur macht!
00:07:36: Dann habe ich etwas gefunden, was hier ein bisschen kann...
00:07:40: Also über zwei Stationen des Scheiterns?
00:07:43: Genau so ist es ja.
00:07:44: Und die Schauspiellehrerin hat dann gesagt ihr Platz ist besser unten Sie sehen gut sie können gut beobachten und helfen.
00:07:52: Genau helfen und das is' eigentlich was inszenieren und auch Intendant sein sein muss.
00:07:58: Die Künstler, die das so wunderbar können, so helfen dass sie über sich selbst hinaus steigen können?
00:08:05: Ja aber man hilft ja auch in dem Sinne, dass man seine eigene Vision, die muss ja vorher da sein, dass Kommt.
00:08:13: Und das haben Sie dann in Amsterdam an der Regie-Schule?
00:08:17: Das ist die Hochschule
00:08:19: für ... Ja, der
00:08:21: Hochschulen der Künste gibt es dann ein Regiestudium direkt auch für Musiktheater.
00:08:26: Nein!
00:08:27: In ganz Holland gibt's eine Regie Ausbildung mit vier Plätzen und das ist nur für Schauspiel weil wir haben in Holland nur einen Opernhaus.
00:08:35: also aber das ist sehr holländisch organisiert
00:08:38: d.h.,
00:08:39: es gibt nicht wirklich ein Curriculum sondern es ist so Ein Platz, wo der Student sagen kann das würde ich gerne lernen und das und bring me this professor.
00:08:50: Und ich will dort ein internship machen oder sehr viel von der Zeit ist auch einfach in einen Raum mit Schauspieler die man selber irgendwo gefunden hat rum experimentieren was natürlich fantastisch ist.
00:09:03: da lernt man sich selbst kennen.
00:09:04: und beim Rumexperimentieren habe Diese Musik, das Musiktheater, das reizt mich.
00:09:11: Das interessiert mich.
00:09:12: und dann habe ich selber gesagt, ich würde gerne ein Praktikum machen bei der Nationale Oper.
00:09:19: Und dort habe ich Peter Konvicni kennengelernt.
00:09:21: oder da habe ich eher ein deutsches Bildungssystem kennengelernen von ihm.
00:09:27: ja
00:09:28: weil das Holland ist ja dann tatsächlich das Studium das kenne ich auch aus Maastricht ein sehr freies Studium wie ein Labor.
00:09:36: also man Es ist ja ganz anders als in Deutschland.
00:09:39: Das ist ja sehr viel laborhafter, man lernt das von allen Seiten.
00:09:41: Genau.
00:09:42: Zusammenarbeiten
00:09:43: wie Lehrer sind eher Coaches auf deiner eigene Weg.
00:09:47: was ich grundsätzlich gut finde weil ich glaube auch bei der Grundschule... Ich glaub was uns prägt aus Menschen und was er einigt kann es unsere Kreativität Curiosity, Neugier.
00:10:03: Und ich glaube in ein Bildungsplatz wo man diese zwei Sachen irgendwie anzündet dann kann man das best erreichen mit ein bisschen Selbstdisziplin.
00:10:14: Ja aber das ist ja doch noch mal anders als in Deutschland wo es ja gut da können wir gleich zukommen dass sie Peter Konvicni kennengelernt haben.
00:10:23: da ist es sehr mehr auf die Vermittlung von Handwerk, Grundstudium und Hauptstudium.
00:10:30: Und das ist ja auch hierarchischer als vielleicht in Amsterdam.
00:10:36: Was mir so klingt wie eine große Spielwiese, wo man sich ausprobieren kann und ausprobiert darf.
00:10:41: Ja, das
00:10:41: war ein riesiges Clash of Cultures.
00:10:45: Mein erster Tag mit Peter Kowitschnitter hatte ich keine Ahnung was Hierarchie eigentlich ist und er hat mich fast rausgeworfen.
00:10:54: Und dann... Ich weiß nicht ob diese Geschichte habe ich schon öfters erzählt aber Ich saß das erste Mal in meinem Leben hinter so eine große, grosse Regie-Tisch.
00:11:06: Peter Komitschni in der Mitte, ich natürlich ganz, ganz irgendwo weg und er hat mit einer Sängerin gearbeitet an einer Szene und ... hatte sich abgedacht.
00:11:18: Und er hat sich dann umgedreht zum Tisch und gesagt, gefragt, stimmt das?
00:11:23: Das hat ja natürlich sein Dramatur gefragt oder irgendwie aber nicht mich, aber ich hab gesagt nein!
00:11:30: Da wurde er so, und wer sind sie denn?
00:11:35: Und alle haben mich angeschaut.
00:11:38: Dann hat der gesagt okay dann kommen Sie mal her!
00:11:40: Dann zeigen Sie mal was die glauben.
00:11:42: Und da hatte ich irgendeine Idee und die Sängerin hat dann Gott sei Dank gesagt ja das stimmt für mich so.
00:11:48: Da hat er mich so angeschault und gesagt jetzt setzen sich mal neben mir.
00:11:54: Dann hatte mich ein paar Fragen gestellt so und am Ende hat er gesagt Frau De Behr, Sie haben eine riesige Bildungslücke.
00:12:04: Sie werden jetzt ein paar Jahre mit mir mitkommen und so habe ich an seiner Seite manchmal wirklich zusammengeschrien und weiß ich was alles.
00:12:13: aber er hat mich das Handwerk beigebracht mit harte Hand ja.
00:12:17: Und das ist ja noch das Handwerk wirklich aus dem dialektischen Denken DDR Schule, ne?
00:12:24: Also das ist ja... Gut Berghaus.
00:12:27: Genau, Brecht!
00:12:28: Erste eine Erbe von Brecht und wie macht man eine Interpretation?
00:12:36: aber auch ... Wie inszeniert man einen Chor?
00:12:39: Ich kann mich erinnern, er hat mich nach Portugal geschickt und hat gesagt dort machst du meine Bohème Und da war eine Hei.
00:12:51: Die ganze zweite Akt-Bohem spielte bei ihm auf einer drehenden Bühne mit ein Chor, das die ganze Zeit sich bewegte und immer natürlich im gleichen Moment musste der gleiche vorne sein.
00:13:08: Ich kam dort und das portugiesische Chor war ziemlich unmotiviert, unvorbereitet.
00:13:15: Hat auch mich gesehen und gedacht, dass es sicher nicht Peter Kumbitsch nie wird.
00:13:18: Was will das Mädchen?
00:13:20: Und die Drehbühne war kaputt!
00:13:21: Die konnte nur eine Geschwindigkeit.
00:13:23: Das war schmall.
00:13:26: Wenn man solche Sachen dann irgendwie übersteht, denkt man später in seine Karriere, okay, das kriegen wir schon geregelt.
00:13:34: Also wahr... Peter Konwitschny, eine gute Schule für Sie.
00:13:37: Absolut!
00:13:38: Und das zusammen mit die niederländische Schule wo man eigentlich ganz von Anfang seiner eigene Stil aus dem Nichts herbeifinden muss?
00:13:48: Das war super und er hat mich dann gleich die große Bühne gelernt.
00:13:54: in Holland habe ich eher mit so zweieinhalb Besängern und ein präpariertes Klavierstücke gemacht Und so, dann kam noch eine Kreditkrise.
00:14:07: Ich war fertig in dem Jahr zweiundneun, wo gar kein Geld mehr war für Kunst.
00:14:11: Da habe ich lautgerufen, ich kann es auch ohne Geld und das hat mich dann auch wieder Chance gebracht.
00:14:17: Ja da haben wir vorhin kurz zu übergesprochen weil ich erinnere mich dass im Kulturbereich massiv gekürzt hat, also existenziell bedrohlich gekürzter.
00:14:28: Ich war damals ... kannte sehr viele holländische Regisseure auch vom Schauspiel die nach Berlin kamen und ins gezwungene Exil gingen weil sie keine Arbeitsmöglichkeiten mehr in Holland hatten.
00:14:40: aber Sie hatten ja Peter Konwitschni da wurde dann Opern-Regisseur leitende Opernregisseurin Leipzig genau darüber sich Leipzig gefreut hat es aber nicht geschätzt hat am Ende.
00:14:52: Aber Da hatte Ihnen Ihrer erste Oper dann also gegeben?
00:14:59: Genau.
00:14:59: Also da habe ich eine große Kinderoper machen dürfen mit hundert vier Kindern im Kinderchor, das war auch sportlich und der Stück hat mich nicht so gefallen.
00:15:10: Und ich hab gefragt darf man das umschreiben?
00:15:13: und dann haben sie gesagt absolut nicht!
00:15:14: Da kommen wir in ein riesige Problem mit dem Verlag.
00:15:21: Ja, wie sagt man das?
00:15:22: Hat mich dann doch geholfen und ich dachte, ich mache es trotzdem.
00:15:26: Man hat nicht so richtig auf mich geschaut.
00:15:28: Es war eher nur eine Kinderoper mit wenig Budget.
00:15:31: Ich hab das ganze Stück was vorne war, war hinter, alles umgeschrieben... Und am primären Abend kam der Mann vom Verlag auf mich zu ... und ich habe nur gedacht, oh Gott hier!
00:15:43: Und
00:15:44: er hat uns gesagt, dass ist glaube ich einfach viel besser so.
00:15:46: wir wollen das gern repräsentieren also Wir sind doch immer sehr gut.
00:15:52: Manchmal muss man ein bisschen was wagen, um zu gewinnen.
00:15:55: und gleichzeitig in Amsterdam war Piero Di leider verstorbene absolutes Genie der dreißig Jahre die Nationaloper geführt hat und er hatte eine total andere künstlerische Handwerk als ich.
00:16:11: und der ist aber mein absolutes Vorbild als Intendant weil er immer da auf verschiedene Stile geholt hat.
00:16:21: In Amsterdam konnten wir wirklich, obwohl wir nur ein Open House hatten die Welt an Open Regie-Stilen sehen weil er sich nicht beschränkt hat auf was er mochte sondern er hat ganz gut erkannt wo ist deine Qualität auch wenn ich die nicht verstehe selber?
00:16:38: und auch er hat mich gefördert.
00:16:40: diese zwei Großmeister haben viel ermöglicht
00:16:46: Aber Sie haben auch, wie bekannte so mal nachlesen kann eine eigene Opernkompanie.
