Ungeschminkt #13 mit Marlene Streeruwitz

Shownotes

Eine Produktion vom Theatermuseum Wien

Redaktion und Moderation: Hannes Hametner

Foto: Jonas Thiller

Aufnahme: Karl Horky (HORKYevent.at)

Sounddesign, Schnitt & Mastering: Benjamin Ritter

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00:00:00: Das Schreiben ist für mich ja ein erfreulicher Prozess.

00:00:04: Das traue ich mich gar nicht sagen, weil der leidende Autor ist ja schließlich ein sehr wichtiges Motiv in der Literatur und gibt dem Text dann eine gewisse Schwere.

00:00:15: also ich schreibe leicht mit großen Vergnügen und Lacher auch dabei eine Menge wenn sie in ihrer Krise Nicht mehr wissen, ob sie überhaupt noch leben.

00:00:26: Ist es ganz gut einen Faden auf dem Papier zu ziehen der sich dann als die Existenz in den entgegen stellt?

00:00:35: Ich bin eine Mitbestimmungs-Fanatikerin.

00:00:39: ich bin ganz sicher dass die Welt nur gemeinsam überhaupt weiterzuführen ist und wie gesagt Teil habe Und das ist Zuschauen allein nicht, weil wir ja sowieso in einer so voyeuristischen Kultur leben, dass wir eigentlich gar nicht mehr wissen was wir noch anschauen sollen.

00:00:57: und es wäre gut wenn jetzt das Schauen in eine Beteiligung ungewandert werden kann.

00:01:04: Die Verführung in Selbstmittelheit ist die Grundlage der Frauenkultur wie sie bestanden hat und wie sie besteht Und diese Lebung zu bekämpfen, ist vielleicht ein wirklicher Grund, all das zu schreiben.

00:01:21: Willkommen zu Ungeschminkt.

00:01:23: – Das Theater-Museum Wien im Gespräch.

00:01:27: Ein Live-Podcast aus dem Eroikasaal in Palais Lobkowitz.

00:01:33: Das Theater Museum ist das Gedächtnis der flüchtigen Theaterkunst.

00:01:37: Wir halten den Flüchtigen Augenblick im Gesprich fest!

00:01:41: Unser heutiger Gast ist die Schriftstellerin Marlene Strehowitz.

00:01:58: Wir hatten in dieser Reihe Schauspielerinnen, Schausspieler, DirektorInnen, Direktoren.

00:02:04: Aber das Theater ist nichts ohne seine AutorInnen und AutorRennen!

00:02:10: Wir hatten einmal schon das Vergnügen mit Autorinnen und Autoren.

00:02:13: Das war Ferdinand Schmalz und Lydia Haider im Juni.

00:02:18: Man kann das alles im Podcast ungeschminkt nachhören aber wenn wir uns mit dem Theater beschäftigen dann kommen wir nicht an der Stimme von Alene Streowitz vorbei.

00:02:31: Anfang der neunziger Jahre schlug sie wie ein Meteorit in die deutschsprachige Theaterlandschaft ein.

00:02:39: Deine Stücke wurden in Köln, München und Berlin bei den Wiener Festwochen uraufgeführt – in einem kurzen Zeitspanne!

00:02:46: Sie waren radikal unbequem und nahmen die gesellschaftlichen Verhältnisse ins Visier.

00:02:54: Heute gehört Marlene Sterovitz zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.

00:02:59: Als Dramatikerin, Romanautorin, Essayistin erhebt sie ihre Stimme.

00:03:08: In einem Interview hast du gesagt ich war gezwungen ein Ich herzustellen.

00:03:13: Schreiben war für Frau Sterovic also nicht nur eine künstlerische Entscheidung sondern eine Notwendigkeit sag' ich.

00:03:21: Ein Weg jemanden zu werden, eine eigene Stimme zu finden und schließlich jemand geworden zu sein.

00:03:26: Seit vier Jahrzehnten schreibst du gegen die gesellschaftlichen Zumutungen an, gegen die Machtverhältnisse, gegen das Patriarchat.

00:03:34: Heute sprechen wir gemeinsam über das Theater, über die Frage wer entscheidet, welche Stimmen werden gehört?

00:03:44: Wer darf sichtbar sein?

00:03:46: Wer ist nicht sichtbaar?

00:03:48: Über Frauen und Männer, über Veränderung der vergangenen aber auch über deine Kraft, die es braucht sich immer wieder einzumischen und um die Frage was uns Hoffnung gibt.

00:04:02: Bevor wir jetzt in dieses Theater eintauchen wollte ich diesen Satz Deine Sätze muss man ja oft zweimal lesen, dreimal lese also einmal reicht, aber manchmal verbirgt sich dahinter ganz viel und ich habe über den Satz nachgedacht.

00:04:18: Ich wage, Zwungen ein Ich herzustellen.

00:04:21: Mit der Frage würde ich gerne zu deinen Bedingungen des Schreibens kommen.

00:04:25: wie bist du?

00:04:26: Was war deine Notwendigkeit damals den Stift noch kein Computer in die Hand zu nehmen oder?

00:04:34: Die Füllfeder!

00:04:37: Ja aber das ist ganz einfach.

00:04:38: Das hat mit der Generation zu tun.

00:04:41: Erinnern wir uns meine Eltern waren Haus, also die Hausvaterfamilie wie sie eben im Co.

00:04:53: Zivil festgelegt ist und von der katholischen Kirche abverlangt wird.

00:04:59: das heißt der Mann im Haus ist der Mann in Haus und die Frauen sind an verwandelt.

00:05:06: und das müssen wir ernst nehmen denn in den Machtverhältnissen einer solchen Familie ist das romantische Prinzip, dass ungefähr eben mit dem Kruzivil in diese Form eingewandert wurde.

00:05:22: Dass er atmet und sie atmet in ihm.

00:05:26: Und die Frage des Lebenserhalts durch die Ehe bedeutet, dass diese Person, die in dieser Ehe in ihm atmet auch dass ich von ihm in großem Teilen bekomme, beziehungsweise keines, das im Kosmos des öffentlichen Stand halten würde.

00:05:51: Meine Generation wurde nun dann angehalten über ... wenn Sie sich erinnern an die... Ich glaube wir können uns hier ziemlich alle erinneren, das ist auch sehr nett für mich.

00:06:03: Ja, über den Schlagertexte, wenn sie zum Beispiel Udo Jürgens Merci-Sherry Es war so schön, ich muss gehen.

00:06:12: Ich muss

00:06:13: gehen.".

00:06:14: wurden wir erzogen dazu dass diese eine Beziehung die in dieser Versorgungs-Ehe des Kruzivils enthalten war aufgelöst wird das wir nicht mehr in der Einheit von dieser als Liebe gedachten Konstruktion mit der Sexualität zu tun haben werden, sondern dass die Sexualität etwas anderes sein wird und das wir zum Beispiel – also es war eine der großen Fragen in den Sechzigerjahren.

00:06:49: Was heißt das?

00:06:51: Müssen wir jetzt?

00:06:53: wie wird das gelöst werden?

00:06:54: Zuhause war selbstverständlich die Frage, dass geheiratet wird und dann erst Sex betrieben wird.

00:07:04: Unterhaltungswelt und in der Zurichtungswelt des Kosmos, des öffentlichen war schon die Folge von verschiedenen Affären würde ich jetzt mal ganz einfach sagen.

00:07:19: Für uns damals waren das Affären, die einen illegalen Anstrich hatten und in einer Form uns über Hollywood und eben den Schlagertext.

00:07:34: Den deutschen Schlagertext hören Sie sich das wieder an, wie viel geweint wurde.

00:07:39: oder Gellentano und sagt dass es sehr schön ist und nächstes Jahr kommst du wieder.

00:07:45: aber es gibt diese Permanenz nicht mehr in der eine Frau aufgehoben war oder sich vorstellen konnte aufgehoben zu sein.

00:07:52: Das erzählt ja nichts darüber wir die einzelnen Schicksale verlaufen sind hier alle nicht so glücklich sind wie dieses Konstruktiones verspricht.

00:08:02: Und das haben die Frauen, wir haben das Grandios hingelegt.

00:08:06: Diese Transformation, die uns da abverlangt wurde und die uns gar nicht bewusst werden konnte weil es in der Auseinandersetzung mit Moral eben nicht ausreichend war eine Lebenswirklichkeit vermitteln zu können.

00:08:20: In dem war ich in einer Vielbrüderfamilie, ich habe vier Brüder Und bin das erste Mädchen und damit eine Seltsamkeit in dieser Familie, die hochmilitarisiert war.

00:08:39: Wie das ganz normal war übrigens.

00:08:41: also ich kritisiere hier gar nichts es war einfach der Umstand.

00:08:46: Mir war klar dass ich genauso viel wert bin wie meine Brüder.

00:08:50: Das hat offenkundig die Öffentlichkeit auch schon vermittelt bei meiner Familie nicht aber diese widersprüchlichen Signale von außen.

00:09:01: Und ich war ganz einfach überzeugt, dass es nicht einen Jodh, da wende ich sogar besser, weil in allem auch besser war als meine Brüder.

00:09:11: Also ich war besser im ... Ja schön!

00:09:15: Das ist ja das Theater, die Beleuchtung.

00:09:20: Meine Brüde waren sind nicht so schnell auf den Kirschbaum hinaufgekommen, wie ich.

00:09:26: Weil der eine war ein bisschen dick und der andere war langweilig.

00:09:30: Und ich bin dann schon in Wipfel oben gesessen und hab hinuntergeschrien.

00:09:34: Dann wurde zum Beispiel – das ist die große Erfahrung daran auch – dann wurde es plötzlich unwichtig, ob es möglich ist, in den Kirchbaum hinaaufzuklettern.

00:09:43: Diese Form von Entwertung haben wir bis heute.

00:09:46: Wenn Frauen etwas sehr gut können wird es ein bisschen weniger wichtig.

00:09:50: Das haben wir schon auch in der ganzen, also in Berufswahlen und so weiter.

00:09:54: Und sofort ... Wir haben mit diesen Resten immer noch zu tun und das wird noch lange so sein weil diese Konstruktion des Hausvaters von achtzehn-elf bis neunzehntfünfundsiebzig so etwas wie epigenetisch eingelassen ist.

00:10:09: Und das können Sie in der Kultur des Neunzehnjahrhunderts allerdings.

00:10:12: ich habe die also nun das Gefühl Ich bin gleichberechtigt hab wunderbar studiert.

00:10:19: Ich habe also meinen Studium gefunden, bin durchgeschickt und war in der Hochschülerschaft politisch tätig.

00:10:29: Ich habe mit meinem ersten Mann zusammen dann noch unverheiratet.

00:10:34: Dann habe ich mit einem Jahrzehnteinzig, ein Jahrzehnzig geheiratete das Universitätsorganisationsgesetz durchgesetzt, dass Drittelparität in den Universitänsinstituten implementieren hat und sollte und war total auf einer Welle, die der reine Erfolg war.

00:11:00: Und dann wurde ich schwanger.

00:11:04: Ich war die erste Frau im akademischen Senat, den nicht Kaffee gekocht hat.

