Ungeschminkt #11 mit Philipp Hochmair

Shownotes

Eine Produktion vom Theatermuseum Wien

Redaktion und Moderation: Hannes Hametner

Foto: Stephan Brückler

Aufnahme: Karl Horky (HORKYevent.at)

Sounddesign, Schnitt & Mastering: Benjamin Ritter

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00:00:01: Am Ende sage ich, es geht immer um Entertainment.

00:00:03: Man will das Energie fließt und dass irgendwas passiert.

00:00:06: Und wenn man denkt, der ist jetzt zu sehr auf sich bezogen oder zu eitel oder zu sehr gekränkt, dann interessiert einfach niemand.

00:00:13: Das ist glaube ich das Wichtigste von Schauspieler, dass man das lernt, immer wieder auf die Umstände zu reagieren – das ist das Allerwichtigste!

00:00:23: Ein Theaterbesuch ist ein Risikovorgang.

00:00:25: Es kann einen wirklich verstören Und mit der Bereitschaft sollte man da reingehen.

00:00:31: Ich vergesse sie auch ständig, ja?

00:00:33: Wenn ich jetzt sehe, ein tolles Stück, wo ich am Ende weiß, ah, darum geht's in Ketien von Heilbronn, hab' ich jetzt verstanden... Das ist mir viel zu wenig!

00:00:40: Ich will das da irgendwas sich einrasset in meiner Seele oder wo ich einfach verändert nach Hause gehe.

00:00:46: Darauf bin ich wirklich stolz.

00:00:47: Also die Aufnahme auf dem Schillerballaden Rave-Album Glocke bei vierzig Minuten ist für mich eigentlich eins der Höhepunkte meinem Lebens.

00:00:58: Schauspieler sein ist irre Spiel, aber nicht irre Sein.

00:01:01: Das ist ganz wichtig!

00:01:02: Die meisten Leute glauben man ist irre.

00:01:04: oder wenn man eine Bierflasche in der Hand hat, glauben die man ist alkoholiger... Aber dass da Wasser drin ist, denkt keiner so wirklich drüber nach.

00:01:14: Der hat das immer wissen.

00:01:15: wie sterben du schaffst deine Welt und mit der Aufführung ist sie vorbei Und dann denkst du so schade es hätte ich gerne nochmal und vielleicht kommt er nie wieder?

00:01:23: Das weiß man ja nie.

00:01:24: also ein Stück was zu Ende ist am Abend Man weiss nie ob's noch mal kommt.

00:01:31: Willkommen zu Ungeschminkt, das Theatermuseum Wien im Gespräch.

00:01:37: Ein Live-Podcast des Theatermusiums Wien – diesmal anlässlich der Salzburger Festspiele aus dem Marionettentheater Salzburg.

00:01:49: Das Theatermuseum ist das Gedächtnis der flüchtigen Theaterkunst.

00:01:54: Wir halten den Flüchtigen Augenblick im Gesprächen fest.

00:01:59: Unser heutiger Gast

00:02:17: Wir können anfangen.

00:02:19: Die erste Frage ist, wer bald schon beantwortet?

00:02:25: Wie kommt Philipp Hochmeier heute?

00:02:27: Was hat er an?

00:02:29: Hat überhaupt was an!

00:02:33: Ja, event!

00:02:34: Ich glaube, jeden hat brennend vorher interessiert.

00:02:36: Was willst du anziehen?

00:02:37: Kommst du ...

00:02:39: Im Adams-Kostüm.

00:02:41: Niedermanns-Sechson-Zwanzig

00:02:43: is nackt.

00:02:46: Ist das ein Versprechen?

00:02:49: Eine Drohung!

00:02:53: Das ist so krass, weil steht ja im Text.

00:02:56: Fährst in die Gruben nackt und bloß wie du kamst aus Mutterschoß.

00:03:00: Man muss mal eigentlich nur den Text lesen dann weiß man es oder?

00:03:03: Richtig.

00:03:03: Trotzdem hat's...

00:03:05: Wir sind ganz werktreu.

00:03:07: Und trotzdem hat's hundertsechsundzwanzig Jahre gedauert.

00:03:11: Hundert

00:03:11: sechs Jahre.

00:03:12: Sechs!

00:03:22: Wie geht's?

00:03:22: Gut, hervorragend.

00:03:24: Das ist toll!

00:03:25: Marignettentheater wie schön!

00:03:27: Tolle

00:03:28: Ort...

00:03:28: Ich hatte gedacht für einen kleinen Bogen steht ja doch Salzburg, das muss man immer wieder sagen unter dem Geiste Max Reinhardt.

00:03:37: also du hast ein Max-Reinhards Seminar studiert.

00:03:39: jetzt bist du im dritten Jahr der jedermann und ich bekam noch kurz vorher ein Text zugesteckt nämlich die berühmte Rede Max Reinhards über den Schauspieler von ... Und die kennt man ja, weil da ist ja dieser berühmte Satz mit der Kindheit drin.

00:03:59: Aber ich hab eine andere Stelle gefunden, die trifft dich auch gut oder deine Passion, deine Leidenschaft, deine Disziplin, deine Hingabe.

00:04:12: Reinhard schreibt in diesem Text von ... Wir können heute über den Ozean fliegen, hören und sehen!

00:04:19: Aber der Weg zu uns selbst und zu unseren Nächsten ist Sternenweit.

00:04:24: Der Schauspieler ist auf diesem Weg, mit dem Licht des Dichters steigt er in die noch unerforschten Abgründe der menschlichen Seele – seine eigenen Seele -, um sich von dort geheimnisvoll zu verwandeln und Händenaugen und Mund voll von Wunder wieder

00:04:40: auftauchen.".

00:04:41: Wow!

00:04:42: Wie viel Geist von Max Reinghardt ist noch über diesen Festspielen?

00:04:52: Spürst du den noch?

00:04:53: Den bist du da noch.

00:04:54: Klar, also der hat das erfunden und hergestellt und dieses tolle Schloss versehnte Lassen hat weggenommen wurde.

00:05:02: Das ist ja auch ein großes Zeugnis von seiner Vision.

00:05:06: Und er hat ja noch diesen anderen Satz gesagt eben dass der Schauspieler seine Kindheit in die Tasche gesteckt hat um sich davon zu machen und ein Leben lang zu spielen und ich glaube dass viele im Publikum einiges wissen über Philipp Hochmeier.

00:05:20: Bei dir dachte ich, es ist anders.

00:05:22: Bei dir gilt dieser Satz... Du hast deine Kindheit erst entdeckt im Spielen!

00:05:28: Also er filmet dieses Satz an und das ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.

00:05:33: Weil du die im Spiel gefunden hast.

00:05:35: Schön gesagt ja?

00:05:37: Das war so.

00:05:38: Eigentlich schon, ja.

00:05:39: Ich durfte wieder jung sein oder wieder frei sein.

00:05:42: Genau da.

00:05:43: Die Kindheit aus der Tasche rauslassen.

00:05:46: Aber du

00:05:46: hast sie versteckt.

00:05:47: Du sollst ein

00:05:48: kleines Känguru aus der Tasche raus lassen.

00:05:51: Diese ewige Repetition funktionieren, funktionieren.

00:05:55: Funktionierend ist ja irgendwie so das was du mitgebracht hast bis dich das Spielen befreit hat!

00:06:01: Aber selbst im Theater gibt es unglaubliche Repetitionsen und das ist ja auch absurd.

00:06:04: also darin eine Freize finden und darin glücklich zu sein.

00:06:08: Er tust du ja nur zum Teil... Du hast sicher auch aus den Ensemble zusammenhängen ja eigentlich doch einmal radikal befreitt.

00:06:21: Na später, fünfzehn vielleicht.

00:06:25: Weil du da mit dem Repetieren in die Krise gekommen bist?

00:06:31: Oder der Ruf der Freiheit kam und das Theater nicht ermöglichen konnte.

00:06:36: Und ich habe mir gemerkt, da gibt es einen großen Konflikt.

00:06:39: Da kamen die Vorstadtweiber in mein Leben und große Filmangebote.

00:06:42: Das hat sich mit dem Betrieb des Theaters nicht wirklich verbinden lassen.

00:06:48: Ach,

00:06:48: das war die Ursache.

00:06:49: Also das war der volle Drehplan?

00:06:51: Wir wissen das ... Ich meine, für jeden Schauspieler ist es immer ganz schwer, wenn er fest im Ensemble ist und muss ja viele Drehtage absagen.

00:07:00: Wenn

00:07:00: Sie denn kommen!

00:07:01: Ja, aber wenn sie dann kommen.

00:07:02: Aber wenn man seinem Agenten immer sagt, ich kann nicht, ich muss gerade Hamlet wieder spielen in Hannover oder was weiß ich ... Dann gibt's

00:07:11: es.

00:07:11: Ich hab sehr lange gewartet, dass dieser Ruf kommt vom Fernsehen, vom Film.

00:07:14: Und dann kam er endlich und hieß, sich darf das gar nicht wahrnehmen Und das fand ich zu hart.

00:07:20: Anstatt dass man da flexibel bleibt und sagt, okay wir gehen da eine Allianz ein oder wir vermischen das oder wir nutzen vielleicht den Fame vom Fernsehen und der bringt dann im Theater wieder neue Zuschauer was ja jetzt hier stattfindet aber was im Talierteater damals in Hamburg nicht denkbar war.

00:07:35: Ja es gibt ein paar Häuser, da funktioniert das so.

00:07:38: also... Genau!

00:07:38: Das ist auch ein modernes Denken und ein zeitgenössisches Denken sozusagen.

00:07:42: und ich war in einem Haus wo das nicht denkba war und das war irgendwie der Bruch.

00:07:46: dann

00:07:46: Na ja, es war auch noch relativ früh.

00:07:48: Es gab immer noch diese große Unterscheidung U und E. Also ernsthaft...

00:07:53: Da waren wir schon längst hinweg.

00:07:55: Das war schon viel früher so.

00:07:57: Der Konflikt ist ewig glaube ich.

00:07:59: Seit Fernsehen und Filmen gibt's diesen Konflikten.

00:08:02: Also Theater-Schauspieler sind sicher per se die wilderen und unter Anführungszeichen tieferen Schauspielern oder Tiefsuchenderinnen, Schausspieler.

00:08:11: Und wenn die mal in den Film gehen ist es schon mal interessant.

00:08:14: Da muss man das auch irgendwie ein bisschen fördern.

00:08:16: dann habe ich das Gefühl aber da gibt's niemals der Dich fördert.

00:08:20: Das ist ja ein Interessenskonflikt von zwei Unternehmen, die sich um dieselbe Kraft streiten.

00:08:26: Und das Theater hat dann erst einmal verloren?

00:08:28: Den Kampf!

00:08:29: Ich weiß gar nicht.

00:08:30: Der Leidtragende war schon ich, wie so ein kleiner Frosch der zwischen zwei Firmen hergerissen wird und dachte mir, der Frosche muss jetzt Kräfte sammeln und meine Muskeln aufbauen und dann sich da besser positionieren.

00:08:43: Und nicht immer so zwischen die Fronten geraten.

00:08:46: Das ist interessant.

00:08:48: tatsächlich das...

00:08:50: Man wird zu jeder zwei Herren wenn man dauern beide Unternehmen kliessen will.

00:08:54: Du musst beide bedienen?

00:08:55: Beide Systeme!

00:08:56: Genau.

00:08:59: Starres System.

00:09:01: Das ist auch

00:09:01: immobil, das ist immer derselbe Ort.

00:09:05: Immer die selben Zeiten und filmen sie ja immer woanders.

00:09:08: Film kann in Amerika sein und kann in Niederösterreich sein und es kann dasselbe Film sein.