00:16:52: Eine eigene Operkompanie gegründet.
00:16:54: Ja
00:16:54: stimmt!
00:16:55: Das war eigentlich in dieser ersten Praktikumszeit habe ich viel gelernt aber auch gesehen.
00:17:04: was ist das für ein Welt?
00:17:07: Wir machen Aufführungen, die eigentlich gehen müssen über wie man zusammenleben kann.
00:17:16: Wie man mit Macht umgehen muss
00:17:17: etc.,
00:17:18: über Idealen und wie wir das machen in diese Proberäume?
00:17:23: My God!
00:17:24: So ein Machtabuse sieht man gar nicht mehr in der ganze Gesellschaft.
00:17:31: Das war for me to.
00:17:36: Also alles hat stattgefunden, was man so gelesen hat in der Zeitung.
00:17:39: Und ich konnte mich irgendwie so ... Wenn ein mächtiger Intendant oder Regisseur dich gefragt hat, du kommst heute mit mir essen, hat man gleich um sich herum geschaut und andere mitgenommen.
00:17:52: Man hat sich irgendwie da durchgewurscht.
00:17:54: aber ich hab gedacht das muss anders!
00:17:57: Ich habe gleich gedacht mein kleines Steinchen dazu beiträgen und eigentlich dort wusste ich schon, ich will irgendwann intendant werden.
00:18:06: Weil ich finde diese wunderbare Kunstform verdient besser nicht nur auf dieser Ebene, die Sicherheitsebene aber auch wer da Geschichten erzählen darf für wen wie wir ein jüngeres Publikum ansprechen können mit welcher Stücke etc.
00:18:24: Und ich habe gedacht gut was muss ich dafür machen?
00:18:26: Ich muss zuerst das Fach lernen, Praktikum machen.
00:18:29: Dann assisteren dann selber inszenieren.
00:18:32: aber ich fühle auch üben wie man ein Opernhaus führt und dass kann man besser üben wenn man ganz klein anfängt.
00:18:39: und wir hatten so... Wir waren vier Leute mit kein Geld und haben dann endlose Pläne geschrieben.
00:18:46: Das kann man in Holland, kann man einen Grand Application einreichen und sagen wir haben einen Plan!
00:18:52: Wir haben diese und diese und dieser und diese Theater die kommentieren sich daran, bitte gibt uns ein bisschen Geld.
00:18:57: Das haben wir dann immer so teilweise bekommen und wir haben selber das Proberaum gemietet, selber die Böden gewischt, selber das Bühnenbild gemalt und transportiert die Lichte gehängt – und das ist unschätzbar jetzt!
00:19:16: Weil wenn mein Lichtdepartment mir etwas sagt, dann habe ich auf jeden Fall mal das Gefühl gehabt wie das ist um dort oben ein Lamperein zu hängen.
00:19:26: Also
00:19:26: weil sie standen selber auf der Leiter auf zehn Metern Höhe und haben die... Absolut
00:19:30: alles!
00:19:31: Alles haben wir selber gemacht.
00:19:32: Vielleicht müssen wir ja noch sagen weil es hochinteressant ist aber dass wir reden jetzt über das Ja Sie waren sehr jung ... über das Jahr zwei tausendzehn, ne?
00:19:40: Zwei tausenneun, zweitausendsehn.
00:19:42: Genau!
00:19:42: Dann haben wir angefangen und haben so zehn Jahre gemacht.
00:19:45: Da war die Welt im Theater tatsächlich noch eine andere.
00:19:48: Absolut.
00:19:49: Was Sie gerade gesagt haben, Mitou kam danach... Ja Und die Oper ist ja auch noch mehr als das Schauspiel, man weiß es gar nicht, hierarchischer.
00:19:59: Das hat natürlich zu tun dass man in Vorstellungen hat man zweihundert Seelen in der Orchestergraben und auf der Bühne, die alle gleichzeitig atmen müssen.
00:20:12: Das kann man nicht ganz demokratisch gestalten aber man muss das glaube ich ein bisschen sehen.
00:20:21: diese Macht zum Beispiel?
00:20:22: Das ist natürlich auch sein Rollenspiel!
00:20:25: Und wir müssen uns alle daran kommentieren dass wenn der Auftakt kommt... Der Auftakt ist auch wenn wir selber denken vielleicht kann er ein bisschen früher oder ein bisschen später kommen.
00:20:34: Das heißt aber nicht, dass jemand mehr wert ist.
00:20:37: Ich habe das in Kleinbarn abgehört und die haben gesagt es gibt keine Hierarchie der Würde.
00:20:45: Und das stimmt.
00:20:46: egal ob man das Opernhaus putzt oder dirigiert deine menschliche Würde ist gleichwert.
00:20:54: man spielt nur eine andere Rolle in dieses Konstrukt.
00:20:59: Das wäre schön, wenn sich dieser Gedanke das stimmt.
00:21:01: Es ist sehr dialektisch gesagt natürlich braucht es die Verabredung.
00:21:05: Es kann nicht jeder... Das ist sehr gut gesagt.
00:21:10: die Crux weil es ist keine... Also Demokratie geht nicht in jedem Moment aber dass man sagt es ist eine Rolle die ich für den Moment annehme und danach auch wieder verlassen kann.
00:21:20: Und
00:21:21: wie ich
00:21:21: spiele?
00:21:23: Für!
00:21:24: Nicht für mich sondern für die Steuerbezahler in Österreich, die uns das Theater gibt für das Publikum.
00:21:32: Aber auch für das Ensemble, das sich entwickeln muss – für die Kunstform
00:21:36: etc.,
00:21:36: man muss die größte Diener sein!
00:21:38: Wie mehr macht man hat?
00:21:39: Wie größer das Dienstungsprinzip in den Kopf sein
00:21:42: muss?!
00:21:44: Also diese Vision gab es dann schon also dass sie dem Wunsch hatten, auch institutionell zu gestalten die Arbeitssituation selbst zu gestalten, das war der Impuls von Opera.
00:21:57: Gleich aus sich da saß als Operafront.
00:22:01: Operafront hatte eigentlich auch das Experimentieren was wie können wir die Oper anders gestalten menschlich aber auch künstlerisch?
00:22:10: und vor allem wie finden wir ein neues Publikum?
00:22:13: Das waren so größte Aufgabe.
00:22:16: und das ist in Holland noch ein bisschen abenteuerlicher.
00:22:20: hier Die Eltern gehen in die Oper, nehmen die Kinder mit.
00:22:25: Die Schulen gehen ... In Holland gibt es ein riesiges Teil der Bevölkerung, die überhaupt nicht wissen was das ist, Oper!
00:22:34: Und deshalb haben wir zum Beispiel seit Traviata auf ein Foodtruck-Festival spielen lassen oder auf ein großes Rockfestival.
00:22:43: Ich habe zwei Jahre lang im Rock Festival Tür geklopft und immer wieder gesagt, das wird großartig!
00:22:49: Trust me, das kriegen wir hin, das werden die mögen.
00:22:53: Und irgendwann haben sie gesagt nach gut okay komm hier ist dein Zelt, is dein Podium mach'.
00:22:59: und dann hab ich mich kurz geführt und gedacht, das war ein bisschen blaff.
00:23:06: Was wenn die gar nicht kommen?
00:23:07: Was wenn sie nach zwei Minuten denken was ist das?
00:23:11: Aber sie sind gekommen mit Bier in der Hand so zwanzigjährige Latravierter keine Ahnung was für Band das isst Und haben dann Am Anfang gedacht, oh okay und haben da gejubelt.
00:23:31: Und das fängt natürlich auch mit einem Party.
00:23:33: also es geht auch die haben mitgesungen Es war ein Song.
00:23:37: und dann kommt aber die zweite Akt wo man denkt Oh Gott jetzt müsst ihr sich aber konzentrieren auf die Geschichte und die Emotionen.
00:23:43: zwar wurde Mäuschen still Man hat Schlurzen gehört im dritten Akt dass sie gestorben ist und dann einen Standing Ovation und Jolen.
00:23:51: Dass man denkt es geht Das ist ein Material, das interessant für alle Generationen.
00:23:59: Und das hat mich immer wieder Vertrauen gegeben, dass es geht und kann.
00:24:04: Man muss es nur machen!
00:24:07: Das klingt wie so ein Initiationserlebnis.
00:24:10: Also dieses Rock-Festival, die Traviata wird.
00:24:13: Das klingelt wie so eine Initiat ... Ja.
00:24:15: Das sind prägende Erlebnisse, wo Sie sagen, ja, das braucht die ... Das brauchen die Institutionen OPA, das Opernhaus.
00:24:23: Die Veranstaltung OPA?
00:24:24: Das braucht die OPA also...
00:24:26: Absolut!
00:24:27: Also wir brauchen eine Dialog braucht interessanter Partner und Diversität ist so ein Modewort geworden.
00:24:37: alle sagen es aber Diversitet heißt einfach dass wir nicht immer mit den gleichen Leuten reden Und das macht ein Gespräch doch interessanter.
00:24:45: Ja deswegen habe ich das.
00:24:49: Sie werden ja auch oft, es ist ja ein Ereignis Credo das sie Brücken bauen wollen.
00:24:54: Dann habe ich immer überlegt, wo welche Brücken?
00:24:58: Also keine über die Donau.
00:25:00: aber dann hab' ich das nochmal genauer angeschaut.
00:25:02: und dass immer wieder sagen Die Brücke zwischen den Zuschauern also das... Ich meine die Volksoper hat tausend dreihundert Plätze.
00:25:12: Das is ja nun wirklich eine Größe.
00:25:16: Und wenn man Das ist ja immer so viele sagen, wir stellen uns divers auf und so weiter.
00:25:24: Aber wie sieht das in der Wirklichkeit aus?
00:25:27: Wie setzt sich dann ein Publikum zusammen?
00:25:30: Wir haben vorhin drüber gesprochen ...
00:25:33: D.h.,
00:25:34: Volksoper.
00:25:36: Woraus setzt sich denn dieses Volk zusammen?
00:25:38: Wen holt man den?
00:25:39: Wen spricht man an?
00:25:41: Das ist keine homogene Größe mehr.
00:25:46: heutzutage... ist es so heterogen wie nirgendwann, auch wie noch nie.