00:11:10: Und hab mich verabschiedet und habe auch gesagt, weil ich mich sehr gefreut habe, dass ich schwenger war dass ich jetzt also schwanger bin und das sich mein Studium einfach nur mehr aufnehmen kann.

00:11:22: Und die Hochschul- und Hochschülerschaftspolitik aufgeht oder die Hoch-Schuldpolitik, und da sagte der Rektor Winkler – das ist der Winker für den der Heider sein Lebensmensch war – sagt er, jetzt geht sie dorthin wo sie hingehört!

00:11:38: Da habe ich mich noch lustig gemacht aber es war wie ein Fluch Und es war die totale Auslöschung in dieser Situation, die total Auslöschung all der vermeintlichen Errungenschaften.

00:11:55: Dann hat dieser Mann mich mit noch vor der Geburt des zweiten Kindes sitzen gelassen.

00:12:04: ein Schicksal, dass wir erstens einmal sehr gut kennen.

00:12:09: Dass sich ununterbrochen bis heute wiederholt und das wie eine Strafe über eine Person herein bricht.

00:12:16: Und da stand ich nun dar und habe das Klassen- und Triebschicksal in einem verloren und war praktisch auf minus hundert gesetzt meine Dissertation abgeschlossen und hätte die rigorosen machen sollen.

00:12:34: Ich habe noch ein Dratsstudium, das ein freies Doktorat Studium gemacht und da hat sich herausgestellt dass ich dazu nicht in der Lage war zu diesen alten Schwarzrock Männern zu gehen und ihnen einen Wissen vorzulegen dass mir völlig absurd vorgekommen ist in der Lebenssituation.

00:12:52: Ich war wirklich schwer krank, es war eine tiefe, tiefe Krise und ich bin froh, dass wir das alles irgendwie überlebt haben.

00:13:00: Und ich erzähl das gerne weil ich das aus X Erzählungen rund um mich kenne.

00:13:09: Und das ist das Versagen einer Gesellschaft, die nicht in der Lage ist, die Transformationen, die abverlangt sind zu verarbeiten.

00:13:17: Bis heute nicht!

00:13:19: Da war es nun notwendig sich auf sich selbst besinnen und von Null anzufangen.

00:13:26: Und da habe ich begonnen, Gedichte zu schreiben einfach um mir.

00:13:29: Also das ist nicht Therapie sondern es ist ein Sicherschreiben der... Das kennen Sie jetzt aus YouTube-Ratschligen für irgendwelche psychischen Probleme.

00:13:42: und da wird Ihnen vorgeschlagen dass sie Tagebuch führen, dass sie niederschreiben und das ist auch ein ganz wunderbares Medium einer Selbstvergewisserung wenn sie in ihrer in ihrer Krise nicht mehr wissen, ob sie überhaupt noch leben.

00:14:00: Ist es ganz gut einen Faden auf dem Papier zu ziehen der sich dann als die Existenz in ein Entgegen stellt.

00:14:08: und so war das notwendig.

00:14:10: Und danach war die Rückkehr ins Akademische nicht mehr möglich und der Gegenentwurf also aus dieser Krise heraus.

00:14:23: Nicht einmal ich war, die in dieser Krise war.

00:14:26: Sondern ein gesellschaftliches Konstrukt der gescheiterten Frau oder ja ... Der verlassenen und gescheiterten Frau, die jetzt keinen Atem mehr bekommt weil er weg ist.

00:14:41: Und das muss man schon ernst nehmen wenn das unter hundert- ochzig Jahre gegolken hat dass ich den Atem nur kriege wenn nicht in ihm atme und ich habe auch so geliebt damals Dann ist kein Atem da und dann müssen sie beginnen oder müssen wir beginnen, oder ich beginnen diesen Atem zu finden.

00:14:58: Und das ist das was ich mit diesem Satz meine.

00:15:02: Danke!

00:15:02: Eine ausführliche Antwort.

00:15:07: Du hast studiert Slowistik?

00:15:09: Ja.

00:15:10: Und du warst so froh weil das Institut für Slowistika innerlich gut aufgelegt, also du hast dich mit dem Strukturalismus beschäftigt.

00:15:20: Also das ist nicht so... es war nicht die Wiener Germanistik-Schule sondern eine wichtige Prägung für Dich auch.

00:15:27: Das

00:15:27: war

00:15:29: die Trennung von Wien?

00:15:30: Die Trennungen von Wienen war das.

00:15:32: Das waren alle anderen Studien wie Germanistikainglistik und nicht die Romanistik.

00:15:38: Die Romanistikk war schon sehr als Ruhr während dieser anderen.

00:15:43: die Germanistikk hat sich Fast bis heute.

00:15:47: All der formalen Schulen der Literaturkritik oder Literaturwissenschaften enthalten, das ist ideologisch und kalter Krieg begründet.

00:15:57: Und es gab's da nicht.

00:15:59: Ich bin in Formalismus, Instrukturalismus geschult, konnte den Postdruckalismus – ich habe Foucault nicht gebraucht!

00:16:09: Ich konnte mir das selber denken.

00:16:10: Das ist schon toll.

00:16:12: Ja, aber das ist ein Studium.

00:16:15: Das ist eine große, unglaubliche Vermögen, die ich da bekommen habe.

00:16:24: zu begreifen, was überhaupt passiert.

00:16:26: Und dazu – also nun wissen wir das jetzt zum Beispiel eine, wir könnten auch eine marxistische Analyse dieser Interessenslage als Frau anwenden.

00:16:36: Dazu wäre ich aber psychisch gar nicht in der Lage gewesen weil, was ich auch gelernt habe in der Zeit es lässt sich nur ertragen, was ertragen werden kann und da sind wir alle in derselben Schwäche.

00:16:48: Wir können bestimmte Erkenntnisse erst begreifen, wenn wir die Kraft dazu haben.

00:16:53: Ich mag jetzt keine Metapher, weil das Metaphern sowieso falsch sind – aber es gibt einfach Punkte an denen ein Fortschritt ein Geistiger nicht möglich ist, weil die Kraft dazunicht da ist und deswegen langsam.

00:17:09: Aber die Kraft hast du ja dann gewisserweise gefunden oder mobilisiert in dem Du dich auf das Theater gestürzt hast.

00:17:21: Also ich zitiere mal einen Kritiker, der geschrieben hat mit diesen Dramen von Malene Streowitz ist eine neue Fantastik aufs Theater gekommen, aggressiv unbekümmert und unverschämt vital!

00:17:35: Da ist doch ne Kraft.

00:17:36: dann...

00:17:38: Wie

00:17:38: ist es denn das Theater geworden?

00:17:39: Du hast eben von Gedichten gesprochen.

00:17:43: Warum das Theater?

00:17:44: Was hast du dir vom Theater Erhofft oder gewünscht, was war deine ... Wie kamst du zum Theater?

00:17:51: Erstens ist die Kraft der eigene Atem, der gefunden werden musste.

00:17:56: Ja.

00:17:56: Also das ist die Notwendigkeit, dass du dir selber atmest und damit jede Bewegung möglich ist.

00:18:05: Ich habe eine Dissertation geschrieben, die fertig war, wie ich schon gesagt hab über die Revolution a- revolutionären Aspekte des russischen Dramas, des neuen Jahrhunderts.

00:18:17: Und dafür habe ich eine strukturalistische Drama-Theorie entworfen um ein Instrument zu haben mit diesen vielen Stücken umgehen zu können und es gab keine.

00:18:30: Die Strukturalisten haben sich alle mit der Brosa, mit dem Gedicht vor allem aber nicht mit dem Theater beschäftigt.

00:18:39: Da gab es eine Theorie, die in der DDR in einer Dissertation festgehalten war.

00:18:49: Und ich habe natürlich einen viel schrägeren Zugang dazu gehabt als jetzt diese Person und hab einfach eine Traumentheorie entworfen.

00:19:04: Ich bin heute geständnisfreudig!

00:19:07: drei Romane geschrieben gehabt, die lyrische Prosa waren.

00:19:13: Die wunderschönen Klingen aber bei denen ich schon drei Wochen später nicht mehr wusste was sich gemeint habe.

00:19:22: Das heißt das war für mich ganz wunderbar aber als Veröffentlichung vollkommen unmöglich.

00:19:31: wir wissen dass es natürlich genau solche Lyrikerinnen gibt Aber das wäre mir sehr unpolitisch erschienen und deswegen habe ich in einer anderen Krise.

00:19:49: und es ist alles ziemlich einfach, das kann Ihnen auch passieren.

00:19:52: Ich lag im Spital und hatte Wochenlang mit dem Kopf zu tun und hatte Angst dass ich überhaupt alles Verlierer sehen hören und ich weiß nicht was.

00:20:03: Und hörte da Hörspiele die ich bis dahin ziemlich links liegen gelassen habe.

00:20:07: und dann in dieser Barage von Hörspielen hab' ich mir gedacht das kann ich auch Und habe ein Hörspiel geschrieben und damit einen Preis gewonnen.

00:20:20: Ich bin sofort nach Stuttgart eingeladen worden, das war damals das Zentrum der deutschsprachigen Hörsspielkunst.

00:20:28: Das war eine völlig andere Geschichte als es heute ist Die im Nachkriegsdeutschland wurde das Hörspiel als ein experimentelles Medium unglaublich gefördert und war wahnsinnig interessant.

00:20:42: Das ist ganz verloren gegangen Und ich war dadurch aber inspiriert, nun mich da hineinzuwerfen.

00:20:49: Es war ein ziemlich wildes Ding und bin davon und von da an ... Dann hab' ich mit Herr Spielen in Deutschland meinen Weg gemacht.

00:21:04: Ja,

00:21:04: du bist gut.

00:21:06: Und Siebenundachtzig, das ist jetzt so, Vierundachtsig, Fünfundachtzig.

00:21:11: Und siebenunddachtzig erinnern wir uns an die An die Achtziger Jahre, es war eine unglaublich langweilige Zeit.

00:21:21: Es ist wahnsinnig viel passiert aber es waren irgendwie keine Bewegungen an alle außerhalb, weit außerhalb.

00:21:29: also da kam Peimann, da war der Heider und du saßst dann in deinem Haus oder deiner Wohnung und das passierte außerhalb und deswegen dann New York-New York.

00:21:41: Na du warst ... Kommt ihr dazu?

00:21:42: Du hast es gesagt, aber du warst ja dann eine alleinerziehende Mutter.

00:21:45: Zwei Töchte, man musste Geld verdienen und seine Stimme finden.

00:21:49: Und New York, da können wir jetzt zu versprechen waren dein erstes Stück.

00:21:55: Das war das erste ausgeschriebene lange Stück.

00:21:59: Die Brosa wurde in die Lade gelegt und liegt bis dort da.

00:22:03: Manchmal schaue ich sie liebevoll an aber leser mal nicht einmal mehr, weil das Elend ist kein Schreibstift.

00:22:12: Das ist kein Zustand in dem eine Äußerung möglich ist und deswegen liegen die da gut aufgehoben und werden wahrscheinlich auch nicht an die Nationalbibliothek gehen.

00:22:29: Aber ich weiß nicht ob das ein Dokument oder nicht.

00:22:34: Aber New York, New York ist aus dieser Situation der großen Veränderungen als Ergebnis.