00:09:13: Ja, ja,

00:09:13: ja.

00:09:15: Und dann hast du dich entschieden für die Freiheit erstmal... Für die Flexibilität?

00:09:20: Für die flexibilität.

00:09:22: Und das kam durch Großstadtweiber.

00:09:23: Vorstattweiber?

00:09:24: Ja, vorstattvor.

00:09:27: Na ja, wir sind in Salzburg.

00:09:31: Das war das erste große Serienkomplex, was da angeklopft hat, bevor ich immer geträumt habe und von sicher jeder heutige Schauspieler träumte erst mal.

00:09:43: Weil es ist schon ein großes Erlebnis also über sechs Staffeln eine Rolle entwickeln die sich in alle möglichen Richtungen entwickelt.

00:09:50: Wusste ich vorhin nicht?

00:09:51: Eben,

00:09:52: aber vorher nicht klar!

00:09:54: Du warst gebucht für die ersten... Da, oder?

00:09:57: Man wusste nicht von den

00:09:58: Folgen.

00:09:59: Die ersten fünf Folgen!

00:10:00: Und

00:10:00: ich hatte aber nur meinen kleinsten... Also ich hatte ja einen Drehbuch, die Folge eins würde ich mal vorkamen.

00:10:05: Das ist also eine schwere Entscheidung.

00:10:08: Es kann alles nach unten nach oben gehen und man muss halt mal eine gewisse Risikobereitschaft an den Tag legen.

00:10:13: Ja.

00:10:13: Und die hat mir dann geholfen zum Glück.

00:10:15: Es gab Test-Screenings und dann hat man geschaut, welche Rollen gut ankommen.

00:10:21: Welche Leute, ah, welche rollen interessant sind.

00:10:23: Und da hat sich meine schon hervorgehtan.

00:10:25: Dann wurde ich sogar zur Lieblingsfigur vom Regisseur ... Vom Autor?

00:10:30: Vom Auto.

00:10:31: Der hat mich weiterentwickelt und das war spannend.

00:10:34: Das habe ich irgendwo gelesen oder gehört.

00:10:36: Das fand ich total spannend.

00:10:38: Dass das erste Setting war fix, diese Beerdigung... Und du wusstest zu dem Zeitpunkt dieses Settings bei der Beerdigung, wer das kennt erinnert sich, dieser große.

00:10:47: Und du wisst es noch nicht wohin sich deine Figur entwickelt?

00:10:50: Genau!

00:10:50: Der Autor hat sich selbst ein Ei gelegt indem man sagt... Es gibt am Anfang eine Beerdigung.

00:10:55: Aber ich war der Mörder auf der Bärgung und wusste aber nicht dass ich der Möhrer bin.

00:11:02: Ich bin ganz normal zur Beerdighung, aber der Mörtere von dem der im Saag liegt.

00:11:06: Das war für das Spiel gut, keinen Unterschied.

00:11:10: Ich würde nicht als Bohnenvergifter hingehen und sagen, ich bin der Mördersohn!

00:11:14: Ich würde da auch ganz entspannt hingehen.

00:11:16: Der ist ja Politiker und weiß natürlich, dass zu verstecken.

00:11:19: Also es war perfekt als Spielsituation.

00:11:21: Ja aber auch generell ist das ja so beim Film ... Man drückt sich aus durch Handlungen, man soll ja gar nicht irgendwas ... Kannst du nicht spielen in der Folge was du in?

00:11:32: Das

00:11:35: ist ein Begräbnis.

00:11:38: Und jeder Zuschauer fragt sich, wer liegt in seinem Sarg?

00:11:40: oder wie geht es weiter?

00:11:41: Und dann dreht man diese fünf Folgen, dann gibt es eine zweimonatige Pause wo dann weitergeschrieben wird und der Autor zwingt sich über das Begegnis seine Handlung voran zu treiben.

00:12:02: So!

00:12:02: Es gibt sicher eine Skizze, aber die zehn Folgen sind nicht durchgeschrieben.

00:12:07: Das ist auch ein ganz neues Schaffen.

00:12:08: Ich vergleiche zu Theater wo du einen Werk hast das hunderte Jahre alt ist.

00:12:13: Sag mal jetzt meinen Gürtelstoff der ist dann zweieinhalb Jahre alt und dann ist er unveränderbar.

00:12:18: den kann man natürlich selber zerstören wenn man möchte.

00:12:20: aber der ist für mich heilig und bindend ja?

00:12:25: Aber eine Serie ist wie so ein Fortsetzungsroman das erfindet sich erst selber.

00:12:30: Ja dass es.

00:12:31: Ich fand das faszinierend.

00:12:33: Da kann man nicht nur bestätigen, was du sagst.

00:12:36: Schauspieler sein heißt Risiko eingehen

00:12:40: und flexibel sein.

00:12:42: Das lernt man am Staatsjahr dann nicht.

00:12:44: Also ist es absurd.

00:12:45: Der Staatsjahre ist letztlich nicht wie eine Schule, wo es eben eine Schulordnung gibt und wo man wirklich erscheinen muss und brav sein muss usw.. Ein Widerspruch auf der Bühne muss von wild sein, aber im System muss man brav sein.

00:12:58: Und das ist total widersprüchlich!

00:13:00: Das ist ein absoluter Widerspruch

00:13:02: und ich neige dazu... Ich habe dazu gemeint diese Rollen auch weiterzuführen nach der Vorstellung.

00:13:07: also ich hab das nicht akzeptiert dass die Vorstellung um zwanzig Uhr zu Ende ist und dann bin ich wieder sozusagen privat und wieder normal so ich habe gern das Kostüm angehalten anbehalten und wieder noch im Kostümen durchs Haus gelaufen oder auf der Straße.

00:13:21: Ich fand es toll, das zu erweitern.

00:13:25: Darf man zwei Stunden nach der Vorstellung ... Hat man einen besonderen juristischen Schutz?

00:13:34: Nein, aber auch der juristische Unzurechnungsfähigkeit ist noch so!

00:13:38: Wenn man dafür umbringt und sagt,

00:13:41: du musst aufpassen, welche Rollen du annimmst.

00:13:47: Richtig.

00:13:48: Das ist gefährlich, wenn du Richard III.

00:13:50: besetzt bist und dann ... Reinhard Heidrich!

00:13:52: Oh weh!

00:13:53: Reinhart Heidrig!

00:13:54: Reihstunden

00:13:55: nach Reinhert-Heidrig?

00:13:58: Den hab ich mir jetzt... Wann hast du den gedreht?

00:14:00: Ah,

00:14:00: zwanzig.

00:14:01: Einundzwanzig

00:14:03: oder

00:14:03: zwanzi.

00:14:04: Die Wannseekonferenz, die sind doch mehrfach ausgezeichnet in der Gründepreis.

00:14:09: Ich hab den extra noch mal angeguckt.

00:14:12: Meine Herren.

00:14:13: Meine Herr.

00:14:15: Wie war das?

00:14:15: Krass, oder?

00:14:16: Ja

00:14:18: Ja.

00:14:18: Ich hab dann wirklich auch noch mal angehalten, so filmst du jetzt an und guck, wie sind die Augen?

00:14:21: Wo guckt was ... Du hast da manchmal so ein beseeltes Gesicht!

00:14:26: Mhm.

00:14:27: Also das ist schon ...

00:14:30: Der ist ja glücklich in dem, was er tut.

00:14:33: Auch genau, auch das ist eine scharfe Beobachtung, weil man kein Bösewicht spielt, sondern er war glücklich dabei.

00:14:40: Er hat alle Leute endlich nach einem Jahr zusammengekriegt und kann sie seinen Visionen zuführen.

00:14:47: So

00:14:47: wie schnitzt ein Vollschuhverbreibern auch, dass sie dieser Mord geklappt hat.

00:14:51: Das ist ja das Interessante an bösen Rollen ... Dass die nicht böse spielen oder sich das nicht verraten, was sie durchziehen.

00:15:00: Sie sind von ihrem Vorgang beseelt und zufrieden.

00:15:05: Inzwischen giltst du als Spezialist für die Bösewichter?

00:15:09: Ja genau.

00:15:10: Also spätestens nach ... Aber

00:15:12: jeder ist auch irgendwie böse.

00:15:14: Letztendlich sind viele Rollenböse, oder Werther ist auch böse?

00:15:18: Man will es nicht glauben.

00:15:19: aber oder Hamlet ist auch Böse!

00:15:21: Also das sind ja alles Bilder die wir als Zuschauer und Konsumenten haben wo wir denken Hamlet is so sensibel und so zart oder Werter eine liebende Seele.

00:15:29: Das sind ja eigentlich meistens Zerstörer und man kann es dann schon runter rechnen da auf jeden Fall.

00:15:33: Ja deswegen ist die Kategorie gut und böse eh Quatsch.

00:15:36: Absolut.

00:15:36: Also das können wir lassen.

00:15:39: Weil du den Werther Erwähnst.

00:15:43: Ich wollte einsteigen mit einem Zitat aus dem Werter, der sagt am Anfang ... Also er schreibt am Anfang, es ist ja ein Briefromaner.

00:15:52: Ich lebe so glückliche Tage wie Gott seinen Heiligen sie auf spart, schreibt er da.

00:15:58: und dann wollte ich fragen, erfüllst du auch gerade einen Traum in deinem dritten Jahr hier?

00:16:02: Und erlebst du auch wie ein Absolut schon?

00:16:05: Absolut!

00:16:06: Aber das ist ja eindeutig Gut und eindeutig böse.

00:16:09: Nein, das haben

00:16:10: wir gelassen!

00:16:12: Das ist ja ... Man erlebt einen Traum und muss erkennen, dass der Traum nicht eindeutlich glücklich ist so.

00:16:17: Ja, aber der Beginn... Also das ist da ganz am Anfang, dann ist ja immer alles glücklich.

00:16:22: Aber du lebst in Salzburg auch die glücklichen Tage, die Gott dir aufgesparte?

00:16:27: Absolut.

00:16:29: Kann man

00:16:29: sagen kann man so stehen lassen.

00:16:31: Ich muss sagen ich habe also du beschäftigt dich schon seit dreizehn Jahren mit dem Jedermann Zuerst mit der Inszenierung bei Directors Cut.

00:16:45: Was ist auch eingespart wurde, ne?

00:16:46: Gibt's nicht mehr?

00:16:47: Ja, Young Directors Project

00:16:48: hasse ich.

00:16:48: Ja, young directors project proze two-thausend treizehn,

00:16:50: genau

00:16:51: gab es zumindest die Idee den jedermann als monolog.

00:16:54: das war deine

00:16:55: idee.

00:16:56: also wir haben dass die in kombination mit dem telliert hat da joch im luxe internant und ich habe diese idee zusammen im ping pong entwickelt und

00:17:04: das ping pong war so dass er an der garage tiefgaragete.

00:17:06: zu dir gesagt hätte Jeder Mann.

00:17:08: Ja,

00:17:08: ich weiß euch doch nicht, warum es zu mir gesagt

00:17:10: hat... Das hab ich nur gelesen und ich fand's aber lustig.

00:17:12: Er hatte irgendwie eine Funkstille.

00:17:13: Genau!

00:17:14: Und dann

00:17:15: ist da ein Riesenzufall am Gang gegangen und man sagt jetzt zu mir, du bist jedermann und hierbei verstanden was das bedeutet.

00:17:21: Also er hat mir so sagen einen Rätsel hingeworfen.

00:17:23: Das hat dann so geirrt in meinem Kopf.

00:17:26: Und dann hieß es, ich soll in Salzburg Monolog machen, im Jahr zeigte das Projekt bei Young Directors und hab gesagt, ich will jedermann als Monologen machen.