00:25:52: Also so unterschiedliche Ansprüche, unterschiedliche Menschen, unterschiedlich Erwartungen und die werden ja heute auch ziemlich deutlich formuliert oder?
00:26:01: Also als ich kam... Ich wusste in den Jahr zwanzig, dass sich diese Job machen durfte, da wusste ich Es gibt ein ganz treues Publikum in der Volksoper.
00:26:11: Das ist schon mal wunderbar!
00:26:13: Das sind Leute, die sich identifizieren mit diesem Haus kaufen, die kommen.
00:26:18: Und man hat mich die politische Aufgabe gegeben – wir wollen aber ein breiteres, ein diverseres Publikum haben!
00:26:27: Das heißt zwei Aufgaben, die da sind, sondern am liebsten bleiben und die neue sollen dazukommen.
00:26:36: Wie macht man das?
00:26:38: Das ist ein Balancing Act, dass man das Werk so macht, dass sie öffnet, dass die Leute anspricht, die jetzt noch nicht angesprochen werden.
00:26:49: Und gleichzeitig aber die Leute, die es so mögen was hier passiert das man die nicht verliert.
00:26:57: und als ich dann angefangen bin und das hat eigentlich ziemlich schnell geklappt diese balancing act habe ich auch gedacht Es ist eigentlich größer.
00:27:07: es hat nicht nur zu tun dass man ein checkbox machen kann.
00:27:10: wir sind ein diverses publikum.
00:27:12: Aber wir sind in einer zeit wo Wo wir so polarisiert sind, wo man die ganze Zeit auch digitalisch die Leute trifft, die eh schon so denken und so ausgebildet sind.
00:27:29: Und so wählen und so Theater sehen Kunst sehen
00:27:35: etc.,
00:27:37: gleiche Zeitungen lesen weil man in diese Bubble lebt.
00:27:41: Und man hört von der anderen Seite eigentlich nur die Klischees.
00:27:48: Hier gibt es die Möglichkeit, bei der Volksoper um mal mit thirteenhundert Seelen zusammenzukommen und mit synchronisierter Herzschlag von der Musik, die man alle gleichzeitig körperlich spürt eine emotionelle geteilte Erfahrung zu haben.
00:28:05: Emotionell und rationell natürlich!
00:28:07: Wo gibt es das?
00:28:10: Und deshalb Vorstellungen machen, die auf mehrere Ebenen ganz viele Leute ansprechen.
00:28:19: Das ist für mich die wichtigste politische Akt, die ich machen kann.
00:28:26: und am Anfang denkt man wie macht man das?
00:28:28: Also Operette zum Beispiel, Operette isst die Seele von unser Haus.
00:28:36: ein sehr wichtiger Genre hat ein richtig entertainer Wert, mit Humor zu tun.
00:28:45: Ist oft politisch und hat auch mit Nostalgie zu tun, mit Schönheit.
00:28:51: Und ich habe gedacht man kann dieses Bastion von Operette auf tausende Weise angehen und das sollen wir auch dürfen!
00:29:03: Wir müssen nicht einen One-Size-Fiddle machen.
00:29:05: aber ich habe alle Regie-Teams immer angesprochen und gesagt, ganz viele Menschen mit ganz vielen verschiedenen Vorstellungen von was da passieren soll.
00:29:18: Kommen zusammen?
00:29:19: Baut doch ganz viele trojanische Pferde!
00:29:22: Das heißt etwas der vorhin geht hoch und wenn der Vorhang aufgeht und da kommt ein Bild, wovon ich gleich denke... Also das ist nicht für mich, dass es eine moderne Institution ist oder weiß ich was.
00:29:35: Oder nein, das ist langweilig dann Dann schließt mein Herz sich.
00:29:39: Sondern wenn da etwas ist, dass ich denke... Ja!
00:29:42: Darauf habe ich Lust.
00:29:45: Dann sind wir im Gespräch und können Sachen
00:29:47: passieren.".
00:29:48: Ich finde das Wort vom Trojanischen oder den Begriff Trojanisches Pferd sehr gut.
00:29:53: So Harald Schmidt ist auch so ein Trojanespferd?
00:29:55: Also wenn man in der Volksoper läuft eine Operette die Duberry Und da spielt Harald Schmidt.
00:30:02: Ich hab's leider noch nicht gesehen, der spielt ...
00:30:05: Das Stück ist auch schon abgespielt?
00:30:07: Aber er
00:30:09: spielt den Kaiser!
00:30:11: Da haben wir gemerkt, dass ein neues Publikum gekommen ist, was sie denken hat, also Operettiker nicht, aber Harald-Schmidt kenne ich.
00:30:20: Und jetzt spielen wir im weißen Rüssel, wo er wieder zurückgekehrt ist.
00:30:25: Kleiner Roller aber macht er großartig und Robert Palfrader.
00:30:29: also wir haben zwei wirkliche Komiten zwischen unserem Ensemble und die spielen da auf das höchste Level Comedy Während wir auch die nostalgische österreichische Melodien haben, also es ist ein Juggling Game.
00:30:48: Aber das ist so ein Beispiel dafür wie man Brücken baut zwischen der Tradition, der Operette und unserem gegenwärtigen Anspruch oder auch unseren gegenwärtigen Geschmack wo wir andocken können, wo wir dann so ein Trojanisches Pferd... aber beim Trojanischen Pferdd fragt man sich Was ist dann im Bauch des Pferdes?
00:31:07: Also das ist ja nur eine Verkleidung.
00:31:10: Und dann öffnet sich das Pferd und was kommt dann raus?
00:31:13: Ich glaube, wir Menschen wollen immer einen Sinn geben an, was wir machen.
00:31:22: Und Künstler schauen sich die Welt an und ich glaube jede Interpretation wie Werktreu auch hat immer etwas... Eine Basisfrage darunter, warum spielen wir das jetzt?
00:31:37: Was ist daran noch wichtig?
00:31:39: Ich glaube, dass es in den Bauch des Tieres ist.
00:31:43: Das hat sehr oft zu tun mit wie leben wir zusammen und wie kann ich der Andere besser begreifen?
00:31:52: Wie lebe ich überhaupt?
00:31:54: Was is gut oder was is böse?
00:31:56: Die riesig große Fragen!
00:31:59: Gestern saß ich in Holland in einem Stück, das ist ein sehr populäres Stück.
00:32:06: Das wird wahrscheinlich zehn Jahre lang spielen.
00:32:09: Wilhelm van Oranje, riesiges Spektaklestück über ... ja, Wilhelm von Oranja und über wie Holland Holland geworden ist.
00:32:20: Und obwohl das wirklich ... ganz historisch erzählt wurde, historische Kostüme, Filmbilder.
00:32:27: Die Schlacht von Leiden
00:32:29: etc.,
00:32:30: König Philips... Es war wie eine Geschichte Unterricht aber trotzdem am Ende hat man dann Holland von jetzt projektiert und man denkt was habe ich jetzt eigentlich mitbekommen?
00:32:43: Ah ja!
00:32:43: Holland ist ein Land das existiert weil die Menschen gekämpft haben für die Freiheit von Denken.
00:32:51: Aber die Freiheit kommt mit einer riesen Verantwortung.
00:32:55: Und das hat man in diesem Stück so verpackt, alles ist gekommen glaube ich, weil sich das Publikum gedreht hat, weil das Wasser auf der Bühne war ein Kanonenfeuer!
00:33:05: Ich glaube am Ende haben wir das mit nach Hause genommen.
00:33:12: Ein schönes Beispiel fällt mir gerade ein, weil ich habe es extra mitgenommen.
00:33:17: Es gab in Ihrer zweiten Spielzeit zum... Zum Jubiläum-Hundertfünfundzwanzig Jahre Volksoper gab es diese wunderbare, unvergessliche Produktion.
00:33:28: Lasst uns die Welt vergessen... Was mir jetzt einfällt was ich sehr beeindruckend fand denn ist untersucht die Geschichte wie der Anschluss Österreichs an Nazi Deutschland in der Volksoper stattgefunden hat wo man eigentlich auch wahnsinnig viel über Operette begreift.
00:33:53: Ja, stimmt!
00:33:54: Ich habe ja da eigentlich ganz viele Operette gelernt denn in der Inszenierung geht es darum wie in einer Proben-Situation eine klassischen benische Operette irgendwas mit der Wachau...
00:34:06: Grus
00:34:06: und Kuss aus der Wache!
00:34:08: Wie diese Operette geprobt wird mit aller Raffinesse der Musik und der Darstellung und dann die jüdischen Künstler nach ... nach und nach die Volksoper verlassen müssen... ...und dann durch deutsche, durch nationalsozialistische Deutsche ersetzt werden.
00:34:27: Und am Ende kommt so ein Stechschritt Theater raus.
00:34:31: Es hat mir tief die Luft zum Atmen genommen als ich das gesehen habe, nämlich gedacht wie lebendig... ...die kann man das vermitteln!
00:34:40: Wie lebendigt die Operette eigentlich ist was für eine hohe Kunstform sie ist?
00:34:43: Ja.
00:34:45: Das hat mich sehr, sehr.
00:34:47: Es ist interessant, dass Sie daran gedacht haben.
00:34:49: Weil das Stück, das ich gerade beschrieben habe aus Holland ... Das ist von der gleiche Regie-Team?
00:34:54: Ja genau!
00:34:55: The Bourbons
00:34:57: und Bernhard Hammer.
00:34:58: Der österreichische Bündnisbündner.
00:35:00: Und die können das sehr gut... Die können immer eine historische Stoffseerwerk treu doch so erzählen, dass es unmittelbar über jetzt und mich geht
00:35:13: Und über die Emotionen und über die Geschichte.
00:35:15: Absolut, über die Menschheit ist eigentlich ... Ich hab ihm kennengelernt aus seiner richtig gute Chechow-Regisseur.
00:35:23: Und seine Chechows, die natürlich Tragödien sind hat er unglaublich ... Die Comic rausinstituzieren naturalistisch sehr komisch und deshalb tief traurig.
00:35:36: Das macht er mit all seiner Stoffe.
00:35:38: Ich geh ein bisschen auf eine Seite weg.
00:35:41: Nein!
00:35:43: zur Volksoper kam, hat man mir gesagt wenn du die Geschichte von dieses Haus verstehen will musst du diese Bücher lesen.
00:35:49: und bei diesem Buch auf dieser Staffel war auch das Buch von Marie-Thérèse Amborn über diese Zeit.