00:22:44: Und das Ergebnis ist ja folgendes von Bewegungen in den siebziger Jahren wurde die Frauenbewegung tätig und wäre ein soziales Projekt gewesen.

00:22:57: um aber Die Kleinprivilegien, die die Männer hatten nicht verlieren zu müssen wurde das wirtschaftliche Projekt angegangen.

00:23:07: Und das ist das woran wir heute zugrunde gehen werden der Neoliberalismus, der damals implementiert diese Enge in dem in der Situation im Kosmos der Pflege hergestellt hat und im Kosmo des öffentlichen zu all diesen Verschiebungen und Vermeidungen.

00:23:28: Also zum Beispiel wurde Preimann nach Wien geholt, um eine Auseinandersetzung der Wiener Personen mit ihrer eigenen Vergangenheit abzubrechen.

00:23:40: Es wurde ja kritisiert, dass so viel Schnitzler gespielt wurde Und das hätte schon gut getan sich damit wirklich auseinanderzusetzen die Hermann Schlacht als großartiges Ereignis da aufzuführen, beziehungsweise eine Vermeidungshaltung.

00:23:56: und die Kombination Peimmann-Bernhardt könnten wir auch noch sehr viel besprechen.

00:24:05: Da kommen wir vielleicht noch drauf.

00:24:07: Ich würde gerne zu New York gehen, vielleicht auch das Publikum mitzunehmen.

00:24:16: Es war ja schon was radikal neues, was du da geschrieben hast.

00:24:21: Die Hauptfigur Greta Horvat, eigentlich Greta-Horvat Frau Horvat ist eine häusle Frau an der K&K Bedürfnisanstalt Burggasse und das Stück zeigt so ein verdichtetes Leben von Frau Horvath.

00:24:44: diese Toilette bevölkern Figuren die wir sonst vom Theater nicht kennen oder gedreht, also es kommt Lulu.

00:24:51: Die kennen wir ja zwar vom Theater aber in dem Falle ist sie eine Prostituierte die gleich am Anfang zusammengeschlagen wird.

00:24:57: Es gibt einen fremden Führer der den japanischen Touristengruppen In diese Toilette bringt damit Sie durch die Schlüssellöcher gucken können.

00:25:06: Es kommen Neonazis in die Toiletten Junge Abitorientinnen Prostituierte Und und das Stück selber besteht was auch vielleicht sehr neu war zu drei Vierteln aus Regieanweisungen, also wirklich durchkomponiert und die Hauptfigur.

00:25:31: Und das ist jetzt sozusagen das neue.

00:25:35: oder ein Cut zur Hermannschlacht, was vielleicht damals an der Burg lief dieses Frauen-Schicksal auf die Bühne zu bringen oder erst mal auch zu Papier zu bringen gar nicht Lamoyantes, sondern ungeheuer kraftvoll.

00:25:52: Denn Frau Horvat ist eine Unternehmerin sie kommt wieder in Stücken.

00:25:57: vielleicht erzähle ich ganz kurz.

00:25:59: wir hatten letzten Samstag im Theater Hammakom eine Lesung gemacht von drei Stücken aus dem Horvatzyklus und da überblicken wir wenn man das erste sechste achtzig nimmt fast vier Jahrzehnte österreichischer Politik.

00:26:17: Ich habe mir dann immer vorgestellt Wenn man das genau liest, könnte man mal so eine Serie draus machen für Netflix.

00:26:21: Also ... Aber da hast du eine ganz tolle Figur kreiert, die dich begleitet bis jetzt?

00:26:29: Aber wie kam das?

00:26:30: Wie... Was war der Impuls zu sagen ich mach jetzt, nehm' jetzt Greta Horvath.

00:26:36: Sie heißt nicht Greta.

00:26:38: Frau Horveth.

00:26:40: Die Tochter heißt Grete!

00:26:41: Sie heißt einfach Frau Horvat.

00:26:44: Diese Figur dem Theater entgegenzuwerfen.

00:26:47: Mani

00:26:47: heißt sie Maria Theresia, aber ... Nein weil das das Richtige ist ein weibliches Schicksal unter Schicht meinetwegen wenn wir dieses Kriterium einführen wollen da wo das Leben passiert.

00:27:03: natürlich sterben in der Hermannschlacht alle aber bis dahin sind Sie mal aufs Klo gegangen und das ist ein Ort Ballung.

00:27:18: Und es geht um diese, das würde Intersektionalität mittlerweile genannt werden.

00:27:25: aber wie diese Verschneidungen die all dieser Schicksale stattfinden ist eigentlich ein gerordnet also einen freundlichen Kosmos der in aller Brutalität aber einen Zusammenhalt herstellt den die Frau Horwart garantiert.

00:27:42: Und das Wichtige daran ist, dass Frau Horvath im Hinterzimmer Promethoris pflegt, der weiter von Bias und Kratos, also dem die Leber weiterhin vom Bias- und Krato herausgerissen, geschnitten.

00:27:58: Wir wissen – ich weiß es nicht ganz genau – jedenfalls der Leber befreit wird.

00:28:07: die Verzweiflung darüber, dass wir über das Gute nicht sprechen können.

00:28:14: Wir können und das beginnt damals in einer, um das ist die Entscheidung für diese Wirtschaftsprojektorientierung, dass die Moral völlig zur Seite geschoben wird und wir nicht mehr in der Lage sind Freuen, also uns zu viel das Gute überhaupt entscheidend zu können und darüber so sprechen zu können dass unsere Entscheidung klar wird.

00:28:36: Und da ist nun der Prometheus aus dem Metapher des Guten und des überlegten, des Fürsorglichen, des Vorausgedachten einer Politik die das Wohl aller im Auge hat und nicht in einen Krieg zieht und alle mal umbringt und nachher sagt Schat es war jetzt nicht richtig wie das gerade passiert.

00:29:00: Und Frau Horvat ist diese Figur, die beide Seiten betreut, weil sie ihr Überleben so organisieren muss und sie ist schon eine sehr neoliberale Person, die sehr gut weiß wie sie ihre Situation zu Geld machen kann, aber in einer relativ archaischen Form.

00:29:31: und neben all dem Zynischen was wir da sehen könnten gibt es auch die Tatsache dass sie diesen Mann versorgt und ihn nicht allein lässt.

00:29:44: Und das ist diese wahrscheinlich auch für die Situation damals.

00:29:50: Es war ja nie so einfach, sich den Männern gegenüber zu äußern oder über die Männer sich zu äussern ohne rassistisch zu werden.

00:29:58: Und da haben wir diese Ambivalenz schön aufgehoben und es gibt auch gute.

00:30:04: Aber du hast ganz bewusst mit den Traditionen Figuren, Geschichten des bürgerlichen Geaters.

00:30:11: Ja es gibt keine

00:30:12: Vorgeschichte

00:30:12: natürlich!

00:30:14: Das ist so wie sie in der Straßenbahn sitzen und da ist jemand und diese Person bringt alles mit und Sie könnten das ganze Schicksal in fünf Minuten abfragen und dann geht man wieder auseinander und das ist moderne.

00:30:29: Und die Vorstellung dass das alles sich in einem Zopf schön auflöst Der Vorgang.

00:30:39: Und das Leid zum Beispiel an so einem Vorghang, wie dieses.

00:30:46: Alleingelassen werden hat damit zu tun dass es keinen Platz im Gesellschaftlichen hat und einen Ausschluss herstellt der allen sehr bewusst gemacht wird und der Mann sogar ein freundliches Zuzwinkern und Verständnis bekommen kann.

00:31:07: Und sie als die Mutter mit diesen zwei Kindern, die allein gelassen wurden auch von den anderen alleine gelassen werden.

00:31:13: Das sind Mechanismen, die kommen auch von lange her und die sind nicht lebbar.

00:31:20: Die bringen die Töten.

00:31:21: das kostet so wahnsinnig viel vor allem den Kindern weil alle diese Schwingungen... verarbeiten müssen und in ihre Person integrieren, in ihre Psyche integriern.

00:31:36: Und das ist eine Riesenkatastrophe und nicht

00:31:43: akzeptabel.".

00:31:44: Und dann bist du ja aber um das weiterzuführen hast du dir nun einen Ort ausgesucht – das Theater die dich ja sozusagen Anfang der Neunziger also von Köln-Münchner Kammerspiele Deutsches Theater Berlin, alles innerhalb von zwei Jahren Wiener Festwochen.

00:32:05: Dich ja ... Also wenn ich's lese und die Werkwieter sehe hoffiert haben als Frau mit diesen Stücken.

00:32:16: Du warst da wirklich eine hochbegehrte Autorin?

00:32:22: Ja kurz ein Star!

00:32:23: Ein Star

00:32:24: was?!

00:32:25: Das ist uns sagen!

00:32:27: Nein das war schon so, ich hab es nicht begriffen.

00:32:31: Ich habe es nicht begriffen.

00:32:32: Das ist sehr gut so, weil das ist ja in gewisser Weise verführerisch in die wirklich falschen Richtungen.

00:32:38: Aber ich hab's nicht begriffen.

00:32:39: Es war mir... Wie soll ich sagen?

00:32:43: Das Schreiben ist für mich ein erfreulicher Prozess.

00:32:49: Das traue ich mich gar nicht sagen, weil der leidende Autor ist schließlich ein sehr wichtiges... Motiv in der Literatur und gibt ja dem Text dann so eine gewisse Schwere.

00:33:02: Also ich schreibe leicht, mit großem Vergnügen und Lacher auch dabei eine Menge – obwohl das oft nicht so richtig ist.

00:33:11: aber deswegen war ich ... Ich war mit dem Nächsten... Und es war toll!

00:33:15: Ich konnte diese Stücke schreiben und die wurden aufgeführt.

00:33:18: Wenn was Besseres gibt's nicht?

00:33:20: Und dann hat sich es eben verdunkelt und uns hat nicht funktioniert.

00:33:26: Dann habe ich diese Poetik-Professur in ...

00:33:32: Ja, das geht mir jetzt zu schnell!

00:33:35: Was heißt?

00:33:35: Das hat nicht funktioniert.

00:33:36: also man ist da, man ist präsent.

00:33:38: du sagst Du warst uns da.

00:33:41: Ich hab eine Kritik gefunden über die Aufführung Elysian Park am Deutschen Theater Berlin, muss man sagen.

00:33:53: In den Wien

00:33:55: ist das alles nicht einmal aufgetaucht?

00:33:57: Das war ein Star in einer anderen

00:34:00: Welt.

00:34:00: Ich habe aber eine tolle Kritik gefunden in der Tatz.

00:34:05: die schrieb eine tolla formale Sprache.

00:34:09: dafür ist Frau Stryrowitz bekannt.

00:34:12: diese Interpunktionen kurze Sätze einen Aberpunkt weiter.

00:34:16: also immer In den Texten gibt es viele Möglichkeiten, aber A muss man sie sprechen können.

00:34:24: Und die Kritik lobt.

00:34:25: dein Stück ist aber mit der Regie sehr nicht einverstanden weil die Kritick schrieb, die Regie kommt nicht auf die Augenhöhe des Textes.

00:34:36: also sie ist viel zu konventionell.