00:17:32: Das war der erste

00:17:34: Beginn

00:17:34: von dieser ganzen langen Jedermann-Reise.

00:17:37: Aber was hatte dich fasziniert?

00:17:40: War's wie eine Wette, dass geht oder hat sich der Stoff so gepackt ...

00:17:44: Ich habe einen Vakuum gehabt, weil ich gesehen habe, was Schauspielschüler enttäuscht war.

00:17:48: Und dieses Vakuum hat ja Lux mit diesem Satz, du bist jedermann auch wieder angeteasert.

00:17:53: Weil ich hab nicht wusste was das bedeutet, du wirst jedermannen?

00:17:55: Ich dachte, ich bin ein kleines Froschlein zwischen den großen Kräften.

00:17:59: also wirklich... Ich habe mich einfach nicht wahrgenommen und diese Potenz die jedermanne steckt, die habe ich überhaupt nicht auf mich übertragen können.

00:18:05: Also wenn ich eine Rolle habe, habe ich diese Potent aber aus der Ferne jedermahn und die Erinnerungen in Domplatz als Schauspieler unerfüllt oder unbefriedigt oder undefiniert.

00:18:16: Oder unklar, das war ein unklares Gefühl.

00:18:19: und dann sagt er du bist jedermann.

00:18:20: Das war einfach eine ganz komische Unklarheit!

00:18:22: Und dann kam die Frage ob ich einen Monolog in Salzburg machen kann?

00:18:26: Dann ist dieses so rausgesprudelt.

00:18:27: Ich möchte jedermannen als Monolog ausprobieren und diese Frechheit haben dass man da sind Salzburg einfach hin ballert.

00:18:34: So ja es hat funktioniert.

00:18:35: aber

00:18:36: es kommt noch einer Erfahrung dazu glaube ich oder vermute ich Dass Du Ja mit Nikolas Stehmann Auch eine Erfahrung hattest mit Texten umzugehen, die nicht an eine Person gebunden waren.

00:18:51: Du hast ja viel mit Nikolas Stehmann, der heute Abend auf der Perner Inselpremiere hat ... Deine allerersten Schritte gemacht, siebenundneunzig den Wert zum Beispiel.

00:19:02: Sogar schon früher waren es zusammen des Hausbischohle und haben dann da auch schon erste Schulübungen gemacht und an ersten Inszenierungen.

00:19:10: Und die Idee das man sagt man nimmt ein ganzes Stück als Monolog haben wir da schon praktiziert aber noch weiter vorher.

00:19:15: ich habe als mein allererstes Rolle mit siebzehn oder mit achtzehn war ein Stück für Kinder wo ich auch schon einen Monolog gemacht hab.

00:19:22: also absurderweise wenn ich habe ein Video Band zu Hause kann ich vielleicht sogar mal öffentlich machen das kann ich auf YouTube stellen Spiele ich als achtzehnjähriger für Kinder den selbstzüchtigen Riesen von Oscar Wilde und man will sich glauben, ich rauche eine Zigarre dabei.

00:19:39: Also der böse Riese raucht Zigarre!

00:19:42: Der laute polternde Mann... Mit Zigarre ist das schon ein Bild da und dann wächst ich immer in die unterschiedlichen Positionen, als Erzähler oder Kinder usw.

00:19:53: Und das Rieses setze ich mit zwei große Ohren auf, die ich aus Papasche gebaut habe – und auch Zigarre – sprech auffällig wienerisch und bin also eine laute böse Erscheinung.

00:20:05: Wenn man es jetzt mit jeder manualität vergleicht, sind da interessante Parallelen.

00:20:09: Man könnte sie auch zusammenschneiden.

00:20:11: Da könnte man so einen schönen Clip bauen.

00:20:12: Das muss ich mal überlegen!

00:20:15: Das könnte man schön herführen, wo diese Ästhetik herkommt.

00:20:18: Das ist ja interessant!

00:20:19: Aber ich habe das gelesen und es hat mich fasziniert.

00:20:21: Dann hab' ich auch gedacht... Es ist bei dir nicht wirklich Dinge zufällig.

00:20:26: Das is wie ein Langstreckenlauf die erfüllen sich nach und nach denn ich hab das gelesen und dass Oscar Wilde Märchen vom Riesen selbstzüchtigen ist ja auch ein böses Märchen.

00:20:38: der Riese verbietet den Kindern in seinem Garten zu spielen Ist ja irgendwie auch krass.

00:20:45: Und dann wird es immer Winter, und der Winter geht nicht mehr.

00:20:48: Die Blumen sterben?

00:20:49: Es wird Winter, die Blumen stirben

00:20:50: usw.,

00:20:51: irgendwann ist es verödet...

00:20:52: Ja!

00:20:53: ...und dann bleibt eben ein Kind hängen im Geäst und er rettet das dann.

00:20:58: und durch dieses Retten von diesem Kind kommt die Liebe in sein Leben und auf einmal schmilzt das Eis und er wird wieder so sagen... Menschlich!

00:21:06: ...das Süßigegen, er wird menschlich.

00:21:07: Aber

00:21:07: er stirbt dann sofort.

00:21:08: Ach,

00:21:08: ich hab's natürlich vergessen.

00:21:10: Das Interessante ist Das Kind zeigt ihm den Weg ins Paradies, weil er sich versöhnt hat.

00:21:15: Da geht es auch um

00:21:16: Sterben!

00:21:17: Ja, eine Jedermann-Geschichte.

00:21:18: Eine jedermanngeschichte.

00:21:20: Es geht immer... ...eine Leuterung.

00:21:21: Aber es geht immer ums Sterben im Theater.

00:21:24: Also

00:21:24: Liebe und Tod die großen

00:21:26: Teile.

00:21:26: Und das hast du nach der Matura gemacht.

00:21:31: Das ist wirklich in diesem wunderschönen, wirklich sehr lesenswerten Autobiografie wird das wird es auch noch erzählt, dass dein Vater verlangt hat.

00:21:45: Dass ihr nach der Matura arbeiten gehen müsst, Geld verdient.

00:21:48: Dein Bruder ist Arzt und er hatte sich irgendeinen Hilfsjob gesucht.

00:21:54: Und du hast gesagt ich mache diesen Monologen und spiele den vor Kindergärten und Schulklassen.

00:22:00: Und hast am Ende mehr Geld verdiend als deinem Bruder?

00:22:04: Ist ja toll!

00:22:07: Also da war im Grunde ein bisschen Bogen wieder zu kriegen.

00:22:09: Da waren die Wurzeln gelegt für diese monologischen Aneignungen von Texten und Projekten.

00:22:17: Genau aus Mangland!

00:22:19: Partnern oder anderen Schauspielern haben wir dieses Stück, habe ich das allein gemacht.

00:22:24: Und für mich ist es auch so logisch als Geschichtenerzähler, als fahrender Geschichtenerzähler das dann so zu machen.

00:22:32: Da hat dein Schulkollege Musik auf Tape eingelegt im Kassettenrekorder und ich hab da mit wenigen Requisiten ein kleine Welt erschaffen und hab dann dafür die Kinder ähnlichen so Marionettentheater mit so kleinen Puppen die Geschichte nachgespielt

00:22:47: Oder wie dieses Playmobil-Theater.

00:22:48: Jetzt

00:22:48: zum Beispiel, ja!

00:22:50: Die Zusammenfassung des Wertes... Aber das ist toll.

00:22:53: und dann kamen siebenundsicht.

00:22:55: Das war dann direkt nach dem Max Einhard Seminar wo was wir vielleicht doch wirklich erwähnen müssen du ja einen was dich sicherlich auch sehr geprägt hat schreibst du auch eine ganz tolle Lehre hattest mit Klaus-Maria Brandauer der

00:23:09: dich

00:23:10: gefordert hat alle

00:23:12: Richtig

00:23:13: Und dann hast du noch ein Film mit ihm gedreht Berührenden, ja.

00:23:18: Die Auslöschung.

00:23:19: und dann aber kam der Werter als ... Ich wollte das noch mal über den Jedermann zurück.

00:23:24: zum Werter die Idee.

00:23:26: Den Werter mit dem ich was stehmein', ihr kennt euch schon seit der Schule zusammen zu machen im Nürnberger

00:23:32: Gostner

00:23:33: Hoftheater.

00:23:35: Den spielst du jetzt dreißig Jahre.

00:23:36: Genau, nächstes Jahr sind es dreißige Jahre.

00:23:38: Nächstes

00:23:38: Jahr sind sie dreißiger

00:23:39: Jahre.

00:23:39: Siebenundneunzig war das im November die Primäre und Nikolas sollte dort selber spielen auch aus Manglern Geld in die Klassen gehen und den Wert ist ähnlich wie ich den Riesen wahrscheinlich da wärt davor spielen aber er ist kein Schauspieler der holt sich da seinen Protagonisten hat mich dann für diese Rolle geholt und haben wir einen Sommer Sommersiebundneunsich in Nürnberg im August kürzester Zeit dieses Stück zusammen geschustert.

00:24:03: Wir haben uns überlegt, welche Energie könnten wir benutzen?

00:24:07: Dass die Schüler dranbleiben.

00:24:09: Also welche Musik können wir spielen und welche Irritationen einbauen, dass die Schüler einerseits wärter bekommen und andererseits aber einen coolen Vormittag haben.

00:24:17: Das waren die Komponenten.

00:24:19: Aber die sind sehr wichtig!

00:24:20: Genau

00:24:21: Und wir haben nicht gesagt, wir erfüllen ein Job.

00:24:23: Wir reißen es runter wie's da steht.

00:24:25: Da haben wir schon eine Textfassung gekommen die uns sich befriedigt hat und dann haben sie gesagt ne das interessiert uns nicht.

00:24:31: Wir werden jetzt nicht brav diesen dieser Auftragsarbeit erfülen und dann weiterziehen sondern wir wollen jetzt auch selber Spaß haben.

00:24:37: Das war für mich ein prägendes Momentum für Theaterarbeit dass man sagt Wie gestalt ich das?

00:24:44: Dass es mir selber Freude macht.

00:24:45: Dann kannst du den Leuten auch Freude machen und nicht weil es so sein muss wie die mir das anbefehlen

00:24:50: Und ich glaube, das ist auch die zentrale Entdeckung gewesen.

00:24:54: Wahrscheinlich schon beim großherzigen Riesen, dass du einen Kontakt mit dem Publikum hast.

00:25:00: Wenn du keinen Partner hast, ist ja dein Partner das Publikums.

00:25:04: Genau!

00:25:05: Das hast du als deinen Partner überhaupt entdeckt damals.

00:25:12: Du spürst jede Energie, die da fließt, die kannst du binden... Das ist ja deine besondere Vermögen und es kommt auch daher.

00:25:22: Da wurde

00:25:23: es ausgetestet.

00:25:24: Oder

00:25:24: erfahren und so, ja genau.

00:25:27: Bei mir war oft langweilig als Schüler im Theater oder ich war mit meiner Mutter als Kind auf dem Theater und das war immer so abgeschlossen.

00:25:33: Das waren mal die Leute machen da irgendwas Heiliges?

00:25:36: Und wir sind die dummen Zuschauer und dürfen das miterleben.

00:25:40: Die sind heilig!

00:25:42: Wir sind einfach Fußfolger.

00:25:43: Nein, das ist gleich.

00:25:44: Du hast

00:25:45: einen Raum, ein Vorgang ... Ein Dialog, ein gleichberechtiger Dialog.

00:25:50: Aber du hast ja einen krassen Anspruch, der auch da schon ... Ich finde immer Anfänger interessant.

00:25:54: Weil wir kommen gleich zu den aktuellen Jedermanns.