00:35:58: Also eine richtig historische Arbeit.
00:36:01: wer arbeitet denn dort?
00:36:04: Was ist passiert mit den Jüdischen Künstlern, aber auch die Künstler, die sich angeschlossen haben oder nicht.
00:36:14: Und gleich habe ich gespürt das ist so ein Teil unserer Identität und es ist noch gar nicht so lange weit weg.
00:36:24: Das ist doch eine wunderbare Weise um diese leichte Kunst der Operette einer richtigen Boden zu geben, weil ja, Operette ist ein Gesamtkunstwerk.
00:36:37: Es ist so schwierig zu inszenieren wie Oper, genauso schwierig zu Inszenieren als Schauspiel und Comedy, denn die Witze in den Operetten waren oft auf den Tag geschrieben.
00:36:51: Das war Improvisationskunst, ganz viele Witze wobei man jetzt denkt ja interessant wenn man das recherchiert die sind überhaupt nicht witzig weil Humor ist das verältert innerhalb von einer Woche schon.
00:37:06: und diese drei Genres die so durcheinander gemacht werden das bleibt eine endlose Suche wie man das immer wieder erzählen kann.
00:37:19: Und manchmal scheitern wir wirklich und manchmal finden wir etwas, was manche sehr gern mögen.
00:37:25: Manche absolut nicht!
00:37:27: Und manchmal ist es ein absolutes Hit.
00:37:30: Das ist aber eine wunderbar interessante Genre für eine ständige Suche.
00:37:37: Ja...und das ist ja nicht so dass sie die Volksoper jetzt nur auf Operette programmieren, im Gegenteil sie ist Teil der Tradition.
00:37:46: Man muss hier weiter denken wie Sie auch sagen den Witz neu denken.
00:37:51: deswegen setzen wir ja oft Autorinnen und Autoren ran das neu zu schreiben für heute um diesen witz zu verstehen auch die den utopischen witz.
00:38:05: Aber rechts und links gibt es ja ganz andere Formate.
00:38:09: Zwei Gäste hatten wir hier, Nils Strunk und Lukas Schrenk im September die bei Ihnen zu Gast waren und Carmen neu erzählt haben mit neuer Musik, mit einer neuen Art ... Die Geschichte zu erzählen von hinten vom Tod aus nach dem Tod aus zu erzähln.
00:38:29: Das Programm ist ja auch Im Spielplan schon wahnsinnig divers und geöffnet.
00:38:35: oder Frühlingserwachen Spring Awakening auch eine Produktion aus dieser Spielzeit, die sich gezielt – es ist Frank Wedekind Frühlings Erwachen als Musical ganz gezielt für junge Leute.
00:38:52: Das gelingt!
00:38:54: Also ich denke ein Haus das oper-operette Musical und Tanz macht eigentlich Musiktheater oft auch interessant, was sich bewegt zwischen den Genre.
00:39:07: Und so habe ich – wie ganz viele Wiener – mich im Burgtheater gesetzt und hab dort die neue Zauberflöte gesehen von Nils Strung und Ducca Schrenk und gedacht, sie müssen irgendetwas mit unserer Ensemble machen.
00:39:20: Das ist so musikalisch!
00:39:27: Diese Zeit ist aber so kreativ.
00:39:31: Tief es erspricht unmittelbar an und ich habe sie bei mir bestellt.
00:39:36: Wir haben gesprochen, und ich hab gesagt was wollt ihr machen?
00:39:41: Ihr kriegt Kat Blanche!
00:39:44: Was ist denn das Stück, dass ihr erzählen wollt hier?
00:39:49: Und dann sind wir bald auf kamen gekommen und dann hat das Haus gesagt, aber im Moment wir haben eine Carmen.
00:39:56: Und das stimmt!
00:39:57: Wir haben eine große Carmen mit die ganze Chöre mit dem großen Orchester und ich habe gesagt es ist aber perfekt um zu zeigen.
00:40:03: Eine neue Karmenbearbeitung heißt nicht dass die große Carmen, die wir alle so lieben, dann weg ist sondern es ist nur... Es ist ein Zufügung und sie wussten auch, dass der Stück gespielt wurde neben der Große Carmen.
00:40:20: Unser Kamen fängt an am Todestag von Don José.
00:40:25: Der wird gehängt und wir schauen eigentlich zurück, von dieser Perspektive was da eigentlich passiert ist aus dem Blick der einfache Soldat etc.
00:40:38: Und das ist ein Hit geworden auch weil sie sich permitieren einerseits wirklich aus dem Material zu arbeiten, wirklich Werktreu Aber nicht nur tälstralisch, sondern auch musikalisch zu zitieren und zu bearbeiten.
00:40:55: Zu denken hey, Bisey benutzt hier ein Thema aus der Tazuela... Ich sage mal wir bringen die Originalmusik wieder zurück und das funktioniert wunderbar!
00:41:12: Diese Killing-Carmen ist voll und die Normale Carmen in der gleiche Woche ist auch voll.
00:41:17: Und ich habe viele junge Leute gehört, wie gesagt haben ... Ich hab's mir beide angeschaut!
00:41:22: Weil Killing Carmen hat mich neugierig gemacht?
00:41:26: Was ist das Stück eigentlich, worauf es basiert ist?
00:41:28: Und genau das ist natürlich der Zweck von der ganze Sache.
00:41:33: In den ... weil wir jetzt über eine Arbeit reden, die noch nicht ... Ihre ist, da rede ich mir auch noch gerne drüber.
00:41:39: Aber was war denn in diesen ersten vier Jahren?
00:41:41: Das ist jetzt die vierte Spielzeit so ihre größte Überraschung für Sie gewesen.
00:41:47: Was ja am meisten überrascht hat, dass es ... In der Wirkung oder im Erfolg oder im Anspruch gibt's was?
00:41:56: Ja schon!
00:41:58: Ich muss sagen, zwei Sachen haben mich überrasacht.
00:42:03: Die Politik gesagt, ja ich wird das versuchen.
00:42:07: Diese Balancing Acts zwischen ein neues Publikum suchen und das alte aber beibehalten.
00:42:12: Das wird aber drei bis fünf Jahre dauern!
00:42:15: Es hat mich ehrsinnig überrascht wie offen Wien ist und wie schnell das gegangen ist.
00:42:22: Wie schnell wir einen Publikumsanteil unter dreißig haben von ungefähr fünfundzwanzig Prozent Und währenddessen steigen die Abos, die doch nicht von jungen Menschen gekauft werden noch immer.
00:42:36: Und zweitens hat mich überrascht, dass alle gesagt haben ja Lotte lass uns die Welt vergessen sein.
00:42:42: also ein neues Stück mit einem Titel den niemand kennt oder auch Alma oder auch Named Aschenbrödel's Traum oder Killing Karma das sind Uraufführungen Kann man machen, das ist künstlerisch wichtig.
00:43:02: Aber die werden näher in großes Publikum ziehen.
00:43:04: und wem kommt?
00:43:06: Das sind teilweise unsere Hits und das freut mich so riesig weil genau in solche neue Stücken kann man das Musiktheater auch vorwärts bewegen.
00:43:22: Wenn Werdy nicht gedacht hat, ich mache heute ein neues Stück dann hätten wir seine Stücke nicht.
00:43:29: Wir müssen in Bewegung bleiben.
00:43:30: einerseits natürlich führen wie die Klassiker auf das ist auch Teil von unserer Aufgabe.
00:43:36: aber dass wir eins oder sogar zweimal pro Jahr ein komplett neue stück auf der Bühne bringen können und dass das Publikum kommt Das ist für mich eine Rieses Geschenk.
00:43:48: Da kommt man ja auf die Grädchenfrage schlechthin, nämlich wie vermitteln wir Musiktheater an die neue und junge Generation?
00:43:58: Also das ist ja das A-und O. Sonst ist es nur noch ... gefühlt grau, wenn man über die Haare schaut in der Oper.
00:44:08: Wie kriegt man das?
00:44:09: Die Grätchenfrage ist die Oper ein Genre der Zukunft?
00:44:13: noch
00:44:13: absolut also man sieht man muss sie nur reinkriegen.
00:44:17: Wir programmieren ganz bewusst mindestens zehn Vorstellungen unter der Woche unter der woche um elf und laden Fuhlen ein Kaufen sich Tickets und dann hat man Also entweder siebenjährigen oder dreizehnjährigen, oder siebzehnjährige.
00:44:38: Und warum machen wir das?
00:44:39: Weil dort auch die Leute kommen, die mit den Eltern nie gehen.
00:44:44: Das ist nicht nur eine Frage von Alter es ist auch eine Frage wo steht dein wiegel?
00:44:51: was kriegt man von zuhause mit?
00:44:54: und wir merken dass das Wir geben eine kleine Präferenz an die Schule, die sich anmelden.
00:45:01: Die in den Außenbezirken sind, wo nicht so viel Kultur ist.
00:45:06: Wo wir manchmal auch Tickets für Kids sponsoren müssen.
00:45:09: Weil das zwei Kind-Kids aus der Klasse geben, die sie keine fünfzehn Euro leisten können und dass dann die ganze Klasse nicht mitkommt.
00:45:16: Das zahlen wir dann.
00:45:17: Und man sieht wie unmittelbar die reagieren!
00:45:23: Wir casten das mit unserer beste Sänger, weil ich glaube der erste Versuch in die Oper soll ein Riesenerfolg sein.
00:45:30: Und große Künstler, die schon überall auf der Welt auf der Bühne gestanden haben, die in Tränen zu mir kommen und sagen, dass war die schönste Erfahrung, was ich je hatte!
00:45:40: Ich fühle mich wie ein Rockstar.
00:45:42: am Ende werden sie so ehe sie nicht gefeiert.
00:45:45: Das ist schon mal eine Sache.
00:45:48: Dann muss man natürlich sorgen, dass die Leute, die nicht mehr auf der Schule sind – so die Studenten – laden wir ein.
00:45:56: Wir haben einen U-Dreißigangebot mit billigeren Tickets.
00:46:00: Die kann man entweder am Tag Restkarten kaufen oder es gibt ausgewählte Vorstellungen wo man auch von vornherein buchen kann.
00:46:08: Aber auch wenn man so ein Ticket hat und man denkt, ich weiß aber nicht was ich mich anschauen soll.