00:34:39: Hast du auch einen Anspruch ans Theater formuliert indirekt oder direkt?

00:34:48: eine bestimmte Arbeitsweise zu verlangen, deine Stücke.

00:34:53: Wir reden auch über das Theater in seiner Struktur.

00:34:55: Da gehört der ... Jetzt werden wir die ganze Pyramide mal aufmalen.

00:35:00: Also der Intentant, der Chefdramaturg, der dir den Auftrag gibt und dann kommt der Regisseur, die Schauspieler also ein Riesenaparad.

00:35:07: Und dann einen Text an dem man sich vielleicht auch noch reiben muss, der noch nicht so bekannt oder erkannt ist?

00:35:16: Also da muss ich eine kleine Korrektur anbringen, es ist nicht Regieanweisungen sondern Autorinentext.

00:35:24: Das ist was anderes Und ist nichts anderes, als dass sich jetzt sage jemand sagt Hallo und geht und wirft eine Flasche auf den Boden.

00:35:36: Keine Ahnung, gell?

00:35:37: Also die Zusammenhänge des Gesprächs werden genau festgelegt werden.

00:35:43: Das würde ich dem Theater schon zumuten.

00:35:45: das kann man immer noch tausend Formen interpretieren es ist keine Enge wurde aber so empfunden.

00:35:52: Es ist natürlich auch aufgeschlagen sehr widerwilligen Boden der Männerhegemonie im Theater.

00:36:02: Wenn ich es jetzt, da gibt's auch noch eine andere Erklärung aber clement hat zum Beispiel in dem Stück gibt es drei Frauen und eine die sind Pflegerinnen, Migrantinnen-PflegerInnen, die Männer im Rollstuhl auf einem Spielplatz in den Sonne stellen.

00:36:24: Und die eine Frau hat das Problem, dass in ihrer Kultur es unbedingt notwendig ist.

00:36:31: Dass die Person begraben wird wie auch immer und dass man sich also die Tod.

00:36:35: der Totenkult spielt eine unglaubliche Rolle.

00:36:38: Mit ganz vielen Tricks und Schmäs bekommt sie den Leichnam ihres Bruders, also die Asche ihres Leichtnahms ihres Broders.

00:36:46: Das ist ein Sieg, dass sie das erreicht hat gehen diese drei Frauen und nehmen die Decken, die diese alten Männer über die Knie haben.

00:36:56: Und steigen auf so einen Gerüst vom Kinderspielplatz, machen mit den Decken Wind und bringen damit die Asche ... also verkönnen die Aschen in einen Art hergestellten Sturmverstreuen.

00:37:14: Clement hat das so inszeniert, dass die Bühne ganz stark abfallend war Und diese Szene hat dann da vorne stattgefunden und die konnten das ein bisschen mit der Arste herumschupfen.

00:37:29: Und es war wirklich gegen alle Intentionen des Stücks gedacht, und das sind da bist du dann aus... Wir haben das dann in den Dand und ich habe das dann im drei Tagen umgebaut Und es ist eine gute Inszenierung noch geworden, also jedenfalls verständlich.

00:37:55: Aber es ist frustrierend.

00:37:57: im deutschen Theater waren alle Personen durch die Wiedervereinigung und die Folgen, die da gerade erst begannen – die Entlassungen, die politische Verfolgung, die Unsicherheit von allen... aus ist, was wird jetzt passieren mit uns?

00:38:16: Er war in einem sehr schlechten Zustand und es gibt ihn dem Stück.

00:38:22: Und ich sage gleich warum er das wichtig ist einen Papageinsucher.

00:38:27: der geht alle acht Minuten durch und schreit nach dem Papagei.

00:38:32: Das ist wie so ein Tag der aber jeden Abend nur der ist fixiert und der Abend sollt sich drumherum... dass die Personen auf der Bühne zu einem Eingriff akzeptierten, haben sich dagegen versammelt und der Barbargeiensucher musste in das Stück eingebaut werden.

00:38:52: Und ich konnte nicht nach dem Takt schlocken.

00:38:55: Ich muss sagen, dass ich aus der neuen Musik komme in dieser Richtung und mir immer vorstelle, dass alles Instrumente sind, also die Personen setzen sich zusammen und beschließen dieses Stück zu spielen und das wäre jetzt für meines genauso.

00:39:12: Und das habe ich nicht erreicht, und ich habe auch festgestellt dass es das in der neuen Musik nicht gibt.

00:39:18: also das ist eine Illusion die nur in ganz kleinen Formen sehr intim gelingt und da habe ich etwas erwartet, eine Professionalität eigentlich dies nicht gibt.

00:39:31: Die könnte gesucht werden.

00:39:33: was es aber gibt Und da bin ich immer noch gut drauf.

00:39:37: Ich bin die meistgespielte Autorin im deutschen Sprachraum von Leinteatern, weil sie diese Stücke nehmen können wie eine Chorevorlage und jede Person bringt nur ihres ein und macht das was da vorgeschrieben ist und daraus entsteht das Stück.

00:39:59: Das ist auch.

00:39:59: vielleicht glaube ich, dass dieses Rischietheater nun wirklich männlich... hegemonial gedacht werden muss, sagen wir so.

00:40:11: Ist das natürlich eine Provokation?

00:40:13: Sie sind nicht gebraucht.

00:40:15: Also sie können sich da hinsetzen und wir könnten das jetzt zusammen machen und hätten das Stück... Und da kann man noch viel dazu und Frau kann noch viel mehr dazufügen, uns isolieren und Hintergründe finden.

00:40:29: Aber die Oberfläche ist schon alles!

00:40:34: Die tiefen Schärfe wäre dann eine Regieaufgabe, aber wenn der Widerstand gegen die Oberfläche schon da ist geht es eben nicht.

00:40:44: Ich habe eigentlich mit dem Theater aufgehört weil ich selber inszeniert hab dazu geführt haben, dass ich das aufgegeben habe.

00:40:52: Weil... Ich bin eine Mitbestimmungs-Fanatikerin!

00:40:58: Ich bin ganz sicher, dass die Welt nur gemeinsam überhaupt weiterzuführen ist und das von auf allen Ebenen.

00:41:08: Und mein Versuch, das nun mit einem Team durchzuführen am Theater ist natürlich an den Konventionen des Theaters und der Personen gescheitert.

00:41:23: in unglaublichen Katastrophen geendet.

00:41:28: Das sind immer zwei, die Aufführungen und ich habe drei Aufförungen mit denen nicht zufrieden bin und die anderen sind eben an den Umständen gescheitert.

00:41:39: Das war ein Hauptgrund warum mich ... Und die Arbeitsbedingungen sind so hierarchisch meiner Erfahrung dann wenn du dann in dem Betrieb bist merkst du das ja?

00:41:49: Mit der unglaublichen Macht der Intendanz dass ich das sowieso ablehne.

00:41:55: Und dann gab es noch einen anderen Umstand, der vollkommen aus dem Gedächtnis verschwunden ist.

00:42:04: Diese Stücke sind eine Ästhetik, die in den achtziger Jahren... Ich bin nicht die Einzige!

00:42:08: Es ist eine Welle und die Welle hat viel damit zu tun mit der schwulen Emanzipation.

00:42:15: Also dass die Schwulenkulturen sich nun in Äußerungen, das heißt, dass sexuelle Minderheiten sich im Kosmos des öffentlichen selbst darstellen und ihre eigene Sprache bringen.

00:42:31: Das ist die Frauenbewegung auch, wir sind da immer noch eine strukturelle Minderheit, die sich äußert.

00:42:37: Aber sie sind in diesem Chor der Zeit.

00:42:41: und in den neunziger Jahren aber und gerade bei Elysian Park gibt es die wunderschönste Kritik also ein winziges in der Frankfurter Rundschau von einem Mann dass, wo sich auch ihre Arbeit erfüllt und die Anerkennung genau das ist was richtig ist.

00:43:09: Und dieser Mann war drei Wochen später an AIDS gestorben.

00:43:12: Die AIDS-Epidemie hat etwas gemacht mit der Kultur, was wir nicht reflektiert haben genug.

00:43:19: Und die Wiederkehr des hegemonialen Rishithia – das hat mit dem Verschwinden diese anderen Vorstellung zu tun.

00:43:27: Und da wäre auch wieder, ich würde sagen fünf Dissertationen die sich damit beschäftigen, wäre ganz gut.

00:43:34: Das Theater Museum könnte dir ja vergeben und unterstützt...

00:43:42: Aber zum Verständnis ist das auch so ein bisschen das was Susan Sonntag da geschrieben hat über diese Kultur mit der... Ausführungsform des Camps oder so.

00:43:52: Also das ist auch eine bestimmte Ästhetik, die Susan Sonntag sehr, sehr ...

00:43:57: Ja ja

00:43:59: es ist

00:44:00: schon eine erste Globalisierung der Kultur.

00:44:03: Wir sind nicht mehr auf das Bistand beschränkt was uns erreichbar ist sondern es erreicht uns alles.

00:44:10: Das ist ein großer Unterschied.

00:44:12: Das macht auch ein anderes Publikum dass es etwas, was auch geleistet wurde und nicht wirklich reflektiert wird.

00:44:19: Dass wir das nicht mehr... ...dass dieses Anklatschen all der Dinge etwas anderes ist als wenn wir es suchen müssen und entscheiden dafür.

00:44:32: Und ja!

00:44:33: Ich bin in New York im ridiculisierter verordnet.

00:44:39: Also ich kenn auch alle diese Leute, die nachwählen.

00:44:43: Ich hab das nur mehr sehr kurz gestreift, weil ich aus den Achtzigerjahren nach New York kam.

00:44:48: Aber ... aber das ist schon etwas, was international gedacht war und auch ... Ich habe immer bei schwulen Intendanten die Aufführungen.

00:44:59: Das ist auch interessant?

00:45:01: Ja okay!

00:45:01: Ah ja ja ja...

00:45:02: Schauspielhaus Wien, dann der Krämer in Köln.

00:45:09: Lankhoff sicher nicht wie wir wissen aber aus seiner Kinderzahl so ja in der

00:45:15: Richtung.

00:45:16: Aber du hast vorhin ja schon so im Halbsatz gesagt allein das Slavistik Studium hat dich schon von Wien getrennt?

00:45:25: Du bist ja immer ein bisschen von Wieren getrenned.

00:45:28: also oder Wien trennt sich ein bisschen von dir.

00:45:31: Vielleicht ist das interessant, ich will da anknüpfen, weil du ja auch gerade sagst in New York.

00:45:37: dein Lebensmittelpunkt war ja oft außerhalb Wiens.

00:45:41: Du bist sehr viel in der Welt gewesen – in New-York und London – in längere Zeiten um neu draufzugucken, um Abstand zu gucken.

00:45:55: Ich bin in Wien geblieben, weil das die Gesellschaft ist, die ich lesen kann.

00:46:01: Und ich habe ja versucht nach Berlin auszubüchsen und hatte da eine Wohnung – ich war in Frankfurt verheiratet.

00:46:09: In New York war ich jetzt dreißig Jahre jedes Jahr ein oder zwei Monate.

00:46:14: Also ich habe schon das weitergesucht.