00:25:58: Dass du damals schon den Wunsch gespürt hast, irgendwas stimmt nicht.

00:26:03: Genau in dieser Stelle.

00:26:04: Das Kunst- und Lebenpassen kommt nicht zusammen!

00:26:07: Ja, schreibst du ja.

00:26:08: Du warst im Burgtheater und alles war toll und Emotionen.

00:26:11: Und dann kommst du nach Hause und das ist wieder ... Nein, ich finde den Anspruch ... Das ist ja ein romantischer Anspruch und auch ein ganz großer.

00:26:20: Wie können wir Kunst- und Leben verbinden?

00:26:22: Das muss auch in roter Faden durch dein Leben.

00:26:24: Ja!

00:26:25: Weil du die Rollen lebst, weil du hast auch gesagt, dass bestimmte Texte immer bestimmte Wegmarken deiner Biografie abbilden.

00:26:34: Wenn man da macht, wärt er total Sinn mit wie alt warst du sie

00:26:38: hier?

00:26:38: Vierundzwanzig.

00:26:39: Vier und zwanzig naja

00:26:41: klar.

00:26:41: Goethe war selber vierund zwanziv hingeschrieben hat.

00:26:45: Na bitte, das ist so.

00:26:47: Wie lange willst du denn noch spielen?

00:26:48: Jetzt bist du ja dreißig erreicht!

00:26:51: Aber es geht nicht um die Identifikation mit der Rolle sondern es ist einfach das Darstellen des Textes.

00:26:57: Das kann man mit Achtzig machen.

00:26:58: Und der Widerspruch zwischen dem Darsteller und dem Inhalt ist auch Entertaining, also ...

00:27:04: Ja ja!

00:27:04: Schönen

00:27:05: Satzgirr zum letzten Jedermann-Aufführung.

00:27:06: Da war es unglaublich heiß und hat ein befreundeter Dramatur gesagt.

00:27:10: Er hat genossen wie die Körper in der Hitze mit dem Stück kämpfen.

00:27:14: Und das war auch eine berechtigter Inhalt finde ich.

00:27:19: Es geht so nicht umsagt okay, die machten das als richtig und sie sehen ein Stück sondern man kann auch zuschauen, wieso Menschen an einem Domplatz kämpfen.

00:27:26: Das ist Theater.

00:27:30: Du siehst richtige Arbeit und du darfst da entspannt zuschauen, das ist vielleicht mehr Inhalt als ich kann braven Stück anschauen?

00:27:39: Es hat aber ein bisschen mehr auch die Dramaturgie zu hauen.

00:27:43: Weil es ist wirklich interessant ... Die Seventeen-Uhr Vorstellung, die ist doch so gebaut von Reinhardt und Hoffmannstadl damals schon, dass der Schatten kommt wenn der Tod auf die Bühne tritt.

00:27:55: Wenn er stirbt,

00:27:56: zeigt man mal so ... Ja,

00:27:57: aber trotzdem ist das Publikum schon komplett im Schatten in der Mitte, also wenn da Tod kommt und es ist krass!

00:28:09: Weil das ist natürlich toll, aber das funktioniert nicht mehr weil die Sonne jetzt so stark ist dass man denkt, das ist schon der Tod.

00:28:19: Es ist ja.

00:28:20: ich frag mich auch wie du das machst.

00:28:23: Nein, nein.

00:28:24: Es ist nicht mehr ... Wenn man das sich bei vierundzwanzig Grad im Sommer ... Aber es ist so heiß!

00:28:30: Ich hab gelesen, ihr habt mal auf der Bühne gemessen.

00:28:32: Einenundfünfzig Grad?

00:28:35: Und da frag ich mich, wie macht man das?

00:28:36: Also mit dem Wasserhaushalt und mit einem ... Es wird ja viel über dich gesagt.

00:28:43: Es gibt viele Beschreibungen aber eigentlich ist es ja wie so ein ... Es gibt Sportler und es gibt irgendwie Extrem-Sportler.

00:28:50: Und es gibt Schauspieler.

00:28:54: Ich meine, du hast auch Kolleginnen die sind siebzig und so weiter.

00:28:57: Wie geht

00:28:58: das?

00:28:58: Die erste war wirklich eine große Herausforderung.

00:29:00: Da war ich selber völlig verwirrt körperlich.

00:29:02: Der hat mir alles so weh getan.

00:29:03: Und jetzt hab' ich mich schon so daran gewöhnt dass es einfach eine Konzentration ist.

00:29:08: Okay, ich weiß heute's heiß und dann ist er auch geschafft!

00:29:13: Man kann das dem Körper trainieren beibringen und sicher auch sagen... Ja

00:29:17: also immerhin Ganz ehrlich, zwei Stunden in der Hitze spielen ist eine Sache.

00:29:21: Aber es gibt ja viel schlimmere physische Herausforderungen für Menschen ... Es ist machbar!

00:29:29: Es wird gerade verleugnet, dass die Übersterblichkeit zunimmt durch die Hitze.

00:29:34: Nein, das wird politisch geleugnet.

00:29:35: Das ist ne Belastung für alle und auch für das Publikum.

00:29:41: Wenn

00:29:41: man sich mental drauf vorbereitet, ist es zu schaffen?

00:29:45: Ja, du schaffst es ja auch heute Abend, heute der siebzehn Uhr wieder.

00:29:49: Ich habe glaube ich gelesen, ist die zwölfte Vorstellung heute.

00:29:52: Die Zwölfte und dann kommen noch vier also es schon drei Viertel sind rum.

00:29:57: Wenn du ... Ist es traurig dass das nur noch vier sind oder bist du dann froh machst auch eine Zäsur mal wieder nicht bei fünfzig Grad auf die Bühne?

00:30:06: Ein Lachendes und ein Beinendes Auge!

00:30:09: Natürlich, natürlich ja.

00:30:10: Das ist alles was man frohes geschafft hat.

00:30:12: und da sitzt auch Charles wieder vorbei ist... Du schaffst deine Welt,

00:30:20: mit

00:30:20: der Aufführung ist sie vorbei.

00:30:22: Dann denkst du so schade, das hätte ich gerne noch mal und vielleicht kommt er nie wieder.

00:30:26: Das weiß man ja nie.

00:30:27: Ein Stück was zu Ende ist am Abend.

00:30:29: Man weiß nie ob es nochmal kommt.

00:30:32: Das ist schon eine komische... Weißt

00:30:34: du's jetzt auch nicht?

00:30:35: Beim

00:30:36: Filmen kannst du ihn noch zu Hunden mal anschauen.

00:30:41: Der Film ist fertig, aber das Stück ist immer wieder aufs Neue ein Erlebnis oder ein Abenteuer.

00:30:46: Es gibt so viele Fehlerquellen im Theater also unendlich viele Fehler Quellen dass es eigentlich ein Wunder ist, dass es wieder geschaut geklappt hat.

00:30:55: Aber

00:30:55: du bist ja nun ein... Ja also unbedingt, aber du bist dann nur das Beispiel dafür, dass du dir... Das hat vermutlich was, kannst du sagen?

00:31:03: Was damit zu tun, dass Du ja legerst weniger bis, also dass dir schwerfällt.

00:31:10: Du kannst dir nicht Prima Vista lesen.

00:31:12: Wenn ich dir einen Text geben würde ... Ich

00:31:13: hab wirklich beeindruckt, wie du gerade vorles Zitater gelesen hast von Max Reinhard.

00:31:18: Wenn das so könnte wie du, der wird mir so viel Arbeit erspart sein, dass ich brauche dafür den ganzen Tag, um das hier so vorlesen zu können.

00:31:26: Da muss

00:31:27: ich

00:31:27: die Verkehrsschilde reinschreiben in Texts, je langsamer leise da eine Luft holt.

00:31:33: Und bis es mal inkorporiert ist, muss schon ein bisschen Zeit vergehen.

00:31:36: Also ich könnt nie so frei da ... aus dem Papier, das er so vortragen, dass jeder versteht.

00:31:42: Aber dafür... Jeder Vorteil hat sein Nachteil oder jeder Nachteile hat seinen Vorteil.

00:31:47: Dadurch dringst du sie in viel größeren Aufwand und Zeitaufwand aber dadurch behältst Du sie ja auch ganz lange?

00:31:55: Und kannst den nicht wieder weg abgeben?

00:31:57: Genau!

00:31:58: Man ist doch toll.

00:31:58: also ich meine man gibt ja auch welche die sagen heißt habe ich den Werter... ...fünfzehn Jahre gespielt reicht.

00:32:04: Nein, ich hab ihn einmal erarbeitet, also bleibt dabei mir.

00:32:10: Und ja und ich habe es jetzt übrigens in allein gemacht und das war eine wunderbare Vorstellung da war ich selbst überrascht was dass das so hergibt also dass das obwohl schon so lange da ist einfach so fresh waren so crazy also dann immer.

00:32:24: das ist schon unglaubliches glück dass man dann so ein land oder so einen sort geheim platz hat der so viel power hat und der dann immer wieder so aktiviert werden kann.

00:32:35: Aber

00:32:36: das kann er, du kannst ... Du hast ja ganz viele.

00:32:37: Wir haben jetzt noch nur über zwei geredet.

00:32:40: Da kommt ja noch dazu zu deinem fünftigsten, können wir gerne drüber reden?

00:32:43: Hast du dir den Haargestolz geschickt?

00:32:45: Zwischendrin hast du geschenkt, den Haargestolz von Albert Stifter, die dir geschenkte wie man lesen konnte.

00:32:52: aber du hast auch Kafka gemacht der Prozess, Kafka Amerika also ganz komplexe Texte und da kannst du aber Schublade auf und sagt heute Werter.

00:33:06: Ja, das meine ich mit dem Vorteil wenn du ihn durchdrucken hast bleibt er immer bei dir.

00:33:10: Das Wahnsinn ja.

00:33:13: Und weil wir da über die weg

00:33:14: so wohnungen ja Du

00:33:16: kannst umziehen du siehst um und kannst dann dort reingehen?

00:33:20: Das ist toll.

00:33:21: das krass Trotz ja Lässt faszinierend.

00:33:27: ich hatte man kann dir alle das kann ich nochmals tipp geben.

00:33:30: man kann hier alle hören bei den Streamingdiensten, will ich nicht namentlich nennen.

00:33:34: Aber bei allen Streaming-Diensten kann man die Sachen hören...

00:33:37: Das sieht eben auch von vorhin das ist auch da.

00:33:40: Das war die Short-Version?

00:33:41: Es gibt noch eine Long-VERSION.

00:33:43: The Dance-Verschon!

00:33:45: Die Dance-Short-Vertion.

00:33:46: aber es gibt noch ne Dance-Long-Verson.

00:33:48: Die dauert dreißig Minuten und dann gibts einfach nochmal ne Textversion.

00:33:51: also diese Textlastiger und nicht zur Musiklastiger.

00:33:54: Und dann war's apropos Musik.

00:33:56: Dann was irgendwie zwangsläufig dass du die Deine Auftritte prägende, finde ich Band Die Elektrohand Gottes dass du die kreieren musstest sozusagen.

00:34:08: Das war dann nach der Jedermann lief hier bei diesem jungen Directorsprojekt und dann war es auch weg?

00:34:14: Ja was im Taliertheater.

00:34:17: Und parallel zum Talierttheater habe ich diese Band das Bandprojekt entwickelt und eine eigene Reisevariante, die setzt eben jeder Menü loadet wie sie ist.

00:34:27: Das war dann parallel gelaufen und habe ich im Taliertheater die Verabredung gemacht, dass alle Aufführungen, die sie nicht wahrnehmen wollen.

00:34:34: Ich mit der Band-Variante bespielen kann.