00:46:13: Ich verstehe das vielleicht nicht.
00:46:14: wie soll man sich ertragen?
00:46:16: Haben wir einen Newcomers Club!
00:46:18: Das heißt man kann kommen und da gibt's mehrere von deiner Alter und die werden betreut.
00:46:23: Die kriegen dann Vorgespräch, eine kleine Führung oder Nachgespräche.
00:46:28: Man spürt es ist auch ein soziale.
00:46:31: Dann laden wir Social Media Influencers ein.
00:46:35: die können dann ihre Kanäle wieder erreichen.
00:46:39: Und trotzdem habe ich gedacht, ja das ist alles super und das funktioniert auch.
00:46:44: aber unser Kinderkorr wo auch meine Tochter drin ist und jedes mal dass sie auf der Bühne gestanden ist in Laboem das Kinderkorre gesungen sehe ich dass sie ein Kopf gewachsen ist in Selbstsicherheit in Disziplinen in Musikalität.
00:46:57: Unser ganzer Kinderkorrr existiert eigentlich aus Kinder von der bourgeoisie.
00:47:02: Die haben alle Klavierunterricht, gehen dann eh ins Gymnasium kommen sowieso zu Vorstellungen.
00:47:08: und ich habe meine Core-Leiterin gefragt warum versuchen wir nicht ganz andere Kinder auch einzuleiten?
00:47:16: Und sie hat gesagt Wir haben das versucht aber das scheitert an viele Sachen.
00:47:21: Zuerst müssen die Eltern wissen dass es diese Datum in Februari gibt wo es ein Vorsingen gibt ein Audition die Kinder hinbringen.
00:47:28: Dann müssen sie sich leisten können.
00:47:30: Man muss einen kleinen Contribution bezahlen und dann geht es los!
00:47:35: Sie müssen jede Woche das Kind zeitlich in die Chorstunde bringen, wenn sie ausgewählt werden für Vorstellung, muss man das Probeplan anschauen – täglich wegwächsende Probenzeiten, das Kind hinbringen, wegführen, sprechen mit der Schule.
00:47:53: Wer kann das?
00:47:55: Wer kann sich das leisten, um von der Arbeit wegzugehen und ein Kind in der Generalprobe zu bringen?
00:48:01: Und deshalb haben wir außerhalb von unserem normalen Budget Sponsoren gefunden.
00:48:09: Wir sind in September in zehn verschiedene Schule gegangen... Ja!
00:48:14: ...und erreichen dreihundert Kinder wöchentlich die wir Musiktheaterunterricht geben singen tanzen schaus spielen.
00:48:22: sie werden auch alle immer wieder eingeladen.
00:48:25: Sie haben eine Führung bekommen durch die Volkshopper, sie werden jetzt alle ... Die kriegt der Knöpfe ein von unseren Forschungen besuchen.
00:48:33: und am Ende des ersten Jahres schauen wir uns an welche Kinder sind besonders begeistert?
00:48:40: Und würden gerne mehr singen!
00:48:42: Und die laden wir ein, in unser Kinderchor zu kommen.
00:48:45: Betreut mit guvernantes, die die Sprache sprechen von den Eltern... ...die die ganze Kommunikation zwischen Eltern-Schule und Volksoper übernimmt,... ....die die Probenpläne lesen und die die Kindern hin und zurückbringen.
00:48:59: So machen sie das ein ganzes Jahr.
00:49:01: Die anderen Kindern bleiben auch dieses Musiktheaterunterricht bekommen.
00:49:05: Und dann im übernächste Spielzeit werden die ausgewählte Kinder mitmachen in eine große Kinderproduktion Matilda, sind sie Teil von der Produktion und währenddessen spielen wir Mini-Matildas auf die Schulen.
00:49:23: Und alle Kinder und Eltern und Geschwister und Großeltern kommen für eine ausverkaufte Vorstellung von Matilda und schauen sich das an.
00:49:33: So hoffen wir kleine Sämchen zu... zu pflanzen.
00:49:38: Und ich hoffe natürlich irgendwie, dass die Politik mitschaut und denkt, oh das müssen viel mehr als dreihundert Kinder pro Jahr
00:49:44: sein.".
00:49:45: Ja so wie Sie es gerade beschrieben haben, logistisch eine Riesenaufgabe da dranzuleiben und auch die Kinder wo die Eltern nicht drauf achten auch an die ranzukommen.
00:49:56: weil es ist ja eine gewisse Utopie was wir sagen dass die Musik soziale Barrieren aufhebt und nicht wieder neue Schranken schafft.
00:50:07: Absolut!
00:50:08: Das ist ja eine große Utopie, aber wenn man bei ihnen ins Haus geht, spürt man die... Also ich kann das wirklich von mir beschreiben.
00:50:18: also man spürte im Publikum diese Diversität.
00:50:21: es ist wirklich ein sehr sehr gemischtes Publikums.
00:50:26: Ich freue mich immer wahnsinnig über wenn ich junge Menschen sehe die sich so extra schön gemacht haben Wie ihre Eltern quasi vielleicht oder wie sie das bei denen beobachtet haben, sich schick machen und dann in die Oper gehen.
00:50:41: Das habe ich neulich beobachtet.
00:50:43: Das hat mich sehr fasziniert.
00:50:45: also man kriegt das mit dass es doch eine Volksoper ist wobei wir vorhin darüber gesprochen haben.
00:50:54: Ich hab gefragt wie sagt man's im englischen People's Opera?
00:50:59: Weil wir immer bei dem Wort Volk die Gänsehaut kriegen.
00:51:02: Aber für die Menschen ... Das
00:51:04: ist Deutschland, aber es sind Österreich in Österreich!
00:51:08: Für die Menschen?
00:51:08: Ja, ja,
00:51:09: ja... Also aus Hollandern habe ich nicht dieses Gänselhaut bei Volks.
00:51:14: Ich finde das eine schöne Thermologie, die Volksoper.
00:51:17: Aber man muss es immer wieder eine positive Inhalt geben.
00:51:22: In Ihren Arbeiten glaube ich, ich weiß nicht ob das jetzt Ich glaube, ich sehe immer noch ein bisschen die ... Die Handschrift oder denen?
00:51:34: Nein nicht die Handschriften.
00:51:35: Das ist Ihre Handschifte aber die Impulse von Konwitschnie.
00:51:38: Sicher,
00:51:38: sicher!
00:51:39: Die sehe ich noch weil... Ich rede jetzt mal über die vorletzte Arbeit, die ich gesehen habe.
00:51:45: Die Zauberflöte
00:51:47: auch
00:51:48: gedacht für Familien und Kinder was ich ja auch schon ganz toll fand.
00:51:53: Und so lange gebohrt So würde ich das vielleicht bei Cornwitch nie beschreiben.
00:51:57: Das ist ja mal so eine Tiefenbohrung zu sagen, worum geht's eigentlich?
00:52:01: Also sich nicht hinter der Oberfläche oder der Musik zu verstecken sondern in die Tiefe zu bohren und zu sagen mir Anlässe für die Handlung, für die Geschichte ...
00:52:14: Oder wie worüber geht es
00:52:17: jetzt?
00:52:19: für mich in dieses Moment.
00:52:20: Das heißt nicht, dass die Zauberflöte geht nämlich über zehntausende Themen.
00:52:25: aber man muss glaube ich also bei mir war es immer so das ich selten eine Zaube flötet sah wo ich emotionell mit leben konnte.
00:52:34: ja dass man denkt das ist farbenfroh die musik ist herrlich man hat ganz viele schöne anknöpfe und punkte aber die berührung die hat mich ein bisschen gefehlt Und ich dachte, mit wem kann ich jetzt eigentlich mit?
00:52:52: Das habe ich mich aus Frage gestellt.
00:52:54: und die andere Frage war eigentlich... Wieso ist es dramaturgisch so, dass es am Anfang klar deutlich ist, dass wir eine gute Königin und eine Bilserastro haben.
00:53:09: Dann dreht sich das hundert-achtzig Grad interessant aber das scheint einfach zu passieren ohne wunderbar dramaturgisch introduziert oder begleitet wird.
00:53:21: Es ist dann irgendwann anfangs so und dieses Gefühl, dass man in ein Königsreich ist wo gut- und böse so definiert sind und dann wacht man auf in ein anderes Königreich, wo das genau umgekehrt ist.
00:53:36: Das ist etwas glaube ich womit Kinder in dieser Zeit sehr häufig leben müssen nämlich wenn man bei Mama isst Ist Papa der Böse und Mama die gute?
00:53:46: Und umgekehrt.
00:53:47: Ich habe gedacht, dieses... Das ist eine Basisemotion, das zerreißen wird.
00:53:55: Was ist gut oder was ist böse?
00:53:56: Wer hat Recht?
00:53:57: Der Mann, der Frau!
00:53:59: Wer bin
00:53:59: ich?!
00:54:00: Was ist Liebe?
00:54:02: Was ist Sex?
00:54:07: Wie kann ich entscheiden, auf welche Reise muss ich gehen?
00:54:11: Wie kann Ich mich selbst überwinden.
00:54:13: Das sind alle Themen von der Zauberflöte und ich habe nur einen Anlass finden wollen wo diese Thematik dann auch emotionell blühen konnte.
00:54:26: Also ist das die Frage nicht nur worum geht es also in der Bohrung in die Tiefe sondern worum Geht Es für mich also auch um den nicht frage, weil ich das interessant finde um den subjektiven Blick.
00:54:41: Also dass Sie als Regisseurin und die das konzipieren sagen ja worum geht es in der Tiefe?
00:54:50: Man
00:54:50: braucht irgendeinen Grund, um etwas erzählen zu wollen!
00:54:56: Ich habe mal Stücke zurück gegeben wenn ich das nicht gefunden habe.
00:55:00: Dass ich dachte Ja, das ist eine fantastische Materie Das kann jemand bestimmt sehr gut erzählen, aber ich finde jetzt kein Bedürfnis das zu erzählen.
00:55:11: Und natürlich muss man die ganze Zeit denken an wem erzähle ich das denn?
00:55:15: Ist das interessant?
00:55:16: Aber wenn man kein ehrliches Bedürftnis hat einer Geschichte zu erzählten, kann man es besser lassen.
00:55:23: Es gibt ja auch andere Stimmen vielleicht nur als Anekdote, aber Jonas Kaufmann hat ja gesagt warum suchen Sie so lange ist reicht doch ein Ambiente für die Sänger zu schaffen.