00:46:17: aber Die Erkenntnis ist, dass das volle Verständnis für ein So-sein eben in diesem eigenen nur möglich ist.

00:46:32: Und Migration – genau das Problem ist dieses So-Sein nicht mehr zu haben und nicht zu kennen oder auch nicht begreifen zu können.

00:46:40: Das ist ein Luxus, den ich nicht aufgeben will.

00:46:44: Wenig ist es ein Luxuss für mich?

00:46:50: Und nochmal zu diesem, noch mal, ja, das war ja auch viel Deutschland.

00:46:55: Er sagt es ja Köln Berlin.

00:46:56: Das

00:46:57: war nur Deutschland?

00:46:57: Nur Deutschland!

00:46:58: Es gab eine sehr gute Aufführung von Waikiki Beach am Volkstheater.

00:47:03: Die hat, oh Gott wie heißt da nur ein Film-Regisseur gemacht der dann viel mehr begriffen hat von dem wie das gehen muss.

00:47:12: Der ist aber ganz wunderbar.

00:47:15: Und diese Aufführung wurde nach der dritten Aufführung, die war ausverkauft und alles aber nach der Dritten Aufförung abgesetzt.

00:47:23: Niemand weiß warum – das ist ein bisschen rätselhaft!

00:47:27: Aber wir sind ja katholisch durchaus vorbereitet auf ein gewisses Märtyrerinnen-Tum.

00:47:37: Das sieht sich ganz gut.

00:47:39: Sie sind jetzt alle da?

00:47:41: Vielen Dank!

00:47:43: Aber die Provinzialität von Wien ist grenzenlos und liegt daran, dass die Medien so schmal sind und keine Auseinandersetzung stattfindet.

00:48:03: Und das ist eine Not, die ich so empfinde.

00:48:06: Also ich empfande es als sehr eng.

00:48:09: Ich habe jetzt einmal ein halbes Jahr in Bern gelebt und habe dort mehr Anregungen gefunden weil sie haben fünf kleine Zeitungen und dann tut sich was.

00:48:20: Die Vorstellung – und das ist wahrscheinlich einer der Widersprüche diese Metropole zu sein praktisch keine ordentliche Zeit, also keine Vielfältigkeit in der Zeitungslandschaft oder in der Medienlandschaft.

00:48:36: Dass was dann Fernsehkanälen läuft würde ich jetzt einmal wirklich übergehen und Theaterkritik ist dann eben auf zwei Personen beschränkt.

00:48:48: Und Herr Pol hat es gehasst?

00:48:52: Und Herr Pole ist ein Hegemon allergrößten Ordnung und hat natürlich getagigen gearbeitet.

00:48:59: Und das ist der normale Vorgang, dass du niedergemacht wirst wenn du für jemanden nicht das Richtige schreibst aber dann sollte wer anderer da sein der dir den Widerstand leisten kann und denkt die gibt.

00:49:12: diese Personen gibt es nicht weil es keine Medien gibt und ich glaube dass das für uns alle sehr schlecht ist Weil es heißt, dass wenn Sie jetzt einen Widerstand gegen etwas haben, dass sie damit wieder alleine dastehen und den verarbeiten müssen für sich.

00:49:29: Und keine Gruppe finden an die Sie sich anbinden können, die dann die Auseinandersetzung führt und das Ganze in einer milderen Form öffentlich stattfindet als dass es in jeder Person tropft.

00:49:45: Und diese Ungemütlichkeit ohne... ohne die Sonntagszeitung,

00:49:50: z.B.,

00:49:51: von diesen drei Sonntagseitungen, die sie miteinander vergleichen und damit so was wie ein Panorama bekommen?

00:49:57: Das ist eine große Verluste oder eine negative Stelle in unserer Kultur!

00:50:06: die alles dann eigentlich relativ überflüssig macht, weil kein Diskurs entsteht.

00:50:12: Ich habe jetzt ... Hannes hat ja einen Sturm inszeniert.

00:50:16: Das ist ein großer Erfolg am Hammerkontator und da gibt es dann nachher an der Bar schon sehr interessante Gespräche aber es wird nichts größeres daraus.

00:50:30: Und das sind wir schon gewohnt aus den noch in neunziger Jahren, dass es das gibt!

00:50:35: Und da müssen wir uns überlegen, was alles passiert ist dazwischen.

00:50:39: Nicht zuletzt eine Finanzkrise, die wiederum die Mittel heruntergesetzt haben, die für Kultur ausgegeben werden können.

00:50:51: Aber der Salon war, wo das gesetzt wurde und dann im Tratschen sich verbreitert hat – das gibt es ja auch nicht mehr!

00:51:04: und vielleicht machen Sie das ja auch in Ihrem Kreis, aber es wäre schon schön wenn das widersprochener wäre.

00:51:12: Also zum Beispiel die Einführung von Peimann als großen Sieg der Kultur, da würde ich noch sehr viel dazu zu sagen

00:51:20: haben.

00:51:21: Ja, hattet ihr mal eine Begegnung oder einen Dramaturk?

00:51:27: Der Burg des Burgtheaters hat das eine Anfrage an dich gesendet.

00:51:31: Das Burgtheater hat zwei Kommunikationen mit mir.

00:51:36: Eine war, dass Freimann mich angerufen hat und wollte, dass der Roman Verführung an der – übrigens auch ein Bestseller war, das ist schon….

00:51:45: Also es ist nicht so schlimm!

00:51:51: Dass der gelesen werden soll im Akademie-Theater, dass ein Schauspielerin sich wünscht und dass sie da einen Abend machen.

00:51:58: Und da war ich ja noch ziemlich dogmatisch und habe gesagt na das macht man nicht weil es ist ein Roman.

00:52:04: also und ich würde auch heute meinen dass ein Roman bleibt und gelesen wird und in der Vielfalt und Kleinteiligkeit und Großartigkeit erhalten bleibt.

00:52:18: Ja, Paimon.

00:52:21: Paimon ging übrigens jeden Tag an meinem Haus vorbei und dann sagt er ja-ja und schreibt sie gerade wieder was?

00:52:30: Und ich sage ja!

00:52:33: Dann sagt er und wenn Sie ein Problem haben rufen Sie mich bitte an.

00:52:40: Und die zweite war in der Pandemie.

00:52:44: da wurde ein Text von mir also gebeten.

00:52:49: Ich habe den Text abgeliefert Und es gibt eine Honorarnote, die das Burgtheater nie bezahlt hat.

00:52:56: Das finde ich ziemlich erzählen.

00:53:00: Da wird etwas ausgesagt.

00:53:04: Eine unbezahlte Honorarechnung vom Burgtheaters.

00:53:07: könnte ich mir auch einrahmen?

00:53:09: Das

00:53:09: ist einrahmenswert!

00:53:12: Übrigens der Text wurde ja damals während der Pandemie verfilmt... gief künstlerisch gefilmt.

00:53:19: Ich glaube, Elisabeth Ortt

00:53:21: hat das

00:53:22: gesprochen?

00:53:23: Ja, ich habe den damals gesehen und das war eigentlich der Grund weshalb ich dann wieder gesagt hätte, ich muss wieder mehr Rostriowitz lesen weil der Text da ging es um

00:53:32: Knödel.

00:53:36: Da ging es Umknödel!

00:53:37: Es ging um Knödel.

00:53:39: Darf aber auch nicht vergessen.

00:53:41: Das war die tolle Stimme von Elisabet Ort.

00:53:43: Aber ... Es gab eine ganze Reihe, eine ganze Serie.

00:53:48: Viele waren sehr impressionistisch wie ich mich fühle und so weiter und deiner war gesellschaftlich wütend gesellschaftskritisch.

00:53:57: Wir erinnern daran dass du diese Hygienemaßnahmen mit schon bekannten Hygiene Maßnahmen der das Nationalsozialismus verglichen hast.

00:54:10: Ich habe doch dafür einen Shitstorm gekriegt und es ist auch schön, dass nicht ausgelassen wurde.

00:54:17: Einen Shitstorm gehört zur Biografie.

00:54:22: Und ich bin voll rehabilitiert.

00:54:26: Nach Diskussion ergibt genau diese ... Schöne Sonne ist ja auch der Meinung!

00:54:32: Das

00:54:33: ist immer beleuchtet.

00:54:34: Ja, im Sonne geht es sogar auf und die Kritik daran bleibt aufrecht.

00:54:41: Es muss demokratisch vorgegangen werden und kann nicht dazu führen dass sofort alles freigelassen wird.

00:54:49: wir haben jetzt diese Pestgeschichte in Russland die gerade gehypt wird jedenfalls in den New York Times Und da fällt uns das alles gleich wieder ein und wir sind gewappnet.

00:55:02: Aber die Ort, das ist ein großer Verlust.

00:55:05: Die war einfach die Beste für meine Texte.

00:55:09: Das kann man bei YouTube nachhören und empfehlen.

00:55:13: Aber wirklich bemerkenswert.

00:55:15: Weil du sagst, einen Shitstorm muss man erlebt haben ... aber muss man auch das erlebt haben?

00:55:20: Ich weiß gar nicht, ob du darüber reden willst, aber ich finde es irgendwie bezeichnend über das, von dem du redest diese Männerhegemonie, das Männerregie.

00:55:28: Wollen wir über dich ...

00:55:31: Stehmann!

00:55:32: Maria Stewart reden.

00:55:34: Absolut!

00:55:37: Insegniert Nikolas Stehmann, den man kennt auch an der Burgrade Eltride Jelleneck inszeniert hat.

00:55:45: Inszeniert dieses RAF-Stück Holger Maria Meinhoff und baut in die Inszenierung einen sehr lesenswerten öffentlich zugänglichen nicht geschützten Gespräch von dir und Alfredi Jellinek in der Emma ein, besetzt und inszeniert diesen Dialog.

00:56:08: Der natürlich nicht urheberrechtsfrei ist.

00:56:10: Und beide Schauspielerinnen sind in so ganz Körperkostümen als Vaginas... Vulva!

00:56:18: Vulva

00:56:18: bitte!

00:56:19: ...verkleidet gewesen.

00:56:22: Dann habe ich noch gelesen, dass der Intendant weiß nicht mehr wer das damals war gesagt hat?

00:56:25: Nein, das bleibt.

00:56:27: Das ist künstlerische Freiheit.

00:56:29: Da habe ich gedacht wo ist Künstlerische Freiheit und wo werden wirklich Persönlichkeitsrechte verletzt oder Menschen verletzten?

00:56:38: Ich fand das als Schändung.

00:56:43: Als Wohl war da herum zu geistern mit der Clitoris als Kopf, ich lag im Bett und habe geweint wenn es auf dem Programm stand Und ich kann mich erinnern, dass der Mann von der APA, der da offenkundig bei dieser Aufführung war in Hamburg hat mir das am Telefon erzählt und meine erste Reaktion war ihr seid alle Faschisten.

00:57:15: Das ist auch so!

00:57:17: Ich habe geklagt Und bin natürlich von mir der Klage abgewiesen worden in der ersten Instanz, weil die erste Instanz sowieso pro Dome, also pro Hamburg oder pro Taliertheater entscheiden würde.

00:57:31: Danach habe ich noch, das hat dreitausend Euro gekostet.