00:34:37: Und das ist dann immer größer geworden.

00:34:39: Die ursprüngliche Wahrheit hat das TalierTheater so nie verlassen.

00:34:43: Da waren dreißig Aufhöhlen im Taliertheater in einer anderen Orchestrierung und an einem Spünenfassung, eines Kostümes.

00:34:50: Und da haben wir gesagt, ich mache eine eigene Fassung.

00:34:52: Hier drum kam das Reloaded dazu als ... Abgrenzung.

00:34:56: Was heißt Reloaded?

00:34:58: Wieder

00:34:58: aufgeladen, neu aufgeladet.

00:35:01: Durchgeladen!

00:35:07: Und das ist ja auch die Füllstähle oder sogar Räume.

00:35:10: ich habe das jetzt Burg Klamm vor dreitausend aber du füllst ja unglaubliche Säle damit mit der Band.

00:35:18: Ich hab's im Globe in Wien gesehen.

00:35:20: Es war auch eine tolle Bühne dafür weil es ist wirklich wie ein Rockkonzert Du bist der Band-Leder, der nicht singt.

00:35:28: Genau!

00:35:30: Das ist

00:35:31: ein Theaterstück und Rockkonzert in einem gleichzeitig.

00:35:34: Ja Und das ist eine wirklich tolle Konzeption.

00:35:38: also du kannst wenn du die Sprache nicht verstehst oder dich interessiert kannst ein Rockkonzept genießen.

00:35:42: Wenn du aber ein Theater Stück sehen willst hast ein Theater Stück dass du gesehen hast und es ist zufällig auch ein Rock Konzert gewesen.

00:35:47: so

00:35:48: ja das kann man so verkürzt sagen.

00:35:49: andererseits hilft ja das.

00:35:51: naja ich finde auch wenn man andere Sachen wenn man sich jetzt vielleicht den Haar gestolzen Oder auch... na gut, das ist noch ein anderes Genre.

00:35:58: Deine Schiller-Balladen!

00:35:59: Das ist ja nochmal ein anderer Genre aber die Musik trotzdem transportiert der Gefühle.

00:36:04: Ich meine du hast alles gemacht Opa noch nicht weil du nicht singst Aber Musik transportiert natürlich Emotionen viel besser als Sprache.

00:36:15: Wenn jemand hat geschrieben Also im Sinne von Lehrerneuen Zuspruch, weil du die Gipsköpfe zerschlagen hast oder zerschlägst und in reine Energie verwandelt.

00:36:28: Das fand ich eine gute Beschreibung.

00:36:30: Und was ich auch toll finde ist das mit diesem Format, was deine Kreation ist so ... Mit dem Schatten von Stehmann vielleicht?

00:36:39: Weil der macht ja immer Musik- und Theater zusammen aber dass du damit auch junge Leute erreichen willst.

00:36:45: also du hast da richtig einen inneren Auftrag zu sagen Äh ... Ihr müsst euch mit dieser Klassik beschäftigen, oder?

00:36:53: Also ich sag das ist Potenzial und es wäre schade, wenn dieses Potenzal nicht wahrgenommen wird.

00:36:58: Oder das verkannt wird.

00:37:00: Einfach im Bücherschrank verschimmelt.

00:37:02: so ja... Ja die werden jetzt alle aussortiert und irgendwie eine Antiquariate will ihr auch nicht mehr haben.

00:37:07: Und keiner will mehr Bücher stehen haben heutzutage und das sind sie irgendwann weg.

00:37:10: Also du googlst das und kriegst in ne vorhinste Fassung.

00:37:15: Gibt's halt dann für den Internet, Den Handschuh oder die Glocke und dann findest du im Internet Fassungen, die stimmen nicht.

00:37:23: Man muss ein Buch in die Hand nehmen.

00:37:25: Richtig!

00:37:26: Ja... Die Glocche hat mich umgehauen.

00:37:29: Wenn wir jetzt noch Zeit haben, können wir noch die Glocken spielen?

00:37:33: Nein ich kann das nur sagen, hören Sie sich's an, das ist wirklich toll.

00:37:39: Das ist auch wirklich darauf bin ich wirklich stolz dass sie Aufnahme auf dem Schillerballaden rave Album Glocque ... Das ist für mich eines der Höhepunkte in meinem Lebens.

00:37:51: Kann man sich mal einfach hinsetzen und das anhören.

00:37:54: Kostführer,

00:37:55: Flugzeug irgendwo... Man will es nicht glauben aber das ist so ein toller Text!

00:38:01: Und man liest den ja auch so nicht.

00:38:02: Man liest Schillers Glocke nicht, das ist der Inbegriff von Hate Poesie.

00:38:08: Also das ist von Schule oder von... Das ist einfach nix.

00:38:12: aber wenn du es immer anhörst, dass ist Wahnsinn!

00:38:16: Auch dichterisch wie sich das verformt und versmaß.

00:38:20: Da gibt es einen ganz strengen Form in der Mitte, wie die Glocke hergestellt wird.

00:38:24: Das ist so eine Beschreibung, wie sie produziert wird und das ist immer ein beruhigendes Element.

00:38:31: Und dazwischen franzt die Erzählung total aus.

00:38:34: Aber es ist auch ein fest, ein gesellschaftliches Fest.

00:38:37: Ja, das ist toll weil die ganze Gesellschaft hat teil.

00:38:39: Es ist ja ne Schöpfung.

00:38:41: Genau.

00:38:41: Dann gibt's diese Form aus Erde und Leben und dann kommt der erste Klang und da ist ja eine ganze Welt, die

00:38:47: da ein großes Riesel obsurbt.

00:38:49: Genau, ja.

00:38:50: Da geht's um eine Erschaffung und die ...

00:38:53: Eine Erschärfung was gigantischem?

00:38:55: Das kann man mit allem gleichsetzen, das kann alles sein, was wir so schaffen als Menschen.

00:38:59: Ja.

00:39:02: Das ist toll.

00:39:03: Irgendwo hast du gesagt, dass es der finale Text, den kannst du immer dich mit denen beschäftigen.

00:39:07: Richtig!

00:39:08: Und immer wenn ich zwischendurch im Flugzeug etwas genervt bin, dann höre ich das an, um wieder zu beruhigen.

00:39:13: Es ist eine schöne Sache.

00:39:14: Das empfehle ich auch also den Schillerrave auf dem Kopfhörer Und beim Fliegen oder im Zug und so hören, ich hab das im Zug immer gehört.

00:39:23: Dann auf den Noisecanceling-Kopfhörer und dann bist du in einer ganz eigenen Welt.

00:39:27: Das ist Pferd.

00:39:32: Na ja, weil hier kennt man ... Da kommen wir gleich drauf.

00:39:35: Hier kennt man dich als jedermann oder als Doktor Schnitzel aus dem Fernsehen.

00:39:40: Aber ich glaube, dass unser Publikum heute ... Hier ist, weil du hier auf dem Domplatz ... Den jeder Mann spielt.

00:39:49: Aber du bist ja noch so viel mehr, deswegen will ich da auch ein bisschen Augenmerk

00:39:53: drauf.

00:39:54: An und für sich klar.

00:39:55: Man geht da nicht hin, kreuzt was an und ist dann jeder im Domplatz.

00:39:59: Das ist ja der Höhepunkt in einer langen Entwicklung.

00:40:03: bei jedem Darsteller würde ich mal sagen.

00:40:06: Ist das sozusagen ein Plateau, was erreicht ist?

00:40:10: Wo viele Leitern und Wege hinführen sozusagen.

00:40:13: Ja, das finde ich auch schön von dir dass du dir die Zeit nimmst, das zu analysieren wie man dahin kommt weil das ist wirklich kompliziert.

00:40:20: also und es war auch Wie komplex der Weg zum Platz ist.

00:40:26: Ich bin da einmal eingesprungen.

00:40:30: Da wurde die Truppe davor rausgeschmissen, dann wurde ich da gefragt.

00:40:34: Das ist völlig absurd!

00:40:35: Dann bist du jeder Mann geworden?

00:40:37: Weil jemand anderes gerade abserviert wurde?

00:40:39: Ja genau.

00:40:39: Auch noch?

00:40:41: Es hat überhaupt keine Logik.

00:40:42: Es ist nicht sauber.

00:40:47: Tröstlich, dass man sich das immer stellt ... Zauberhafter, poetischer vor.

00:40:52: Jetzt kommt das Taxi und die Dame oder der Mann mit dem schwarzen Koffer hier ...

00:41:00: Auch selbst das Einspringen war so widersprüchlich?

00:41:02: Das war ja auch eine ganz widersprügliche

00:41:04: ... Ich kann mal vielleicht nicht alle wissen, dass es im Jahr zwei Tausend Achtzehn hat sich jemand bei den Salzburger Festspielen eingefallen, dass du jedermann Spezialist bist und dich dann anrufen ob du in vierundzwanzig Stunden, dreißig Stunden am Domplatz stehst Und mit Stephanie Reinsberger, ne?

00:41:23: als Bullschaft einspringsst.

00:41:25: Also es

00:41:25: kam mir noch nie vor, dass in jeder Mann ausgefallen ist und das war einmalig.

00:41:30: Und in der Oper ist es üblich, dass man eben einen Ersatz

00:41:33: hat,

00:41:34: weil die Partitur kann jeder singen, der das draufhat... Ja klar!

00:41:38: ...und das ist egal, welche Inszenierung.

00:41:40: du kannst also die Partiture singen und dann sagt ihr jemand wo du gehen musst und dann ist das übertragbar.

00:41:46: Aber im Theater gibt's keine Ersatzzauspieler.

00:41:48: so entweder man konzipiert das von vornherein, das ist eine A und B Besetzung gibt.

00:41:53: Das haben wir jetzt zum Beispiel hier bei manchen Rollen, weil die Absetzung nicht durchgehend da sein kann wird aus dem Ensemble schon werf eingeschult aber generell gibt es das nicht.

00:42:03: und dann ist halt der einzigartige Fall passiert dass jeder mal krank war Und dann haben die händeringend in einem langen Telefonaktion gesucht.

00:42:12: Ich war der Letzte, der da gefragt wurde und ich habe das ganz kühn zugesagt, warum konnte ich das?

00:42:17: Weil es schon fünf Jahre mit jeder man reloaded auf Tour war und wie das dann einfach zugetraut hat!

00:42:22: Aber das war so ein life-changing Moment und auch in sich so kompliziert herzustellen.

00:42:29: Es war schon kompliziert und komplex, ja?

00:42:31: Und man denkt dann, dass wäre der Einstieg im Domplatz aber was überhaupt nicht?

00:42:35: Ja, lass es doch ganz kurz ... In den Dornplats bleiben, weil ich hab ... Das ist ein schönes Kapitel in dem Buch, was die natürlich auch draußen signiert kaufen können.

00:42:45: Aber das ist ein Schönes Kapitel wie du die proben.

00:42:49: Du wirst da rumgeführt und dir erklärt, man dir natürlich ... Ist es anders?

00:42:53: Andere Arrangements, andere ... Textfassung.

00:42:57: Und du hast einmal alles kurz durchgemacht außer die Szene mit Stefanie Reinsberger, weil sie gesagt hat, das machen wir so.

00:43:02: Genau!

00:43:03: Das war die einzige Wahrheit.

00:43:05: auch, weil alles was sie mir gesagt haben, ich wollte vergessen.

00:43:07: So wie was da schreien irgendwelche Leute über sie ins Ohr, was du machen sollst und was es bedeutet also...

00:43:13: Aber das muss ja so ein Theatermoment pur gewesen sein.

00:43:15: Wir kennen das ja.