00:55:35: Ja, das ist absolut... Ich glaube es gibt wahrscheinlich wirklich einen Publikum, dass das mag.
00:55:40: Das ist nicht das Theater, das mich interessiert.
00:55:43: Nicht als Publikums, nicht als Künstler aber es hat auch seine Existenzrechte und ich finde deshalb wunderbar, dass er sein eigenes Festival hat.
00:55:51: Nein, ich fand das nur interessant zu sagen ja es reicht doch ein Ambiente da habe ich schon gestaunt.
00:56:00: Ist das eine Generationsfrage?
00:56:01: Dass Sie sind ja nun ... dass auch eine Generrationsfrage ist, dass man neue Fragen stellen möchte.
00:56:07: Dass man sich nicht zufrieden gibt mit...
00:56:10: Wenn ich jetzt schaue auf die Generation von Peter Comedy, von Pierodi, von Chirot, von ... Also Andrea ... Nein, nicht Andrea Brede!
00:56:19: Von Rudberghaus, sorry.
00:56:21: Eine andere Großheit.
00:56:24: Von Brecht.
00:56:24: Also nein, wenn man Shakespeare liest dann sieht man, dass da ein Bedürfnis war etwas zu erzählen über heute in spektakuläre Weisen.
00:56:41: Aber ich glaube das ist der Grund von Theater.
00:56:44: Ja
00:56:45: ja in ihrer anderen Inszenierung die sie als mitgebracht haben oder nach Wien geholt haben aus Frankreich, aus Ex-En Provence, Lennotze de Figaro... Ich weiß nicht wer es gesehen hat Kann man ja auch, schön, dass wir darauf kommen.
00:57:03: Kann man hier auch sehen finde ich auch sehr überraschend das Sie sagen vier Akte, vier verschiedene Perspektiven völlig auch wieder das Heterogene organisieren.
00:57:17: also nicht einbogen da muss jetzt alles drein passen oder wird passend gemacht sondern sie sagen nein ich gebe den Freiraum jeden Akt aus einer Figuren sich zu erzählen und diese Heterogenität müssen wir aushalten.
00:57:33: Oder macht es spannend?
00:57:34: Für mich hat das sehr, sehr spannend gemacht.
00:57:38: Fand ich auch toll.
00:57:39: Und da auch den Mut zu sagen, nein, ich erzähle so subjektiv und gebe auch den Figurenraum für Subjektivität.
00:57:47: Naja... Das hat zu tun mit dieser Discourse über Me Too.
00:57:54: Ich... Das fing an auf einen mit einer großen Gruppe Menschen ganz unterschiedliche Herkunft, ein fünfzehnjähriges deutsches Mädchen.
00:58:07: Eine achtzig-jährige französischer Mann.
00:58:12: Und ich habe gemerkt wie man über diese Thematik spricht hat so viel zu tun.
00:58:20: Der Mann, der gesagt hat ... Die Welt war so schön.
00:58:24: Und was macht ihr?
00:58:25: Es ist nicht mehr lustig!
00:58:27: Wir haben doch alles nur gespielt und wir haben einander geliebt.
00:58:32: Und Sexualität war etwas Feierliches.
00:58:36: Jetzt auch diese Regel dieser Anschuldigungen.
00:58:39: Das fünftejährige Mädchen hat gesagt Hallo ich trau mich abends nicht mit einem kurzen Rock auf die Straße.
00:58:45: Was meinst du da?
00:58:48: Jemand anders hat wieder gesagt Gott ist das langweilig.
00:58:53: Und ich habe gedacht, dass es doch eigentlich interessant ist, ins Theater hat man die Möglichkeit in Dunkel zu sitzen und deine eigene Biografie kurz zu vergessen und mitzuleben mit der anderen.
00:59:08: Komplett andere Biografie, komplett andere Sichtweise.
00:59:11: Das ist eigentlich eine Übung in Empathie und genau das brauchen wir im Moment.
00:59:15: Weil das verlernt man wenn man die ganze Zeit nur bestätigt wird.
00:59:19: Wenn man AI eine Frage stellt dann kommt die ganze zeit oh wie eine kluge Frage.
00:59:24: Ich bin so toll!
00:59:27: Das muss aufhören, es ist wirklich gefährlich.
00:59:30: Man braucht jemand zu hören, der etwas vollkommen anders glaubt und lebt, sagt wie du.
00:59:37: Und denkt scheiße vielleicht hab ich unrecht?
00:59:40: Das ist so wichtig!
00:59:41: Genau das habe ich in vier verschiedenen Theaterstilen auf der Bühne bringen wollen.
00:59:48: Die erste aus heitere Komödie, die zweite aus übertrete brächtianische Anklage, die dritte aus total realistisch-natoralistischer Innenstudie.
01:00:00: von einer Seele, von einer Frau vollkommen verrückte, losgesungene gescheiterte Utopie.
01:00:09: Man kommt ja dann doch bei der Oper doch an Grenzen weil die Geschichten sind ja fest und diese Geschichten oft reproduzieren.
01:00:21: Also man muss sich ja mit Geschichten auseinandersetzen hinter denen man gar nicht mehr steht.
01:00:25: also ich hatte jetzt nur gelesen dass sie gerade an der Staatsoper in München Faust inszeniert haben.
01:00:33: Und dann ist man ja wieder bei bestimmten Geschichten, hinter denen man nicht steht oder für die man wieder ... Naja
01:00:42: also ich finde das ist doch eigentlich was wir im Leben sowieso machen.
01:00:47: Ich lebe doch auch durch die Sichtweise von meinen Eltern, die geprägt sind.
01:00:55: Wir tragen diese Geschichte doch in uns.
01:00:58: Das ist Kultur und wie wir mit unserer Erbschaft umgehen, das macht uns aus.
01:01:04: Und genau diese Übung machen wir eigentlich in der Oper.
01:01:07: Das sind Meisterwerke, die eine absolute Ewigkeitswert bewiesen haben.
01:01:13: Deshalb spielen wir die meiste Stücke, die damals geschrieben sind überhaupt nicht mehr, aber die paar, die übrig geblieben sind ... Oft war sie musikalisch zu berühren oder weil sie irgendeine menschliche Aspekte in der Kunst gebracht haben auf so eine Weise, dass es universell geworden ist.
01:01:35: Und darum klebt oft ein Libretto wobei man denkt oh mein Gott!
01:01:41: Und genau diese Kampf finde ich interessant.
01:01:44: Deshalb denke ich auch immer, wenn manchmal kriege ich so Briefe wobei man denkt was denken Sie da?
01:01:50: Was?
01:01:50: sie haben das Stück verqualtigt vernichtet etc.
01:01:53: und ich denke naja Auch wenn das so ist Das ist nur ein Tropfen in der ganze Ewigkeit von.
01:02:03: die Tradition von diesem Stück Theater Ist nur jetzt Morgen ist es schon wieder vorbei.
01:02:11: Ich hab vom Bumsteater die Aufgabe, um Risikoreich zu programmieren.
01:02:16: Dafür wird ich bezahlt!
01:02:17: Das ist unglaublich.
01:02:19: Ja das ist toll.
01:02:20: Das hat man im ganzen Gesellschaft nicht.
01:02:23: Es gibt kein einziges CEO, der sagt mach doch mal was Risikorreiches.
01:02:28: Nein alles muss immer abgewogen werden.
01:02:30: Das ist ein Erfolg wert.
01:02:33: Nein Risikoriach warum?
01:02:35: Weil es nur in diesem Moment entweder funken kann oder... oder am Boden klettern.
01:02:43: Und wir fügen was zu, wir schauen uns diese Ewigkeitsverstück, dass es auch noch nächstes Jahr und über zehn Jahre und über hundert Jahre geben wird.
01:02:51: Schauen wir uns jetzt an und wir versuchen, uns damit
01:02:54: auseinanderzusetzen.".
01:02:56: Aber das ist ein wahnsinnig luxuriöser Auftrag!
01:02:58: Also es ja nicht... Sie sind dafür da, das Haus vollzumachen?
01:03:01: Bumm!
01:03:01: Könnte ja auch sein.
01:03:02: Nein aber gehen sie in Risiko ein.
01:03:03: Genau.
01:03:04: Das ist wichtig weil natürlich ist Auslastung zum Beispiel oder Einnahmen Ziffern.
01:03:10: Und wir Menschen sind unglaublich geil auf Ziffer, weil die kann man nämlich ausschreiben.
01:03:16: Gestern war es fünfzig heute was zweieinfünfzig.
01:03:19: das ist ein Erfolg ja und das machen wir leider in Schulen auch!
01:03:22: Wir haben die Aufgabe unsere Kinder was beizubringen für wenn sie erwachsen sind für die Zukunft.
01:03:29: und was machen wir?
01:03:30: Wir versuchen das zu testen und die Testresults sind dann so geil für uns dass wir anfangen, die Kinder nur die Tests zu lernen und überhaupt vergessen was der Zweck der Sache ist.
01:03:42: Und es geht uns jetzt aus Volksoperativermäßig sehr gut.
01:03:46: deshalb kann ich das jetzt so sagen weil das ist für keine Verteidigung.
01:03:50: aber natürlich habe ich auch dass ich Google in die ganze Zeit wie unsere Verkaufs-Ziffern sind ne?
01:03:57: Ne?
01:03:57: Neunzig Prozent großartig!
01:04:00: Das haben wir noch nie geschafft.
01:04:01: und dann muss ich mich immer wieder denken ja aber warte warum machen wir die ganze Sache.
01:04:06: Manchmal ist etwas, was für sechzig Prozent ausverkauft ist aber wirklich ein Wert hat wichtiger als dieser Erfolgsmusical.
01:04:15: man muss es balancieren.
01:04:16: wenn man ein Stück spielen kann, das hundertprozent Vollsitz dreißigmal.
01:04:25: Kann man es sich leisten?
01:04:28: Einen Risiko anzugehen und etwas zu machen was die Menschen vielleicht noch nicht kennen.
01:04:31: Diese Balance ist wirklich wichtig!
01:04:33: Und wir dürfen uns nicht von der Presse, von der Politik etc.
01:04:37: drängen lassen um die ganze Zeit die beste Schüler zu sein mit den besten Ziffern.