00:57:34: Jetzt verdiene ich jetzt nicht rasend viel auch wenn ich ein Star bin oder war aber das nächste hätte zehntausend gekosted und die einzusetzen wäre jetzt dann zwänglich gewesen und habe mich mit der Tatsache, dass ich geklagt hab eigentlich zufrieden gegeben.

00:57:57: Und eine Markierung des Vorgangs und der Frage was ist freie Rede?

00:58:08: Was ist im Theater Freie Rede ?

00:58:10: Was ist ja etwas ganz anderes als freie Rede als Motiv.

00:58:16: Das Interessante ist, dass Elfriede mir dann gemailt hat, dass ich sie verstehen müsste.

00:58:25: Sie könne sich gegen diese Männer nicht wehren und das geht ja so weit, dass sie diesen Mann jetzt den Text von Unterthieren wieder in die Hand gegeben hat und ihn inszenieren lässt und ich würde es nicht.

00:58:39: Und das kann man als Unterschied oder als verschiedene Entscheidungen nehmen.

00:58:43: aber Wenn nun die gesamte Arbeit und es ist Arbeit, darum geht sich aus der Reduzierung auf die Sexualorgane herauszuarbeiten.

00:58:58: Und eben diesen Eigenstand zu erwerben dann ist es unerträglich sich so dargestellt zu finden.

00:59:07: Ich würde sowieso überhaupt für niemanden zulassen für keine Person.

00:59:14: Und damit ist das für mich abgeschlossen und hat dazu geführt, dass Elfriede und ich nicht mehr miteinander sprechen.

00:59:23: Wobei ihr ja mal auch gut im Austausch wart und befreundet vielleicht sogar?

00:59:28: Wir sind

00:59:28: gemeinsam Kleider einkaufen gegangen.

00:59:30: Das geht mir schon ab aber...

00:59:33: Aber

00:59:33: sonst müssen ... Ist die Erfahrung, dass wir uns durchschlagen müssen in diesen Dschungel der der verschiedenen Motivstrukturen und Motiverwebungen ist ja das, was wir als Lebenserfahrung dann bezeichnen.

00:59:55: Und dass dem heraus wiederum neue Dinge

00:59:57: entscheiden.

00:59:57: Du hast ja das Glück oder nicht?

01:00:01: Glück die Arbeit den Fleiß, dass du dir ein ganz von Theater weg dann abgewendet enttäuscht Äh, eine neue Form.

01:00:10: Nein, enttäuscht

01:00:11: ... Es geht einfach nicht.

01:00:13: die Umstände ... Also ich kann die Umstände so nicht verändern, dass das herauskommt was ich möchte.

01:00:22: und die Quellerei, die das ist nämlich diese Zurichtungsarten des schon der Theatererziehung Das lass' ich lieber hinter mir Verhandle im Roman direkt mit dem Leser und der Leserin, das ist auch sehr schön.

01:00:41: Und der Roman hat ja natürlich den Vorteil dieser viel komplexeren Anlage als ein Theaterstück.

01:00:52: Da können wir gleich noch drauf kommen aber wenn du deinen Traum vom Theater beschreiben könntest würdest was wie ich sehe das Theater aus Träumwünscht, wie wäre das Beschaffen?

01:01:08: Nö schon.

01:01:09: Ich bin eigentlich stark geprägt durch das Serapionstheater in Wien und diese ganzen Einflüsse und natürlich alles was du halt liest und gesehen hast.

01:01:22: aber ich würde schon sagen dass es wir eine Traumsequenz vorbeigehen sollte und als solcher auch eine Wirkung haben kann.

01:01:33: Also wir könnten gemeinsam träumen.

01:01:37: Ja, also du hast es vorhin gesagt dass du das versuchst hast ja in deiner eigenen Regie demokratischer aufgestellt zu sein.

01:01:48: Nicht der König zu sein, der alles entscheidet sondern demokratische Prozesse.

01:01:52: und beobachtest du das Theater jetzt?

01:01:56: Es wird viel über.

01:02:00: Nach dieser ganzen Methodebatte, Übergleichstellung über sehr viele Frauen leiten jetzt Theater.

01:02:05: Meinst du das da was sich verändert hat oder ist es kaum veränderbar diese Strukturen?

01:02:12: Ach, natürlich verändert sich alles aber sicher eher entlang der Unterhaltungs ... Vorgaben der jeweiligen Zeit weniger über ideologische Anfragen.

01:02:27: Es gibt eine gewisse Selbstverständlichkeit des Frauenauftritts, die unbestritten ist und die dann aber auch nicht zu großen Befreiungsszenarien führt.

01:02:37: unter Umständen also das ist alles im Fluss und einmal in diese Richtung und dann wieder Backlash pur.

01:02:52: Das liegt aber auch daran, dass es eben diese Auseinandersetzung nicht gibt.

01:02:58: Wir sollten einfach fünf Texte haben über eine Aufführung und uns dann zusammensetzen können.

01:03:07: Und durchaus im Theater nochmal das Gespräch suchen vielmehr noch mit dem Publikum was immer das ist ins Gespräch zu kommen, um auch festzustellen was passiert mit denen und nicht immer die Bühne befragen.

01:03:27: Also eigentlich müsste die Böhne das Publikum befragen und auch viel mehr Rücksicht darauf genommen dass das Publikum ein anderes geworden ist.

01:03:36: es ist vielmehr das Fußballpublikum das mitgeht und nicht eines das die Stockmasse den noch Kanett die beschreibt ist und dass eine gewisse Teilhabe absolut erreicht ist, aber das dienen in einen Diskurs umgebracht.

01:03:53: Das ist auch ein schönes Wort.

01:03:55: Um übergeführt werden soll zum Beispiel der Leseabend am vorigen Samstag ist eine wunderbare Möglichkeit sich Texten zu nähern in der Frischheit einer solchen Leseprobe.

01:04:12: Das Schönste im Theater, ich sehe es jetzt überhaupt nicht mehr aber ich glaube sie sind noch da, das Schönste am Theater ist sowieso die Lese-Probe und Proben bei denen etwas gelingt oder die Aufführungen.

01:04:24: Aber da gibt's Augenblicke, so hinreißen die Liebe zum Theater oder was immer das ist sofort wieder auflampt.

01:04:34: Und das war jetzt zum Beispiel eine Form, einen Text mit dem Publikum durchzuarbeiten und dahinter zu kommen.

01:04:48: Sollten wir da jetzt eine Aufführung machen oder will Frau Ehr nicht?

01:04:54: Das ist Fließende an der Sache genießen!

01:04:57: Das fand ich besonders erfreulich.

01:04:59: Und das hat was mit diesem Leinteater auch zu tun, in dem es einfach gelesen wird und dann ist es auch schon da und dann kannst du noch weiter dran arbeiten oder nicht.

01:05:10: Jedenfalls

01:05:11: ... Ja, es gab es gab's.

01:05:13: Es

01:05:13: kann sich leichter nehmen.

01:05:15: Diese Form von Inszenierung wie sie eben die Hermann Schlacht war, die finde ich mittlerweile vollkommen altmodisch.

01:05:22: Dieses Fertige dieses Das kann der Film so viel besser.

01:05:32: Die bildgebenden Medien setzen uns diese Perfektion die ganze Zeit vor und dann, wenn Personen da sind, deren im Lebensfluss sich bewegen nicht mitzunehmen, finde ich eine Verschleuderung der Möglichkeiten.

01:05:51: Einen schönen Artikel geschrieben, der im Standard war kurz nach Corona.

01:05:57: Wo du dir gewünscht hast einen ganz frischen demokratischen Aufbruch an... Ich fand das sehr utopisch so.

01:06:03: An jeder Ecke müsse Kunst zwischen den Menschen entstehen untereinander und dass Kunst nichts zu tun hat mit diesem neoliberalen Kulturbetrieb.

01:06:15: Also es war so ein Utopie, fand ich.

01:06:16: Das war sehr stark!

01:06:17: Aber der Hunger dafür ist ja da?

01:06:20: vor allem der Hunger selbst etwas zu machen, da bin ich ganz sicher.

01:06:24: Und das wären Beteiligungsformen die also wenn sie jetzt so an eine Lesung gehen und am Eingang sagt jemand wir brauchen noch eine Frauenstimme und sie nehmen das und lesen mit dann ist es auch für das gesamte Publikum rundherum etwas vollkommen anderes als diese diese Trennungen.

01:06:44: Natürlich sollte diese Trennung auch eingehalten werden können, wenn jemand das will.

01:06:48: Aber es gibt hier die Verschiebung, sollte größer sein und wie gesagt Teilhabe.

01:06:56: Und dass ist Zuschauen allein nicht weil wir ja sowieso in einer so voyeuristischen Kultur leben, dass wir eigentlich gar nicht mehr wissen was wir noch anschauen sollen.

01:07:06: und es wäre gut, wenn jetzt das Schauen in eine Beteiligung umgewandert werden kann immer mit dem Bildschirm, also dem Spiegel dazwischen und dieser Spielefläche dazwingen.

01:07:20: Und nur zurück geschossen und nie etwas weitergeben zu können.

01:07:25: Also die Grenze eigentlich zwischen Bühnenpublikum durchlässiger zu machen?

01:07:30: Das ist mehr ... Ja!

01:07:33: Und das auch ernst nehmen.

01:07:36: Die Trennung zwischen professionell und dilettantisch absolut aufzulösen davon auszugehen, dass es ein besseres und schlechteres gibt.

01:07:46: Sondern nur eben miteinander umgehen.

01:07:50: Und dann wird Sachen geben die werden wir nicht mögen.

01:07:56: Es ist eine andere Form als dieses... Natürlich verstehe ich das Leute in Spurgtärter gehen wollen oder in die Oper weil unsere Kirchenerziehung ist, dass wir in große Räume mit hohen Decken gehen und dort irgendetwas vorgesetzt bekommen.

01:08:11: aber das ist nicht ausreichend.

01:08:14: Es gibt ja ein ganz tolles Stück.

01:08:17: Ja, wie hier?

01:08:18: Von Frau Steljowitz kann man übrigens auf deiner umfangreichen Website die du hast, die auch viele Texte verlinkt nach Werk, Prosa und da gibt es das tolle Stück Mahalago oder Neuschwanstein.

01:08:39: Da ist ja eigentlich wenn man's genau liest In der Theaterauffassung sozusagen kritisch, aber auch im Vorwort eingeschrieben.

01:08:49: Dort warten sechs Schauspielerinnen zwischen siebenundzwanzig und auf ihren großen Meister!

01:09:03: Auf den Regisseur.

01:09:05: Na

01:09:05: dann Intendant.

01:09:06: Intendante Regisseure also Sie warten auf jeden Intendanten.

01:09:11: Das kann ich ja ausführen.

01:09:13: Also, Peimann ist ja schon tot!

01:09:16: Ja, stimmt.

01:09:18: In den neunziger Jahren hat der Bachmann das Leben mit seinen Geliebten besetzt.

01:09:24: also in der Reihenfolge der Altersstufen mussten dann die ältesten, also die alter Ältesten geliebte die Älteren das Alter abdecken und je nach nach Alter, die jeweils Jüngeren und die laufende gerade dann die Jüngste.