00:43:16: wenn's so eine Irritation gibt dann lebt es ja Dann kriegt das ja eine ungeheurelle Bändigkeit.

00:43:21: Das muss man in dem Moment erkennen, in letzter Sekunde.

00:43:26: Du wirst da wie so ein Paket rumgeschoben und es geht ... Die Kollegen

00:43:30: helfen auch dann?

00:43:31: Genau!

00:43:32: Das denkt man barbar nicht zu.

00:43:34: Aber am Anfang, wenn ich vor davor schaue, wurde mein Kostüm genäht.

00:43:37: Es waren so viele Nebensältigkeiten, die mich überhaupt nicht kenne, Wichtigkeit hatten bis ich dann eben eine Viertelstunde verauftreden habe.

00:43:45: Und nachgedacht, warum geht's da eigentlich?

00:43:46: Also was mach ich denn da überhaupt.

00:43:49: Das war der entscheidende Moment, weil sie gesagt hat, ich muss versuchen diese Geschichte und die Dramaturgie irgendwie zu übertragen.

00:43:57: Egal ob ich jetzt richtig stehe oder so... Und das andere war wichtig, dass mir gesagt hat es sehr tisch, das war nämlich ein ganz wichtiger Moment im Stück aus Zucker ist.

00:44:06: auf den darf ich auf keinen Fall draufsteigen, weil er einen bestimmten Punkt zusammenbricht.

00:44:10: Also und das war konzipiert dass wenn der Tod kommt die Bühne sich hebt, es wird sich gerade und alles in sich zusammen fällt also das ganze Leben zerfällt und drum... Und das war ein ganz wichtiger dramaturgischer Moment im Abend und drum durfte ich den Tisch nicht zu sein gespielen ja auch in Rage nicht draufspringen so weiter weil er sowieso zerbricht.

00:44:32: Und das waren die einzigen zwei Komponenten, die sozusagen wichtige Informationen waren und der Rest war dann einfach...

00:44:38: Du bist auch nicht drauf gesprungen.

00:44:39: Das hast du dir jetzt... Naja!

00:44:42: Wenn man in Rage ist?

00:44:43: Ja ich spiele Rage aber ich bin nichts wirklich im Rage also.

00:44:47: Oder baut sich ja eine Verkehrsschilde, es ist ganz wichtig.

00:44:50: Also man kann nicht irre sein.

00:44:53: Nein, aber die Grenze.

00:44:53: Schauspieler

00:44:54: sein ist irre spielen, aber nicht irre seien, das ist ganz Wichtig.

00:44:58: Das wissen wir.

00:44:59: Trotzdem ist die Grenze

00:45:00: nicht ... Die meisten Leute glauben, wenn man eine Bierflasche in der Hand hat, dass da Wasser drin ist und keiner drüber nachdenkt.

00:45:12: Aber

00:45:12: du arbeitest doch an dem Mythos, das alle denken?

00:45:16: Natürlich!

00:45:19: Na gut, dann haben wir doch eine ungeschminkte Wahrheit.

00:45:24: Es ist nicht alles echt.

00:45:27: Aber die Energie muss echt sein?

00:45:30: Ja, aber das ist die Frage.

00:45:31: Der

00:45:31: Glaube ist wichtig.

00:45:33: Wir glauben

00:45:33: alle zusammen an Zäbel und das ist Theater.

00:45:36: Das stimmt.

00:45:38: Ich war um jetzt im Jahr zu kürzen... Jedenfalls hast du gedacht, jetzt bist du angekommen und dann kam nichts mehr.

00:45:48: Kein Anruf kann bitten, dass du jetzt nicht ... Dann ging es bergab!

00:45:55: Dann kam Alkohol ins Spiel.

00:45:58: Gefängnis, Glossgotion.

00:46:00: Ja,

00:46:00: bloß gut, dass wir ja noch die in dem anderen Teil hier noch die Vorstadtweiber hattest.

00:46:06: Die waren auch schon abgegeben?

00:46:07: Ja,

00:46:09: alles vorbei.

00:46:09: Ich hab auf

00:46:10: die schiefe Bahn geraten.

00:46:15: Es gibt nur, wenn wir jetzt gleich zum ... Jeder kann noch zwei tolle Dokumentarfilme, die ich auch gesehen habe.

00:46:24: Die kann man gar nicht sehen, die muss man sich geben lassen oder irgendwo ausleihen.

00:46:29: Katharina Petke hat mir jeder Mann und ich gegeben.

00:46:32: Schöne Grüße!

00:46:33: Und der Ganzt des Tages, den kann man auch nicht mehr überall sehen.

00:46:36: Den gibt es irgendwie bei Pay, doch bei ... Den

00:46:38: kann man schon streamen?

00:46:39: Ein Dokumentarfilm, ein

00:46:43: Spieldokument.

00:46:44: Spieldokumentarfilmen,

00:46:45: ja genau.

00:46:48: Titzer-Kuvi und Rainer Frimmel da sieht man dich auch gar nicht wahnsinnig.

00:46:53: das fand ich interessant weil die beiden Filme geben einen ganz spannendes Bild von dir nämlich fast melancholisch.

00:47:00: man gibt so Einstellungen nach der Vorstellung immer leere Garderoben immer einsam eigentlich am Fenster da darf er noch nicht mal rauchen.

00:47:08: nur so Da hab ich gedacht, das ist krass.

00:47:11: Man sieht die andere Seite also nicht die Wahnsinnige sondern der Arbeit immer diese Umzüge.

00:47:16: da sitzt man dann muss sich wieder... Da kommt der Durchruf, Herr Hochmeier zur Bühne.

00:47:21: Das hat nichts mit Glamour zu tun.

00:47:26: Es ist halt die andere seite von der Medaille ja?

00:47:31: Also Theater ist schon ein einsames Ding.

00:47:35: Für mich war das lange eine Ersatzfamilie und da habe ich mich richtig total fallen lassen, und hab dann so meine Welt gefunden.

00:47:41: Aber ich habe mich dann irgendwie durch dieses Fernsehen auch rausentwickelt.

00:47:44: Und es war dann auch gut.

00:47:45: also dass man in die Welt rausgeht, dass man aus der kleinen Welt in die Große geht wie Faust eben auch.

00:47:53: Das muss dann schon stattfinden.

00:47:56: Ich hätt's bis zur Lebensende nicht in einem Haus ausgehalten, das wär ja nicht denkbar für mich.

00:48:02: Und so kann ich immer wieder zurückkommen oder hab halt meine Produktionen und auch den ganzen Sommer hier sein...

00:48:07: Da wollte ich grad sagen du bist ja danach viel Abstinenz also Ensemble-Abstinenz?

00:48:11: Bist du ja dann vor drei Jahren hier ins Team von Robert Carson und musstest dich wieder einfügen!

00:48:18: Uste, Durfte?

00:48:20: Ja durftest sowieso.

00:48:22: Aber trotzdem ist es dann ja wie viele sechs Wochen Proben?

00:48:26: Zuerst mal waren sieben und jetzt sind's zweieinhalb so.

00:48:29: Sieben Wochen proben, wieder ein ganzes Ensemble.

00:48:33: Jeder Mann reloadet aus dem Kopf flaschen.

00:48:36: Genau!

00:48:36: Jetzt hast du eine Mutter die die am Uste zuhören.

00:48:39: Richtig!

00:48:41: Kannst ja nicht selbst spielen.

00:48:43: Aber das ist doch nicht leicht, oder?

00:48:44: Wenn du weißt ... Du bist ja nicht überrascht!

00:48:47: Man muss als Schauspieler noch überraschst sein was der Partner sagt aber du kennst es ja alles.

00:48:52: Ja, das stellt man ja ab...

00:48:55: Das ist wie die

00:48:57: Hitze.

00:48:57: Also wenn man weiß, da kommt Hitze dann muss man das aushalten und man lernt sich flexibel in die Umstände einzufügen.

00:49:06: Das ist glaube ich das Wichtigste von Schauspülern, dass man das lernt immer wieder auf die Umstände zu reagieren.

00:49:13: Das ist das Allerwichtigste.

00:49:14: Ich habe gedacht, wie wird es wohl sein der jedermann?

00:49:18: Ich hab jetzt reloaded gesehen mit ein bisschen Bild gemacht und am Freitag auf dem Domplatz gesehen bei der Hitze.

00:49:26: Dann hab ich gedacht ... Der Widerspruch, den ich gedacht habe zu sehen so groß war er nicht!

00:49:31: Weil du doch auch dort als jedermannen auch die Kraft reinbringst, die du bei reloadet hast oder auch ein bisschen So ein bisschen das Punk-Hafte.

00:49:41: Also, dass dieses mit aller Kraft am Leben hängen... Das ist dann schon Hochmeier!

00:49:47: Das ist eben nicht klar bei jedem Schauspieler so, aber es war... Ich fand das

00:49:54: hier das große Glück, dass man das verbinden kann.

00:49:56: Dass ich jetzt so mit Reloaded experimentieren konnte und eine Erfahrung machen konnte, die kann ich dann an dem Domplatz mitbringen.

00:50:02: Dann habe ich wieder einen Domplatz in der Fahrt, den kann ich wieder zu Reload mit bringen.

00:50:05: Die Ordnung, die ich am Domplatz erfahre, kann ich bei Reloade einsetzen?

00:50:09: Also Robert Carsten ist ein Spezialist für jedes Detail.

00:50:13: Jede Gabel, jede Serviette und alles ist inszeniert.

00:50:16: Da bleibt nichts über.

00:50:17: Jedes Töpfchen hat da sein Deckel.

00:50:21: Das ist alles perfekt!

00:50:22: Und das kann ich wieder bei Reloaded einparken und sagen okay... Ich habe hier so viele Requisiten verlierständig.

00:50:27: Was denn?

00:50:27: Die geht fürs Kaputt.

00:50:28: Kann jetzt auch mal eine Liste machen und nachdenken.... Ich habe immer auch Energie daraus gezogen, dass das so kautisch ist.

00:50:35: Also diese postramatische Energie.

00:50:37: Man stellt hier ein paar Sachen auf die Bühne und schaut wie es reagiert aufeinander und danach ist alles kaputt.

00:50:43: Ja finde ich geil.

00:50:44: aber kann man auch mal vom Domplatz lernen, dass eben nicht alles immer kaputt sein muss und ich selber auch nicht kaputt sehen muss.

00:50:51: Ja, das war ein großer Partner für dich.

00:50:53: Nikolas Stehmann über Jahre, dass ihr entwickelt habt tatsächlich dieses postdramatische Theater.

00:50:58: also hier seid ja die Signature Company.

00:51:00: sozusagen

00:51:01: gibt sich ja andere auch noch gibt es

00:51:03: auch andere.

00:51:04: aber selber

00:51:05: war das ein ganz wichtiges Momentum oder Erlebnis?

00:51:09: Dass man da seine Theatersprache findet eine Formensprache findet

00:51:12: mit dir als gemeinsam also ihr beide gemeinsam und

00:51:16: zusammen in der Schauspielschule.

00:51:18: Und dann haben wir die ersten Stücke zusammengemacht und haben wirklich, sagen wir mal mindestens also schon in fünfzehn, zwanzig Jahre extrem eng zusammengearbeitet.

00:51:27: Ja.

00:51:28: Und Hamlet in Hannover ist mir eingefallen den habe ich gesehen.

00:51:32: In Hannover oder?

00:51:32: In Hannova

00:51:34: diese RAF Zitat wo die alle da an der Wand stehen wie bei Kommune Eins mit dem Hosen runter und so.

00:51:43: Da war ich wirklich nackt.

00:51:44: Da warst

00:51:45: du nackter, stimmt?