01:04:41: Das sage ich jetzt für wenn in der sechste Spielzeit die Zifferner wirklich
01:04:52: unterreden.
01:04:53: Das finde ich auch, dass dieses Plädoyer jetzt einen Applaus verdient hat.
01:04:58: Also mit solcher Leidenschaft vorgetragen weil das ist richtig.
01:05:01: und da habe ich gerade gedacht wo war denn der Moment?
01:05:05: Wir haben über das Studium geredet aber wo sie biografisch von der Musik so gibt es ein Schlüsselmoment wo die Musik für Sie so radikal dafür arbeiten die ganze Zeit und dafür eintreten.
01:05:19: gab's noch einen Moment.
01:05:21: Ja, ein ganz spezifisches... Das war nicht nur die Musik sondern das Musiktheater.
01:05:26: Mein erstes Besuch in einem Opernhaus in Liège und das Orchester hat so durcheinander gespielt und abgestimmt.
01:05:36: Die Menschen hatten so leise geredet der Vorhang war noch zu und alles konnte noch passieren und ich glaube dass sich sofort mich verliebt habe in dieses und diese Welt, die kreiert werden kann.
01:05:50: Wenn man mitgehen kann ... Ich glaub nicht, dass das eine besonders gute Vorstellung war, aber ich war weg!
01:05:56: Ich hab gedacht,
01:05:56: das ist es für mich.
01:05:57: Aber wie alt waren Sie da?
01:05:59: Sieben.
01:06:00: Ja.
01:06:03: Das war der erste Theaterbesuch.
01:06:05: Also, Opern-Besuch.
01:06:07: Mit sieben und dann das ganze Abiente.
01:06:09: Genau.
01:06:09: Und
01:06:11: diese Spannung.
01:06:12: Absolut.
01:06:13: Das wollen Sie jetzt zu vielen jungen Menschen ermöglichen.
01:06:19: Ja, das ist toll!
01:06:23: Ihr Nomor haben sie ja auch behalten?
01:06:27: Man denkt mal so viel kämpfen, Sie sind ja auch vermutlich, weil Sie das gesagt haben einigen Anfeindungen ausgesetzt wenn die einige Zuschauer mit dem Programm nicht einverstanden sind.
01:06:40: aber das steckt man weg.
01:06:41: Also ich denke, erstens denkt man es ist doch toll dass wir in einem Land und einer Stadt leben wo die Leute sich so engagieren mit der Kunst.
01:06:49: Dass das wirklich eine persönliche Beleidigung ist wenn ein Haus etwas macht womit man nicht einverstanden ist.
01:06:56: Das sind Privileg in Holland!
01:06:59: Die Oper sind die Leute so egal.
01:07:01: Und hier ist es nicht egal.
01:07:04: Ja...und manchmal wird es unschön gesagt, ich muss deportiert werden oder sogar zum Tode vergewaltigt.
01:07:14: Es ist wirklich schön was die Leute sich alles ein denken.
01:07:19: und dann muss man denken okay ich kenne dieser Mensch nicht der hat bestimmt eine eigene Biografie mich von Aller-Social-Media getrennt, das kann ich wirklich empfehlen.
01:07:30: Wenn man es nicht mehr läst ist es nicht da.
01:07:32: und wer braucht es überhaupt um zu sehen wie andere Leute sich beschimpfen wegen die Lunchbox für den Kinder?
01:07:40: Also aber auch für die Operbesucher braucht man's nicht!
01:07:43: Das sind eine glitzkleine Minderheit, die einen Debatte führt mit sich selbst.
01:07:55: Andererseits hab ich immer wieder Publikumsgespräche und mag natürlich auch die Meinungen von den Leuten, wenn es positiv formuliert ist oder respektvoll.
01:08:04: Dann will ich gerne hören was die Leute nicht gefällt.
01:08:07: Ich kann das natürlich nicht für jeder Recht machen.
01:08:12: Manchmal scheitere ich auch.
01:08:14: dann will ich's besser machen, ich würde davon lernen.
01:08:18: Nein mein Beruf hat viel zu tun mit Träumen aufbauen dürfen.
01:08:26: Andererseits, der Fifty Percent der Wild heißt Shitcleaning die Krisen, die die ganze Zeit auf den Teller kommen.
01:08:35: Man fängt da Tag an und denkt okay jetzt wird ich Kunst machen und dann kommt der erste Klopf auf der Tür.
01:08:42: Also ich will jetzt nicht mal alles auflisten, was jeden Tag zu mir kommt.
01:08:47: Aber das, was man selber nicht lösen kann, das kommt irgendwann zu mir und das ist Teil von der Beruf.
01:08:53: Und wenn man sich das nicht mehr ... Wenn man nicht denkt Gott so viele Krisen, ich scheitere!
01:08:57: Ich hab das schlecht gemacht, sondern denke es ist Teil meiner Arbeit?
01:09:00: Ich mach das so gut wie ich kann.
01:09:03: Scheitern wieder scheitern besser scheittern wie das Samuel Beckett gesagt hat.
01:09:09: Neuschaltern besser scheitern.
01:09:14: Sie haben ja.
01:09:15: deswegen komme ich auf den Humor.
01:09:16: Ich war so überrascht, ich habe jetzt die letzte Produktion gesehen Die Piraten von Pensants.
01:09:23: Da tritt eine Figur auf Herr Kitzler und sagt ich habe Jetzt Frau Lotte de Beer beerbt.
01:09:30: ich bin jetzt der neue künstlerische Direktor der Volksoper.
01:09:33: Frau De Beer ist nicht mehr da Und ich hole jetzt das Publikum wieder ins Haus was Frau de Beer links liegen gelassen hat.
01:09:41: Und dann dachte ich, wow das fand ich sehr witzig und sehr lustig.
01:09:49: Die Figur tritt ein dafür die Aufführungen wieder im Originalkostüm in dem Originalbühnenbild zu spielen.
01:09:58: keine Aktualität gab einen großen Lacher im Saal.
01:10:03: Da habe ich gedacht es ist auch eine schöne Art So mit Kritik umzugehen, also sie humorvoll sozusagen durch die Hintertür produktiv zu machen.
01:10:13: Ich muss sagen Herr Kitzler
01:10:16: war keine Erfindung von Ihnen?
01:10:18: Keine Erfindungen von mir.
01:10:19: Die zwei Spy-Monkeys haben das angetragen und ich habe natürlich gleich gesagt yeah that sounds like fun weil Theater, also Humor und Theater braucht Konflikt.
01:10:30: Deshalb gibt es Kita an der einer Seite und dann die zwei Erbinnen von Gilbert & Sullivan, Gilly, Gilbert & Sally Sullivan, die er geholt hat weil sie ihr groß vor Urgroßeltern Arbeit so historisch wie möglich machen können.
01:10:43: Und die haben andere Ideen, die wollen Mitspielen und Spaßhafen und alles auf den Kott stellen.
01:10:48: Und das dann gibt's eine ein Konflikten.
01:10:51: daraus kann man lustig werden.
01:10:53: Ja, das funktioniert auch sehr gut.
01:10:56: Also es ist eine Rahmenhandlung für diese klassische Operakomik von vor über hundert Jahren und da gibt's eben diese schöne... die eben auch mit den Erwartungen spielt und diese Erwartung auch ironisch spricht und dadurch auch für eine große Lebendigkeit sorgt.
01:11:15: Das fand ich gut, dachte ich ja der Humor ist da man muss auch... Ich dachte dass es auch so eine Antwort vielleicht auf Kritik kommt an das Haus herangetragen.
01:11:25: Ja, ich habe sie natürlich gesagt wenn ihr das wollt so ein Herr Kitzter auf der Bühne kann ich viele Beispiele geben und ihr könnt es wirklich so scharf kritisch machen und die haben dann immer eigentlich eine Ehre eine fantasievollere mildere Weise genommen, um dieses Konflikt zu machen.
01:11:47: Und ich habe das währenddessen wenig verstanden.
01:11:49: Ich hab gedacht ihr könnt es viel härter schärfer deshalb auch witziger machen.
01:11:54: und sie haben mir gesagt na wir kommen aus ein Land wo wir ganz woke sind und wir wollen auch woke sein auf unserer Art.
01:12:01: und ich habe gesagt was bedeutet dass dann woke für euch?
01:12:05: Und sie haben gesagt woke ist für uns das so viel wie möglich Leute lachen können.
01:12:10: Wenn es Leute gibt im Publikum, die sich von uns lächerlich gemacht fühlen an welches Seite vom Spektrum denn auch dann haben wir gescheitert und das scheint jetzt auch wirklich zu funktionieren.
01:12:22: ich sitze in den Saal da kommen große große Lacher und das ist auch wieder ein Stück dass alt und jung und links und rechts glaube ich sehr gut anspricht.
01:12:32: aber das ist ja eigentlich das Gegend.
01:12:34: also weil Vogue ja doch sehr viel mit Ausgrenzung zu tun hat.
01:12:38: Das ist ein ganz anderer Begriff, der... Ich glaube
01:12:41: so wie alle große Idealen von den Menschen immer so bearbeitet werden dass sie irgendwie gehen über Machtmissbrauch das Vogue glaube ich war am Anfang hat damit zu tun um inklusiv sein zu wollen, um so viel wie möglich Leute mitzunehmen.
01:13:02: Um niemand auszugrenzen und die Sachen zu sehen von vielen verschiedenen Perspektiven.
01:13:08: Heider ist es dann so dass Menschen das benutzen um zu sagen ich bin noch Walker als du und du bist der ja und jetzt geht's über gar nichts mehr nur um Fingerzeigen.
01:13:19: Ausgrenzen macht Identität und Freiheit ohne Verantwortung.
01:13:29: Ja, nein ich finde das sehr gut.
01:13:32: also es ist völlig richtig weil sonst schafft man ja nicht die Diversität im Saal wenn man Leute schon von vornherein ausgrenzt und übrigens noch mal zurück zu den Brücken bauen.
01:13:42: denn es gibt hier viele die mit dem Anspruch antreten Ich mach...ich öffne das Haus aber die vergessen dann die Tradition oder die anderen Zuschauer mitzunehmen.
01:13:53: Es gibt es ja oft, dass fast ein Austausch des Ensembles... Ja und das ist
01:13:57: keine Diversität?
01:13:58: Das ist Selbstbefriedigung!
01:14:00: Ja gut, danke.