01:09:46: Also diese Form wie wir das kennen, dieser serielle Polygamie, die dann sich in so einer Konstellation ausdrückt.

01:10:01: Und das fand ich schon sehr interessant.

01:10:03: Der Intendant des Berliner Assembles hat mit einem Gurkensaft mit mir angestoßen, darauf ein Stück über die Form dieser Tonchornismen zu schreiben.

01:10:27: Ich habe ein Stück geschrieben in dem eben genau diese Konstellation genommen wird, diese sechs Frauen sollen das Leben der Madame Mau darstellen, übrigens eine sehr interessante Figur Wild und Gewalt tätig.

01:10:42: Und die sitzen nun in der Garderobe und bereiten sich auf die Probe vor und wissen natürlich voneinander dass sie die Nachfolgerinnen voneinanders sind.

01:10:54: Eine Einzige hat ein Kind von ihm und die schert dann auch aus Und dann gehen sie vor das Haus.

01:11:02: Es gibt, vor allem was ich so gerne habe eine Matalink Szene in der die alle den Boden aufwischen und die älteren Frauen, den jungen Frauen sagen Sie sollen den Kopf nicht heben weil da Prinz vorbei kommt und wenn er sich sieht wird es sie verzahnen und es wird ein böses Ende nehmen.

01:11:18: Das ist schöner gesagt aber letzten Endes ist das der Inhalt.

01:11:23: Die ist zum Beispiel gestrichen worden und das war dann nicht ohne Grund der Intendant des Berliner Ensembles auch genau so gelebt hat.

01:11:35: Und deswegen eine kleine Aggression gegen diesen Text gefasst hat und den Text in die Zweit, also gekürzen ließ Frauenfiguren herausstreifen.

01:11:49: Ich stand dann vor der Frage – da stehen wir glaube ich alle immer wieder.

01:11:54: Wenn ich es nun zurückziehe, weiß überhaupt niemand von der Existenz dieses Texts oder meiner Existenzen.

01:12:02: Und lasse ich es, komme ich in einer verwirrtakelten Form vor und da habe mich entschieden dass sie machen sollen was sie wollen einfach damit er mich auf das Programm heft schreiben muss.

01:12:15: Das war dann schon das alles was dazu gewinnen Und es wurde eine sehr seltsame Aufführung, in der ein Stück von einer US-amerikanischen Autorin vorgeschaltet wurde.

01:12:28: Eine Rapperin aufgeboten und ich glaube da indendant hat sich gefürchtet dass die Geschichte nicht ausreicht den Art abend zu bestreiten, was seine Ängste war.

01:12:40: Ich glaube das ist ganz gut funktioniert hätte.

01:12:43: aber das ist das womit das jetzt.

01:12:45: und es ist jetzt drei Jahre her so ist das immer noch und der regiert natürlich auch noch immer genauso.

01:12:51: und ich habe nicht den Eindruck dass sich das ändern wird und dass dieser gesamte Bereich einen Festhalten an den Strukturen

01:13:06: vertritt

01:13:07: in der Angst, dass wenn etwas demokratisch wird verliert es an Bedeutung.

01:13:17: Dass der große Griff des einzelnen Chines lebensgebend ist und das Leben, wenn alle leben diffundiert und uninteressant dass Sublime darstellen kann.

01:13:36: Und das ist genau der Punkt, an dem unsere Gesellschaften hängen.

01:13:41: An dem Selbstbewusstsein jeder einzelnen Person, also an dem ich jede einzelne Person die genügend Eigenstand mitbringt diese Riesen, diese genialen Konstruktionen als das zu erkennen was sie sind autoritäre Maßnahmen und abzulehnen viel ebenderen, aber erfüllenderen kleineren Formen einzulassen.

01:14:09: Die dann der Person das zurückgeben zumindest was sie investiert hat wenn es nicht eine Steigerung ist.

01:14:16: und das ist etwas das liegt uns allen jeden Tag in tausend kleinen Kleinigkeiten vor.

01:14:23: und dass in Berlin habe ich das ebenso entschieden nicht vollkommen verschwinden zu wollen Und weder in die Lade gelegt werden, was mir im Volkstheater fünf Jahre davor genau so passiert ist.

01:14:36: Da habe ich ein Musical geschrieben für das Volkstheatern und es wurde dann einfach in die lade gelegt weil ... Weil die Sozialdemokratie ein bisschen angegriffen wurde.

01:14:46: Was die sozialdemokratisch schon aushalten würde aber meine Güte!

01:14:49: Aber da würde ich zu Volkstheater können wir gleich kommen?

01:14:51: Aber der würde mich interessieren ist es so dass du auch wenn du einen Auftrag gibst und natürlich ein Stück abgibst dass ich keine Maske vor das Gesicht nimmt, was wirklich entstachelt tief in die gesellschaftlichen Prozesse.

01:15:07: Das ist für mich die Frage ... Hast du eine große Lust dabei auch, das zu machen oder kannst du nicht anders?

01:15:14: Also man könnte ja sagen, die kriegen ... Nein!

01:15:16: Aber ich habe aber bei dir auch das Gefühl, du hast eine große Lüste dabei.

01:15:19: Das

01:15:20: is wahrscheinlich beides.

01:15:21: Beides.

01:15:23: Aber also ich würde mich jetzt nicht auf einen... eine Art Geworfenheit zu reduzieren lassen wollen, dass es nicht anders kann.

01:15:35: Was für den Anfang wahrscheinlich sogar richtig ist.

01:15:38: aber dann sehen das die Umstände, die das hergestellt haben.

01:15:42: und ich habe ja schon gesagt Es hat auch was Vergnügliches und übrigens liest sich das auch Das ist auch in den Stücken drinnen.

01:15:52: Ich weiß nicht ob Sie etwas von mir gelesen haben.

01:15:55: Die Lebenszugewandtheit ist unbestritten und es wird immer ein Glücksmoment geben, in dem die Freude an der Welt sich ausleben lässt.

01:16:15: Genau!

01:16:15: Ja deswegen habe ich das vorhin auch gesagt... Ich mochte das Zitat aggressiv unbekümmert und unverschämt vital.

01:16:21: und diese Lust also dieses Stück Volkstheater was Herr Schottenberg bestellt hat.

01:16:28: Da geht es um eine so eine Spaßpartei.

01:16:31: Das ist

01:16:31: zwanzigzwölf und kurz vorausgeahnt, überhaupt sind die Stücke prophetisch?

01:16:39: Aber diese Spaßpartei will Wien in ein großes Reenactment-Szenario des Wiener Kongresses verwandeln Und nur im ersten Bezirk.

01:16:50: und die draußen sind, die dürfen nicht mitmachen und die anderen müssen alle sozusagen dieser PR-Partei, die Wiener Konkretse nachspielen.

01:17:01: Ist im Kostüm historisch mitfahren und so weiter.

01:17:05: Und da geht es auch um Ausschluss.

01:17:07: also wer darf nicht da rein?

01:17:08: Wer darf mitmachen, wer darf nichts mit machen?

01:17:10: und eine bitter böse Satire.

01:17:12: und auf der anderen Seite gibt's das österreichische Un oder das Wienern unbewusste wo Metternich an der Kassau sitzt und auch Frau Horvath auch anwesend ist... Und genau, die Urenkelin von ihr ist die Pressereferentin der Partei.

01:17:30: Also das ist schon ein ... also sein Diebisches Vergnügen denke ich mir auch wenn man das schreibt und es ist wirklich hochvital- und bitterböse.

01:17:41: Aber

01:17:42: ich war jetzt schon verstört bei dieser Lesung.

01:17:45: Ich hab das... Sie schreiben das und dann ist es da.

01:17:49: Und ich lese das natürlich nicht mehr, und bei der Lesung am Samstag ist mir aufgefallen wie sehr das im Wiener Sinkspiel verhörigen... Wie sehr Neströ da hinten irgendwo durchschimmert!

01:18:03: und das romantische auch noch auftaucht.

01:18:08: Da war ich schon ein bisschen verstört,

01:18:11: aber

01:18:12: ich akzeptiere meine Herkunft.

01:18:15: Eben!

01:18:17: Du bist ja als Badenerin operettensozialisiert.

01:18:21: Ein bisschen?

01:18:21: Das ist eine dieser ... Ja... Also das Badener Stadttheater war eines dieser wie es sich gehört vor sich hinwursten, Provinztheater die große Namen auf die Bühne bringen.

01:18:39: Also Schicksbier und ich weiß nicht was und das Ganze in einer Form... die Aufnahme sehr erleichtert, weil sie so unprofessionell ist.

01:18:48: In der Operette war es schon so dass auch mal so ein Busenein-Lage-Ding beim Tanzen irgendwo herausgeflogen ist und also das hat aber... Das ist gut!

01:19:01: Das ist rührendes.

01:19:03: Das ist besser als diese kalte Perfektion.

01:19:08: Und die Operette als das größte Ereignis einer Badener Kindheit hat eben Spuren hinterlassen.

01:19:21: In meinem Leben in New York gehe ich viel auf den Broadway, also es gibt schon eine Lust an diesen Bühnen-Ding und weiß wie toll ein Musical sein kann, wie unglaublich auch politisch.

01:19:39: Also da gibt es ja die Sonntagmusicals, da gibt's ganz kritische, die kommen davon hört man nie das ist bleibt dann immer dort und so ein Musical weil es ist so.

01:19:49: dann kommt zum Beispiel der Herr Fahrer-Farber Der heißt Dr.

01:19:53: Drinkwasser und der verteidigt seine, der war auch schon zwanzig zwölf genau das was er jetzt ist.

01:20:00: Er hat einen Offenkundiges übertrieben aber... Und der kann plötzlich in Gesang ausbrechen und dadurch noch etwas völlig anderes herein holen.

01:20:10: Es sind Riesenvergnügen weil der sein Leben im Palais also in seiner Links-Untersuchung dass er für das Frühstück und für das Cressin eine Frau braucht.

01:20:21: Das kann er singen, es könnte nicht sagen!

01:20:25: Und das ist einfach hinreißend und ich wundere mich immer wie diese Wien Holding da mit diesen Musicals herumpatzt die alle so langweilig sind weil da könnte man schon was Lustiges machen aber ja... Aber da ist eben ein Vertrauen in dieses Individualität wahrscheinlich notwendig Und Herr Schottenberg hat das auch nicht und hat es in die Lade gelegt, bezahlt aber nicht aufgeführt.

01:20:55: Das ist zum Beispiel etwas, was schon schwierig ist, dass es nicht besprochen wird.

01:20:59: Also das ist ihr Geld, meinst du auch?

01:21:04: Und das Theater bestellt etwas und spielt es dann nicht.

01:21:08: Da müsste schon Auskunft gegeben werden, warum nicht?

01:21:11: Und da gibt's keine Medienebene auf der das verhandelt wird.

01:21:19: Das erlaubt den Personen sehr hochherzig zu handeln.

01:21:25: Das ist in Berlin anders!

01:21:29: Da werden die Theaterbudgets schon angeschaut von der Presse und geschaut, was kommt daraus?

01:21:35: Und es gibt riesen Diskussionen.

01:21:37: Na ja, aber ein bisschen mehr als wen.