00:51:45: Da war sich ja fünfzehn Minuten nackte auf der Bühne als Provokation im bürgerlichen Elternhaus.

00:51:53: Sagt Hamlet, das ist jetzt Revolution!

00:51:55: Ich zieh mich nacktaus und hab die Knarren und beide da nackten herum ... Das war nacktes, aber am Dummsten ist es wieder absurd.

00:52:03: Dann

00:52:04: musst du noch mal diesen Tongürtel ablegen.

00:52:07: Der stört.

00:52:08: Na ja, das Bild ist nicht perfekt.

00:52:14: Die Absehensleistung wird gefordert!

00:52:16: Sie absehendsleicht?

00:52:20: Wir sind nackt.

00:52:21: Aber der hat einen Tongüttel, sonst hören wir ihn nicht.

00:52:25: Er ist quasi nackт.

00:52:27: Die

00:52:28: Sehens-Leistung ... Also nicht die Sehenzleistung, sondern die Absehnensleistungen.

00:52:41: Das sagt man jetzt immer, wir sehen davon ab.

00:52:43: Richtig!

00:52:44: Aber du wusstest doch eigentlich ganz kurz noch mal zu den Salzburger Festspielen.

00:52:48: und jeder Mann, du hast gesagt der jedermann traf eine Lehrstelle in dir oder ein Vakuum weil Du Inzignungen gesehen hast.

00:52:55: das war die mit Uli Tukor und Sophie Reus.

00:52:58: Und dann hast du dieses Paradox erlebt.

00:53:00: das Stück hatte ich kaum was angegangen aber das mediale drumrum war so groß dass hast du nicht verstanden genau verstehst es jetzt

00:53:08: Bestens, aber das muss ja mal reinwachsen.

00:53:12: Also jetzt nicht per se lesbar.

00:53:16: Weißt du was Sophie Reus gesagt hat nach ihrer einzigen Spielzeit als...

00:53:19: Nein!

00:53:20: Ich hasse diesen österreichischen Tittenfetischismus.

00:53:24: Titten Fettishismus?

00:53:25: Österreichische Titten fettishismus.

00:53:27: und dann ist sie gegangen.

00:53:29: Interessant, ja.

00:53:29: Ja

00:53:30: also unterwundest du dich dass die über Unterhosen reden?

00:53:32: Richtig.

00:53:34: Man muss ein bisschen Gleichbehandlung muss ja sein.

00:53:37: Warum sollen wir immer nur über die Frauen reden?

00:53:39: Kommen auch über die Männer.

00:53:41: Kürbchengröße, dies das ...

00:53:43: Eiergrüße!

00:53:48: Genau.

00:53:49: Das gibt es ja schon im Glanz des Tages.

00:53:51: Wie heißt der Partner da?

00:53:54: Walter

00:53:55: Sabel.

00:53:55: Da gibt's doch die Szene, die ist sehr schön.

00:53:58: Du hast in der Ehrengalerie des Burgtheaters einen

00:54:02: Relief.

00:54:02: Ein Relief,

00:54:04: lebensgroß.

00:54:05: Jo nackt.

00:54:06: Auch nackte!

00:54:08: Und dann sagt der Kollege Sabel im Film, da hätten sie aber noch ein bisschen was machen können.

00:54:17: Aber das ist ja auch ein Teil von dir ... Ironie ist ja nicht fremd.

00:54:21: Auch selbst ironie.

00:54:22: Daran arbeite ich.

00:54:24: Du gibst jetzt von Hochmeier wo bist du auch eine Bühne wurschen?

00:54:28: Genau.

00:54:28: Da hab' ich gelesen, ne Kritik und da setzt du dich auch auseinander mit Zuschreibungen.

00:54:35: Die Lustigste war ...

00:54:37: Gottloser Scheiß.

00:54:38: Das ist ja... Aber dann gibt's noch eine, die war krass!

00:54:42: Genital statt genial.

00:54:43: Stimmt?

00:54:46: Aber du benutzt das selber in deiner Performance.

00:54:48: Du integrierst es aber auch postdramatisch.

00:54:54: Es ist

00:54:54: alles Energie.

00:54:57: Man darf sich diese Verurteilung nicht erhingeben.

00:55:00: Ja

00:55:00: genau, gut und böse läuft da weg oder richtig falsch.

00:55:04: Also am Ende sag ich, es geht immer um Entertainment.

00:55:06: Und dann will das Energie fließt und dass irgendwas passiert... ...und wenn man denkt okay der ist jetzt zu sehr da auf sich bezogen oder zu eitel oder zu sehr gekränkt, das interessiert einfach niemand.

00:55:16: Wenn wir stehen irgendwie drüber und lachen gemeinsam über diesen Umstand.. ..oder analysieren gemeinsam wie komplex das alles ist, dann wird's ja vielleicht interessanter.

00:55:24: Ja insofern bist du auch ein jedermann für jedermannen.

00:55:28: also schon!

00:55:29: Ich meine, du genießst das Bad in der Menge?

00:55:32: Ich hab dich dann mit dem Fahrrad

00:55:42: zur.

00:55:43: Ich kann mich nicht so gut aus dem Salzburg sehen.

00:55:45: Im Fahrrad noch schnell was gekauft oder was?

00:55:50: Aber du genießt das.

00:55:51: Es

00:55:53: ist

00:55:54: eine einzige Bühne.

00:56:02: Stehst ja in der Reihe von vielen berühmten, jeder Männern.

00:56:05: Hat das Klaus-Maria Brandau damals bestimmt nicht so gemacht?

00:56:08: Weiß ich nicht.

00:56:10: Aber die Zeiten ändern sich und du musst auch ... Ich

00:56:11: weiß!

00:56:12: Du, die Zeit ... Na klar, besser kann man's nicht sagen.

00:56:17: Salzburg ist eine große Bühne.

00:56:19: Und jeder hat dann Auftritt.

00:56:20: Genau.

00:56:21: Die Zuschauer haben einen Auftritt, richtig?

00:56:23: Alles im Teil der Performance.

00:56:25: Genau, eigentlich müsste man Eintritt verlangen.

00:56:30: Oder gar

00:56:31: kein Eintritt.

00:56:32: Alles ist frei!

00:56:33: Das ist auch gut, ja?

00:56:34: Alle Stücke sind frei, alles ist frei.

00:56:37: Aber dann...

00:56:38: alle dürfen in alle Stücke gehen so oft sie wollen.

00:56:40: Das würde nicht funktionieren.

00:56:41: Ich fände das so super.

00:56:42: bist du Deppert.

00:56:44: Also danke.

00:56:51: Du hast ein Ticket gekauft und er kann sich alles anschauen solange man will.

00:56:55: Das wird doch Wahnsinn, oder?

00:56:56: Das ist eine Utopie.

00:56:57: Also da gehen wir heute mit einer Utopien raus und denken darüber nach.

00:57:00: Das ist fantastisch!

00:57:01: Also das heißt

00:57:01: wirklich eh wie so ein Bühnenbild.

00:57:04: Alles die Burg, alles ist ein Stück und man kann überall reingehen und bleiben, solange man will, mit allen Schauspielern reden, mit den Schauspielen schlafen...

00:57:13: Zumindest mal Anfragen.

00:57:19: Only yes is yes.

00:57:23: Das ist eine tolle Vorstellung, da arbeiten wir dran.

00:57:27: Ich wollte mal kurz zurück.

00:57:29: Wir können nicht so lange ... Du besuchst uns auch im Theatermuseum?

00:57:35: Sehr gerne!

00:57:36: Dann

00:57:36: machen wir Teil zwei.

00:57:42: Die Wien Edition.

00:57:46: Das kann man dann nachhören als Podcast, auch da überall wo es Podcasts zu hören gibt.

00:57:52: Also diesen und den nächsten dann auch oder sie kommen alle nach Wien.

00:57:57: Aber der jedermann... Ich muss das noch mal fragen weil ich glaube ich habe einen Fachmann hier, der das ja seit Jahrzehntausend dreizehn spielt.

00:58:03: was fasziniert dich?

00:58:06: Also man gibt ja auch kritische Stimmen Was faszineert dich selber an diesem jedermannen Stoff?

00:58:12: Eine die du spielst ist durch Du erlebst den Kipppunkt, aber was fasziniert dich an der Geschichte?

00:58:20: Das Rätsel das wir leben und sterben müssen.

00:58:24: Wir Menschen wissen dass wir sterben können jederzeit!

00:58:29: Und das ist eine ganz komische Situation.

00:58:33: Unter anderem dieses Stück geht mit diesem Rätsel sehr offensiv und sehr klar um, und sehr poetisch um.

00:58:38: Und das gefällt mir!

00:58:39: Da treten auch Figuren auf die wir so nicht denken können... ...das Geld redet oder der Tod redet, oder die guten Werke reden.

00:58:48: Das finde ich so reichhaltig und so faszinierend, dass ich es einfach gerne mache immer wieder.

00:58:52: Als Erinnerung, wo ich gerade stehe oder mich selber positionieren darf?

00:59:04: Also der Lebenswille oder die Lebenslust und das Wissen und den Tod, dass wir täglich mit uns...

00:59:12: Ich habe eine sehr nahe Freundin gehabt, die ist vor ein paar Monaten gestorben an einem sehr aggressiven Krebs.

00:59:17: Und dieses Wissen, dass man nur einen Jahr oder einen Monat zu leben, das wird immer weniger!

00:59:23: Und da hat dann immer wieder jeder man zitiert, also das ist schon auch eine Hilfe.

00:59:28: Oder ein berühmter Schauspieler, der verarmt es in den letzten Sekunden ... In den letzten Jahren oder was?

00:59:34: Der ist im ... Ähm, ich weiß nicht, noch mal ... Wie so'n Ort, ein Sterbehaus, wie

00:59:40: heißt's?

00:59:40: Achso, ein

00:59:41: Hausspitz!

00:59:41: Genau, muss Spitz gelegen und hat eben einer meiner Musiker die CD gegeben damals.

00:59:46: Und jetzt sieht das eine Woche lang zum Stermang gehört, die Platte.

00:59:49: Das war nicht einfach so... Rührend und so.

00:59:52: Da hat es so einen Sinn gehabt, dass sie diese Platte gemacht haben.

00:59:55: Also nur für diesen Menschen hat die Platte einen Sinn gemacht.

00:59:58: Dass der einfach eine Musikart, ein Text, wo er sich auf so einen Sterben vorbereiten kann.

01:00:03: Und das ist die große Qualität des Stücks in meinen Augen.

01:00:06: Aber

01:00:06: es gibt ja immer noch den Moment... Das finde ich ganz toll!

01:00:12: Der Reue, also der jedermann, der reiche Mann.

01:00:14: Ist

01:00:15: alles drin?

01:00:16: Ja ja!

01:00:17: Aber dass er dann so schnell geläutert werden darf ...

01:00:20: Er hatte nur eine Stunde Zeit.

01:00:22: Achso,

01:00:23: ja gut, ja.

01:00:24: Ich sage mal jetzt das Wort Böse.

01:00:27: Punkt X ist er böse und auf einmal hat er eigentlich schon eine Zeit sich zu läuten.

01:00:30: Und da nutzt er sie doch perfekt.

01:00:33: Hätte die Studie nicht genutzt, wäre das nicht zu schnell gegangen.

01:00:37: Klar aber dann hätte es gar nicht gemacht.

01:00:38: was soll er sonst machen.

01:00:42: Den Teufel entrissen.

01:00:45: Ja, ja ... Das

01:00:46: ist auch noch ein Bild!

01:00:47: Ich weiß es

01:00:48: nicht mehr.

01:00:49: Wenn man stirbt, ist alles neutral.