01:14:03: Weil ja, das ist gut gesagt.
01:14:08: was haben wir denn jetzt noch gar nicht besprochen?
01:14:12: Ich habe noch eine Frage weil es ist so, dass wir jetzt sehr viel über die Volksgruppe gesprochen haben aber sie sind hier auch sehr, sehr vielfältig europaweit als Regisseurin unterwegs an der Bayerischen Staatsoper in Amsterdam am Nationalopera im königlichen Theatergruppen Hagen.
01:14:34: In Malmö Deutsche Oper am Rhein Theater Basel.
01:14:38: also ist ja schon ein fulminantes Spektrum.
01:14:43: Machen Sie das immer wieder jetzt noch?
01:14:44: Sie haben gerade in
01:14:47: München,
01:14:47: dürfen sie einmal pro Spielzeit auswärts kastieren.
01:14:51: Ja ich bin gekommen und habe gesagt Ich bin eine Regisseurin Und darin ist auch mein Kraft glaube ich.
01:14:57: wenn nicht mehr inszenieren kann dann Bin ich nicht mich.
01:15:01: deshalb will ich gern inszeniren im haus aber einmal pro spielzeit auch gerne aus dem außerhaus Nicht öfter weil eigentlich Wenn ich jetzt wählen könnte für meine eigene Happiness, würde ich einfach in Wien bleiben.
01:15:15: Das hier ist mein Zuhause – die Volksopera ist mein zu Hause und mein Kind ist hier und ich will eigentlich täglich da sein wo ich gebraucht wird.
01:15:21: aber es ist wichtig für ein Außenperspektiv, die man mitnehmt ah wie macht man's hier?
01:15:30: Man kann so gefangen werden, so haben wir das immer schon gemacht und das will ich nicht.
01:15:36: Andererseits gibt es für mich natürlich auch noch ein Leben nach der Volksoper wahrscheinlich.
01:15:40: Man kann das nicht immer machen, ewig machen leider aber das Haus braucht irgendwann eine neue frische Wind und dann muss ich investiert haben in einer weitere Karriere als Regisseur.
01:15:53: Und es gibt natürlich auch Stücke die man bei der Volksopern nicht macht weil es keinen Sinn macht wenn man das bei der Staatsoper besser kann.
01:16:01: Genau die Stücke kann ich woanders machen.
01:16:03: Das ist künstlerisch befriedigend natürlich.
01:16:07: Ja, das verstehe ich völlig.
01:16:10: Gibt es so ein bestimmte ... Weil ihr Spektrum an Komponisten, die sie machen, ist ja sehr breit.
01:16:15: also man findet gibt's eine bestimmte Vorliebe für Mozart?
01:16:19: Ich glaube,
01:16:22: mein Herz blutet immer in positivsten Form bei
01:16:28: den Russischen.
01:16:30: Entweder romantiker oder so anfangs ... Hä?
01:16:37: Das ist die Musik, wo ich mich wirklich zu Hause für seelisch.
01:16:41: So von Tchaikovsky auch Schostakovich etc.
01:16:45: Das wird auch kommen, aber das kann man natürlich nicht immer machen.
01:16:50: Ich habe jetzt in München Gunno gemacht, Faust, superinteressantes Stück – aber das würde ich nie hier planen!
01:17:02: Aber Tchaikovsky haben Sie ja, das war glaube ich Ihre Eröffnung?
01:17:05: Ja, Jolante
01:17:06: und Nussknacker haben wir gemacht.
01:17:08: Es
01:17:09: waren ein Wunsch, der schon Jahrzehnte mit mir mit ... Trug und immer wieder Opernhäuser gefragt habe, dürfte ich das nicht machen?
01:17:17: Und niemand hat sich das getraut.
01:17:21: Das war auch ein Stück wobei man mehrere Generationen erreichen konnte.
01:17:25: Das waren so ab acht eigentlich sehr gut nachvollziehbar.
01:17:29: Und das Stück ist dann übernommen worden von Tokyo.
01:17:33: Von das Opernhaus in Tokio hat es von uns übernomen, hat es dort gespielt und jetzt wieder zurückgeschickt und irgendwann nehmen wir's wieder auf.
01:17:41: Ja, wird es einer wieder Aufnahme geben?
01:17:43: Ja.
01:17:44: Irgendwann.
01:17:45: Dann kann man jetzt in Wien zwei ... Es gibt ja noch einen Staatsoper auch.
01:17:52: Stimmt!
01:17:52: Wir müssen das ein bisschen miteinander.
01:17:53: Nein, da kann man ja zwei gucken.
01:17:54: Ist ja gerade gut.
01:17:58: Wenn sie zwei Kamen am eigenen Haus machen, dann ist er erlaubt, beide sich anzuschauen.
01:18:05: Ich würde mich sehr freuen, weil ich hab's damals nicht gesehen und würde mich total freuen den Tchaikovsky zu hören.
01:18:10: Und von diesen vielen Gast-Engagements ist da eins, von dem sie uns noch erzählen wollen.
01:18:22: Was für Sie so eine große deutsche Oper am Rhein?
01:18:27: Das war
01:18:28: Alcina ... A Händel ja!
01:18:32: Also ich muss
01:18:33: sagen...
01:18:35: Ja das war schon Il Tritico der euch in der Bayerische Staatsoper machen durfte mit Betrenco.
01:18:41: Das war natürlich theatralisch so ein, musikalisch so einen fantastischen Partner.
01:18:46: Ich sage theatralis weil er Petrenko war jede Probe da hat egal ob wir fünf Takte die ganze Zeit wiederholt haben weil wir irgendein Special Effekt ausprobieren wollten oder hat alles die ganze zeit auf den höchsten musikalischen Niveau dirigiert und irgendwann habe ich ihm gesagt eine kleine Probe gehabt mit einem Kinderstatist, der kotzen musste.
01:19:14: Und wir hatten eine Kotzprobe und da stand Trenco!
01:19:18: Ich habe gesagt, Maestro bitte das ist nicht interessant für sie und er hat gesagt doch ich muss wissen was da passiert.
01:19:23: dann dirigiere ich es nämlich anders.
01:19:26: Und am Ende hat er nicht nur die Musik dirigiert sondern auch die Produktion und das ist ja so.
01:19:32: Musiktheater.
01:19:33: wenn das alles zusammenkommt ist das Tram
01:19:36: Das klingt toll.
01:19:37: Ja, das ist toll!
01:19:42: Ich würde sagen... Wir könnten noch über ganz viel sprechen aber ich glaube wir haben sehr viel erfahren also haben sehr viele mitbekommen von ihrer Leidenschaft für dieses Haus und für das Genre Musiktheater und für dessen Zukunft.
01:19:59: da sind wir ganz zuversichtlich.
01:20:01: jetzt verstehe ich den dass wir uns in Wien glücklich schätzen können, dass Sie hier sind.
01:20:07: Und als Dankeschön für dieses sehr interessante Gespräch haben wir was für sie vorbereitet denn das habe ich Ihnen auch vorher gesagt es ist keine Überraschung.
01:20:19: Wir haben immer so ein Ritual, das wir unserem Gast aus dieser großen Sammlungen des Theater Museums heraus suchen und wir bitten auch unsere Gäste vielleicht dem Theatermuseum was mitzubringen, was dann hier in die Archive oder in kommende Ausstellung wandern kann.
01:20:38: Wir sind ja ein lebendiger Ort und die Mitarbeiter des Archives haben gesagt wir haben etwas ganz, ganz spannendes... Ja schauen Sie gerne!
01:20:48: Mit schönen Grüßen vom Theatermuseum ist jetzt leider noch eingepackt aber das geht schnell raus zu nehmen.
01:20:58: Das ist zum ersten Mal die Zauberflöte.
01:21:07: Wow!
01:21:08: Das
01:21:08: ist der Anschlagszettel, der Uraufführung der Zaubergflöten in Wien sogar im Originalformat eine gut hergestellte Kopie aus dem Original.
01:21:21: aber... Was sind die Zauberflöte?
01:21:23: Vielleicht ist es in ihrem Büroplatz,
01:21:25: das
01:21:25: aufzuhängen.
01:21:26: Oder vielleicht im Besprechungsraum, wo viele mehr Menschen sehen können... Aber das ist interessant weil er hat mich gebeten etwas mitzunehmen was persönlich ist aber auch über meine Arbeit geht.
01:21:39: Gott, Jesus!
01:21:40: Ich mach das echt
01:21:41: nicht.
01:21:44: Und das ist nämlich ... Die Partitur Die erste Seite vom Klavierauszug von der Zauberflöte.
01:21:52: Nein,
01:21:52: das ist ja toll!
01:22:01: Das war meine erste Skizze als ich geschrieben habe, wann Sachen passieren sollten.
01:22:06: Es ist ein bisschen anders geworden aber vielleicht ist drottrotz.
01:22:09: Oh, dass es wunderbar mit Ihrer Handschrift, die Anmerkungen und den Regieanweisungen handt?
01:22:16: Eben, was heißt das?
01:22:18: Wahrscheinlich ist es Deutsch-Niederländisch und
01:22:20: ...
01:22:22: Ja.
01:22:22: Handvater.
01:22:24: Das heißt der Hand vom Vater.
01:22:26: Ah!
01:22:26: Der Hand vom Vater.
01:22:27: Und ansonsten ist es auch Englisch, Oh, World.
01:22:31: Kommt als ist englisch-deutsch und holländisch gemischt.
01:22:35: Wenn ich jetzt wusste, was es hier ... Interessant.
01:22:42: Das ist wunderbar.
01:22:44: Lotte de Baer, haben Sie ganz vielen Dank.
01:22:46: Danke schön!
01:22:47: Ah, das ist der Ballett.
01:22:53: Danke.
01:23:04: Sie hörten ungeschminkt.
01:23:06: – Das Theater-Museum Wien im Gespräch Folge Acht.
01:23:12: Lotte De Baer im Gesprich mit Hannes Haarmetner.
01:23:15: Eine Aufzeichnung des Livegesprächs vom zwölften April, Unser nächster Live-Gast im Eroikasaal des Theatermuseums am zehnten Mai, ist die Burgschauspielerin und künstlerische Leiterin der Festspiele Reichenau Maria Happel.
01:23:37: Karten für das Livegespräch sind wie immer über das Theatermuseum Wien zu erhalten!
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