01:21:40: Aber es wäre natürlich eine Kulturkritik, müsste sich mit genau diesen Fragen auch beschäftigen.

01:21:48: Was wird ... Was heißt das?

01:21:51: Der bestellt einen Text Und es war auch schon Musik geschrieben und lässt das dann einfach verfallen.

01:22:00: Was ist denn das?

01:22:01: Das ist wie der gewisse Händler, der eine Kiste Orange kauft und sie dann in die Ecke stellt und vermotern lässt oder Bananen.

01:22:09: Ich will noch ein paar kleine Fäden zusammenziehen bei diesem weitgestreuten Gespräch ... Du hast im Interview gesagt, durchhalten ist Widerstand Durchhalten ist widerstand.

01:22:26: Und das war ein Interview.

01:22:28: jetzt, damit wir das einmal noch mal aufklären angesichts deiner letzten Uraufführung Sturm können Sie sehen im Hammerkommen Theater wo nach knapp vierzig Jahren Frau Horvat die wir aus New York, New York kennen wieder kommt zugespitzt.

01:22:47: alle deine Themen kommen da hinein also Themen die jetzt in vielen aktuellen Büchern jetzt aus im September frisch erschienen, warum Männer nicht lieben können dürfen.

01:23:01: Ein ganz wichtiges Buch Handbuch gegen den Krieg aber auch Handbuch für die Liebe.

01:23:11: also bei dir hat man das Gefühl dass du gerade so selber viele Fäden zusammenziehen kannst deiner Lebensthemen des.

01:23:23: Das finde ich bemerkenswert und denke, dass wir da auf ganz viel noch gespannt sein können.

01:23:31: Zum Beispiel in warum Männer nicht lieben können dürfen.

01:23:36: Erzählst du von deiner Großmutter?

01:23:37: Wir sehen nach Badenkammern.

01:23:38: also es wird autobiografisch andererseits wird es essayistisch, literaturkritisch.

01:23:43: Du setzt dich auch mit dem männlichen Dramatischen Erbel auseinander, was machen wir heute mit Anatol und so weiter?

01:23:51: Also das sind große komplexe Sachen.

01:23:56: Scheint du bist in einer sehr produktiven Phase.

01:23:58: Du hast noch ganz viel immer wieder neu zu sagen.

01:24:01: Ich bin sehr froh, dass du nicht sagst ich bin fleißig.

01:24:03: Nein.

01:24:03: Was auch sehr oft fällt.

01:24:05: Produktiv!

01:24:05: Und was wir ja kennen von unseren Handarbeitsstunden aber... Aber ich arbeite ja und das ist wie gesagt Ja, ein manchmal anstrengendes Vergnügen.

01:24:21: Und diese kleinen Bücher ... Also erstens das Handbuch gegen den Krieg, das war die Reaktion auf den Ukraine-Konflekt der dann in einen kinetischen Krieg ausgeweitet wurde.

01:24:34: Dann das Handbuch für die Liebe als das was mich oder was uns und vor allem meine Romanfiguren um dies ja auch geht aus diesem Eratmen mit dem ihm befreit und klar macht, dass diese Arbeit im Kosmos der Pflege eigentlich Liebe ist.

01:24:58: Dass Teekochen liebe ist und nicht dieses große Aufschluchzen.

01:25:05: Dass wir dann dreimal im Leben erleben sondern das sind unsere alltäglichsten Formen von Umgang miteinander sind keine Reduktion ist, sondern eine Vergrößerung dieses Motivs.

01:25:21: Das ist mir wichtig für auch meine Romanfigurinnen weil ich habe jetzt festgestellt dass das nicht wirklich klar ist.

01:25:34: was ist das gute Leben für eine Frau?

01:25:38: und deswegen diese vielen Untersuchungen um einfach vorzulegen was das sein könnte und weswegen die Romanfigur innen weinen müssen.

01:25:52: Bei der Vorwurf, dass sie so viel weinen mussten war es gar nicht stimmt!

01:25:55: Die haben Sex ist ganz lustig alles ja?

01:25:58: Es ist nicht so ein schwieriges Leben also ein normales Leben.

01:26:00: aber die Männerkritik liest dann eben nur immer das Passiermann nennen Und das ist ja eine Auffassung, die auch wieder durch Vorurteile und Hegemonie angeleitet unsere Wahrnehmung von uns reduziert.

01:26:19: Deswegen ist es der Kampf für die Romanenfigurinnen, dass sie erkannt wird, dass es Gründe gibt, warum geweint wird gute Gründe gibt, warum gelacht wird.

01:26:32: Aber dass die Gründe für das Weinen ein bisschen ansteigen zur Zeit?

01:26:39: Frau Horvath sagt aber in der Sturm weinen ist keine Option.

01:26:45: Das hat mir insofern gefallen.

01:26:47: natürlich gibt es als Haltung.

01:26:49: Natürlich ist glaube ich Wein wichtig, aber weinen is keine Option als Haltung.

01:26:53: wenn das jemand sagt fand ich irgendwie auch... Es beschreibt eher ein kämpferisches naturell.

01:27:01: Die Verführung in Selbstmittelheit ist die Grundlage der Frauenkultur, wie sie bestanden hat und wie sie besteht.

01:27:12: Und diese Lehmung zu bekämpfen ist vielleicht ein wirklicher Grund, all das zu schreiben?

01:27:21: Das ist gut gesagt!

01:27:23: Die Lehmungen zu bekämpfen.

01:27:27: Wir kommen... Es war ein schönes... Ein schöner Satz weil ich wollte noch fragen was gibt dir Hoffnung?

01:27:32: Das hast du gerade gesagt.

01:27:34: Also du kämpfst gegen die Lähmung, wir kämpfen gegen die Lehmung.

01:27:37: Wir beschenken uns immer noch am Ende des Gespräches.

01:27:43: Wir gucken immer in den großen Funds des Theater-Museums was er für unsere Gäste bereithält.

01:27:52: Da muss ich mich jetzt ein bisschen... Dieser

01:27:53: Ort des Feminismus findet sicher großartige Dinge.

01:27:56: Aber wir sitzen nicht

01:27:57: in diesem Saal mit vielen Frauen, das ist doch allein ein Vergnügen.

01:28:01: Das Beratsamuseum ist mit vielen entblößen Frauen geschmückt.

01:28:08: Ich bin nicht auf dem letzten Stand der wissenschaftlichen Forschung wie es hier mit dem Feminismus zugeht.

01:28:14: Es gibt...

01:28:15: ...ich fürcht mich nicht!

01:28:20: weil wir immer suchen, was im Kontext unseres Gastes eine Rolle spielt.

01:28:28: Wir müssen den Ort noch mit Frau Streowitz besetzen und heute haben wir den ersten Gang getan.

01:28:35: Es gibt aber ein Geschenk, ein Dankeschön eines... Und ich dachte das ist interessant für dich einen ganz neuen Katalog aus diesem Jahr Gesteigertes Leben, die moderne Tanzwelt in Hellerau-Lachenburg bei Wien von vierundzwanzig bis neununddreißig.

01:28:57: Ich dachte das ist vielleicht ein schöner Impuls des gesteigerte Lebens und der Tanz.

01:29:06: Vielleicht kriegst du Impulse daraus?

01:29:08: Und schreib es noch einen Libretto!

01:29:12: Ja ich finde dass sehr schön passend.

01:29:17: Das ist ja auch... Es ist ja auch alles schon lang vorbei und erledigt.

01:29:26: Und die Geschichte ist drüber hinweg gefahren, das möchte ich jetzt nicht als Anleitung nehmen, aber gesteigertes Leben könnten wir als Motiv nehmen.

01:29:42: Ja!

01:29:43: Ich überreiche dem Theatermuseum Das schöne Bändchen, das bei Surkamp herausgekommen ist damals Tolmezzo.

01:29:57: Das war die Auftragsarbeit der Wiener Festwochen und wurde vom Regisseur, glaube ich Willner, ist ja total verhundst und missverstanden.

01:30:10: Und das hat auch wieder Gründe, zum Beispiel tritt das süße Mädchen ein Süße-Mädel auf was unglaublich wichtiges Motiv gesellschaftlich im neunzehnten bis weit in das zwanzigste Jahrhundert ist weil der Süßemedel die Versorgung mit Sexualität gewährleisten musste hier in die Ehe gesperrt vielen Männern nicht zugänglich war.

01:30:40: Ein Leutnant musste sechzigtausend Gulden erlegen, um heiraten zu können.

01:30:45: also der Zugang zu dieser legalen Form von Sexualität war kaum möglich oder nur wieder privilegierten möglich und die anderen alle mussten sich anders versorgen und die Frauen mussten auch sich versorgn.

01:31:00: und es gab diese süße Mädel als eine Vorgeh... Also aus einer Form sich eine Person, die einer sich leisten konnte zu halten oder an die zu wenden und sich mit Sexualität zu versorgen.

01:31:20: Es gab in Wien des neunzehnten Hundert ungefähr hunderttausend Prostituierte der Polizei, die durch die Polizei gemanagt wurden.

01:31:33: alle diese Fragen versinken immer in den nineteenhunderten Ausstellungen, in denen die Ornamentik der Zeit uns zurückgerufen wird aber nicht die Personen und wie das gewesen ist.

01:31:48: Ich denke mir, dass muss auch eine sehr aufregende Stadt gewesen sein, in der nur gebaut wurde ein bisschen wie heute auch Ja, und das diese Mädel ist da ein Motiv.

01:31:59: Das ziemlich zentral zu nehmen wäre was natürlich nicht passiert weil Geschlechterpolitik in der Geschichte ich weiß gar nicht ob sie unter den Tisch gekehrt wird weil das wär ja wieder eine weibliche Handlung dass mit dem Kern nicht mein fallen gelassen wahrscheinlich und uns noch sehr viel mehr erzählen würde woher wir kommen und wie wir gemacht worden sind.

01:32:23: Aber Tolmezzo ist die Geschichte einer jüdischen Person, die nach Wien zurückkehrt mit ihrer Tochter und was da alles passiert.

01:32:37: Und das würde ich jetzt dem Museum ... Ich schreibe nur meinen Namen hinein weil die Widmung nicht wie die ausschauen sollte in einem Ort an dem die Existenz ohnehin nie statt ... gefunden hat.

01:32:53: Die Theaterwissenschaft der Zeit, also meiner der Zeit in den neunziger Jahren hat sich dazu geäußert und hat gesagt wir wollen das Wir finden es nicht gut.

01:33:08: Und Es ist auch so dass es in Deutschland wird werden meine Stücke in der Germanistik unterrichtet in der Theaterwissenschaft Ziemlich viele Dissertationen dazu.

01:33:22: In wenig nicht, aber das bringt das Ganze doch in eine wunderbare Leichtigkeit und Unberührtheit.

01:33:30: Und so lassen wir es auch.

01:33:32: Danke schön!

01:33:57: Eine Aufzeichnung des Livegesprächs vom elften Oktober.

01:34:05: Unser nächster Gast ist am fifzehnten November die Malerin und Bühnenbildnerin Xenia Hausner.

01:34:14: Karten für das Live-Gespräch können Sie wie immer über das Theatermuseum Wien erwerben.

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