01:00:51: Da gibt's kein Böse, kein Gut, kein Alt, kein Jung, kein Schön, kein Heslich.

01:00:56: In der Bibel steht irgendwie, dass Kamel durchs Nadelöhr als Reicher in den Himmel

01:01:01: kommt?

01:01:01: Genau.

01:01:03: Und glaubst du, das wollte ich fragen...

01:01:05: Da passiert, dass kamel geht durchs Nadelöhr.

01:01:07: Das ist das Tolle.

01:01:10: Das ist das Entertainment.

01:01:12: Du sagst ja immer wieder, du glaubst an die verändernde Kraft des Theaters?

01:01:17: Also das ist auch deine Passion, dass du das mitgibst.

01:01:20: und glaubst du, wenn ihr so ein reicher Zuschauer, ob ihnen das Schauen des Abends, des Nachmittags, das Stückes könnte das ihn zu einem besseren Menschen machen oder zu einer guten Tat verleihen ...

01:01:36: Ich denke schon.

01:01:37: Denkst du gut.

01:01:39: Aber das ist toll!

01:01:40: Also das ist auch mein tiefstes Anliegen.

01:01:42: Das wollte ich fragen, ja, das finde ich toll.

01:01:46: Ja klar!

01:01:47: Meine wieviel Zuschau sind da?

01:01:48: zweieinhalb tausend?

01:01:52: Und diese Inszenierung... Ich fand die sehr gelungen und ich mochte deswegen war ich bei Reinhardt zu dem komme ich gleich wieder so dass der Geist Reinhards etwas drüber schwebte durch diesen Rückkehr zu diesem einfachen also ohne Bühnenbild direkt vorm... also Bühnbild klar!

01:02:07: Direkt vorm Portal mit dem Coa.

01:02:09: Das ist so anfängt, dass es wir sein könnten die da rein gehen rausgehen.

01:02:16: Und so und da kam eben durch diesen Chor eben diese Büßerszene.

01:02:20: Die hat mich sehr beeindruckt.

01:02:21: wo du dem Chor die Füße wäscht So war dann schon ein starkes Bild fand ich toll.

01:02:30: Ja das ist toll Dass du dafür kämpft dass auch einer danach eine gute Tat tut oder drüber nachdenkt.

01:02:41: Das ist der große Wert von Tata.

01:02:43: Es sieht Eis-Revue und nicht irgendwas, sondern das soll schon das darf nicht

01:02:48: tun.

01:02:48: Ja!

01:02:48: Das ist die Frage ob es das eben noch leisten kann oder... Tata

01:02:51: is Arbeit für den Zuschauer also.

01:02:53: Ja.

01:02:53: Tata IS Arbeit und dass das vergisst man gerne.

01:02:56: aber dann geht hin und muss auch was leist damit machen.

01:02:59: Also wenn man nichts will wird mir dazu gezwungen.

01:03:02: Man kann sich doch verwehren Aber mit dem Eintrittsgeld kauft man sich einen Arbeitssession an sich selber ja?

01:03:09: Im besten Fall

01:03:10: Ja.

01:03:11: Oder so ein Ablass, dass man schon ...

01:03:15: Das ist ja bei jeder Mann aber ... Bei jeder

01:03:17: Mann?

01:03:17: Ich rede von jedem Mann!

01:03:18: Generell gut,

01:03:19: der hat er.

01:03:20: Und Stücke, wo das nicht passiert, interessiert mich überhaupt nicht.

01:03:22: Wenn ich jetzt sehe in einem tolles Stück, wo ich da am Ende weiß, ah, darum geht's in Ketchen von Heilbronn, hab' ich jetzt verstanden.

01:03:28: Das ist mir viel zu wenig.

01:03:29: Ich will, dass da irgendwas sich einreistet in meiner Seele oder wo ich einfach verändert nach Hause gehe.

01:03:35: Also du hältst an der Möglichkeit an der Utopie, Kunst und Leben zu verbinden fest.

01:03:42: Man muss von der Kunst was in sein Leben nehmen?

01:03:44: Es ist keine Utopies und es ist für mich schon eine Tatsache.

01:03:47: Ja, dann Vision.

01:03:48: Vision, Vision!

01:03:49: Die ist schon ... Nein, du realisierst die ja auch aber du hältst sie fest.

01:03:57: Ich glaube, was Schöneres kann man eigentlich zum Abschluss gar nicht sagen.

01:04:03: Ich will

01:04:04: die Zuschauer auffordern, das zuzulassen.

01:04:08: Ein Theaterbesuch ist ein Risikovorgang.

01:04:11: Das kann dann wirklich verstören und mit der Bereitschaft sollte man da reingehen.

01:04:16: Ich vergesse es ja auch ständig.

01:04:17: Ich bin immer überrascht wie mich das wiedercatcht.

01:04:22: Dass es nicht darum geht dass man das richtig ausführt.

01:04:25: alle haben eine Brav gesprochen Aber das wird so oft mir vorgeworfen.

01:04:30: Du warst da undeutlich oder du warst das, und das ist doch völlig egal!

01:04:36: Da hat es irgendwie was gefehlt... Das ist wurscht?

01:04:38: Das

01:04:39: geht's überhaupt nicht.

01:04:40: Nein,

01:04:40: nein, das ist wurst.

01:04:50: Diese Stücke sind auch flexibel und dehnbar und die darf man kneten und erinnern.

01:04:55: Wenn das einen sinnvollen Ziel hat, wenn man ein Ziel ist ... Wirklich, dass man die Leute aufweckt und sagt, denk doch mal über dein Leben nach.

01:05:05: Du hast

01:05:07: ein neues Wort für dich gefunden oder irgendwie mit dem liebäugelst du so ... Ein Transformator sagst du über dich?

01:05:15: Sag gar nicht mehr Schauspieler, sondern du transformierst Energie!

01:05:19: Das ist aber eigentlich genau das was sein muss weil der Text wenn du ihn nicht liest also wenn du ihm liest entsteht ja auch schon mal Energie.

01:05:27: Also sind ja Buchstaben.

01:05:29: Das ist wie mit dem Kochen.

01:05:30: Du hast da mal so was Schönes über das Kochen gesagt, die Magie des Kochens besteht daran, dass du aus Zutaten, die nichts miteinander zu tun haben durch ein paar Kunstgriffe Handgriffe, was zaubern kannst.

01:05:44: und so ist es auch!

01:05:44: Es sind Buchstaben.

01:05:46: und wenn ich nicht leiste, die aneinander zu hängen in Spannung zu bringen... Und da gehören ja erst einmal ganz viele Gedanken, es hat totes Papier und dann musst du diese Gedanken finden Es ist ein unendlicher Transformationsvorgang.

01:06:02: Und dann musst du so transformieren, dass das Publikum mittransformiert ist und so kann man an einer großen Transformationsmaschine arbeiten die ganz Salzburg und drüber hinaus immer mehr erreicht.

01:06:13: Und selbst Werter wenn er fertig ist es ja auch immer noch einem Transformations-Vorgang weil dreißig Jahre im Stück auch nochmal verändert weißt Du?

01:06:19: Ja!

01:06:20: Also sehr ständig es gibt nie einen Endpunkt.

01:06:35: Das

01:06:35: ist vielleicht noch viel schöner.

01:06:36: Ich habe von einer berührenden Aufführung gehört, die ich leider nicht gesehen habe.

01:06:41: in Salzburg vor drei, vier, fünf Jahren spielten Hans-Michel Rehberg und Ilse Ritter-Szenen aus Romier und Julia mit Achtzig.

01:06:52: Weil wenn du diese alten Menschen, die jetzt mal die ganzen Erfahrungen ... Aber allein und dann noch ihrer Erfahrung.

01:06:58: Und dann sprechen die rum in Juja.

01:07:00: Das ist doch der Wahnsinn!

01:07:03: Transformation

01:07:04: pur.

01:07:04: Also das ist wirklich toll.

01:07:09: Ich bin gebeten worden nicht so lang zu machen weil du hast Vorstellung um siebzehn Uhr und die Zeit rennt.

01:07:13: Du musst

01:07:13: noch öffnen und

01:07:14: fragen.

01:07:14: Nein, machen wir nicht, es ist ein Podcast.

01:07:20: Können wir gleich... aber wenn du's möchtest machen wir das?

01:07:23: Aber auf deine Gefahr hin, ich bin gebeten worden nicht über eine Stunde zu gehen.

01:07:27: Jetzt haben wir schon achtzig Minuten.

01:07:29: Du hast keine Uhr!

01:07:29: Es ist schon zwanzig nach ... Ich sage noch zwei Sachen und wir können ja draußen noch reden.

01:07:40: Wir haben immer hier angeregt durch das Theatermuseum in Wien.

01:07:45: Wir hatten eine Sammlung von zwei Millionen Artifakten unter Riesenarchiv und verschiedene Sachen.

01:07:54: Und wir haben mit unseren Gästen immer so ein Deal, wo wir suchen was für unsere Gäste raus, was uns assoziativ anspringt und so.

01:08:07: Ich hab gesehen, Fotosammelst du ja selber?

01:08:09: Es gibt draußen auch ein ganz tolles Fotobuch.

01:08:11: Du hast ja Fotosammelste selber.

01:08:15: Zurück zu Max Reinhardt.

01:08:18: Und zu den Festspielen natürlich und zum Jedermann.

01:08:22: Die zweite Frau von Reinhart, Helene Thiemig hat mal ihr Nachlass, ein Großteil des Nachlasses im Theatermuseum geschenkt.

01:08:29: Tolle Sachen, Briefe, Unikate, Handschriften.

01:08:32: ganz toll!

01:08:34: Wir können nur Replikate machen.

01:08:35: das ist kein Original aber wir haben den Programmzettel der U-Aufführung von allen signiert.

01:08:46: Wow!

01:08:46: Von Alexander Moisey, von Reinhard selber alle und das habe ich dir mitgebracht.

01:08:51: Toll, das ist wirklich toll.

01:08:53: Du musst aufpassen, du darfst nicht auf das schwarze fassen schon mal.

01:08:58: Max Reinhart, Alexander Moesey.

01:09:01: Wunderbar.

01:09:02: Danke schön.

01:09:02: Wenn wir wissen wer es will, wer es ist, hast du hier noch den... Das ist der Besetzungsszettel.

01:09:07: Oh,

01:09:07: toll.

01:09:08: Dankeschön.

01:09:09: Und dieser berühmte alte Holzschnitt, quasi diese Programme sind über Jahre des Känze bestimmt.

01:09:17: Und das war die Stimme des Herrn Raul Lange, der Tod Werner Kraus, jedermann Alexander Moisi, jedemanns Mutter Frieda Richard, jedimanns guter Gesell Wilhelm Dieterle, der Hausfrucht Fritz Reichel, der Koch Wilhelm Frick, der arme Nachbar Fritz Reichhardt.

01:09:37: Bullschaft Johanna Terwin habe ich jetzt nicht alle recherchiert.

01:09:44: Danke schön.

01:09:45: Bitte schön!

01:09:52: Lieber Philipp Hochmeier, ganz herzlichen Dank für das ungeschminkte, offene und kluge Gespräch.

01:09:58: Bin ganz begeistert.

01:10:01: Vielen Dank.

01:10:18: Sie hörten aus Salzburg – ungeschminkt.

01:10:22: Das Theater-Museum Wien im Gespräch.

01:10:25: Folge elf Eine Aufzeichnung des Livegesprächs vom sechzehnten August zwei tausend sechsundzwanzig.

01:10:37: Unser nächster Gast im Theatermuseum ist am dreizehnten September der Burgschauspieler Michael Mertens.

01:10:43: Karten für das Livegesprech können Sie wie immer über das Theatermuseum Wien erwerben!

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