Ungeschminkt #10 mit Lydia Haider und Ferdinand Schmalz

Shownotes

Eine Produktion vom Theatermuseum Wien

Redaktion und Moderation: Hannes Hametner

Foto: Jonas Thiller

Aufnahme: Karl Horky (HORKYevent.at)

Sounddesign, Schnitt & Mastering: Benjamin Ritter

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00:00:00: Ganz konkret, also ich wollte immer eigentlich schreiben und habe es nicht hingekriegt.

00:00:06: Und wollte eigentlich immer Musik machen und hab's nicht hingegrikt.

00:00:10: Und hab irgendwann gemerkt, ich muss Musik hören damit ich schreiben kann.

00:00:16: Und so ein Gefühl hat sie bei mir auch eingestellt dass ich nie so einen psychologisch realistischen Sprache bedienen wollte weil mir das immer zu glatt war und ich das Gefühl gehabt habe die Sprache die muss irgendwie anders funktionieren.

00:00:30: Die muss auch ihre Hindernisse, ihre Stolperfallen haben um auch dieses glatte Funktionieren von Sprache zu verhindern.

00:00:40: Also eigentlich ich finde es geht darin so wie in allen meinen Texten ausschließlich um Nazis und Katolicismus.

00:00:47: Ich zitiere dann immer die Helleneck weil die mal gesagt hat die Sprache ist wie ein räudiger Hund der immer wieder zum mir zurück kommt.

00:00:54: da steckt auch diese Ambivalenz drinnen.

00:00:58: Ich sehe es dann immer so, die Sprache ist eine edle Katze.

00:01:01: Die vergewaltigt wird und die ganz arm ist.

00:01:04: Und da muss man sie wieder pflegen und schauen, dass sich ihnen kaputt geht?

00:01:09: Ich glaube das ist das Grundding von Theatertexten.

00:01:12: Dass die ja immer so konzipiert sein müssen, dass sie noch einen zweiten kreativen Prozess ermöglichen.

00:01:20: Ich möchte eigentlich dieser Bullschaftsfigur noch was Schlimmeres antun als er schon angetan wurde.

00:01:27: Ich habe sie dann reingesetzt in diesen Gewaltexzess von Duherbert und immer wieder daraus sprechen lassen aus den Gewalttaten.

00:01:35: Wir sind am Artikel gelesen, dass die KI funktioniert wie eine Verhinderungsbibliothekare.

00:01:41: Das war eigentlich ein ganz schöner Ausdruck als so ne Bibliothekarin, die mit dir durchgeht und nur sagt ja das brauchst du nicht lesen, das kann ich da schnell zusammenfassen.

00:01:51: Willkommen zu

00:01:52: Ungeschminkt.

00:01:53: – das Theatermuseum Wien im Geschmack.

00:01:57: Ein Live-Podcast aus dem Eruikasaal im Paläje Lobkowitz.

00:02:03: Das Theatermuseum ist das Gedächtnis der flüchtigen Theaterkunst, wir halten den Flüchtigen Augenblick im Gespräch fest!

00:02:12: Unsere heutige Gäste sind die Autorin Lydia Heider und der Dramatiker Ferdinand Schmalz.

00:02:30: Vielen Dank was wäre das Theater ohne Autorinnen und Autoren?

00:02:35: Es gäbe es gar nicht.

00:02:38: Es gibt es schon, oder?

00:02:39: Ich

00:02:39: glaube schon auch.

00:02:41: Also wenn man vielleicht wird's dann in eins fallen einfach das man sagt ja der Auto ist dann ein Spieler spielt er ihnen selbst.

00:02:50: aber ich glaube es gibt auch Spielformen die auch ohne Sprache auskommen würden würde ich mal so

00:02:59: sagen Aber wir wollen keine Spielform.

00:03:03: Oder warte, kann ich da noch was sagen?

00:03:05: Oder es gibt ja auch Stücke wo keine Autorinnen und Autoren den Text gemeinsam erschaffen.

00:03:11: Und die werden dann ja auch nicht automatisch zu Autorinen und Autorn halt weil sie... oder ist das so?

00:03:20: Weil es wäre ja uns gegenüber gemeint wie wir nur schreiben und dann wären plötzlich alle zu schreiben.

00:03:25: denn also zumindest wären die dann für diese eine Sache die AutorInnen und AutorN aber nicht immer Die

00:03:34: Frage, wie weit wir den Autor in einen Begriff fassen.

00:03:37: Also wir wollen sprechen über das Schreiben und natürlich über das Theater.

00:03:42: damit aber alle hier im Bilde sind wer ja auf dem Podium sitzt habe ich diesmal wirklich was vorbereitet weil des anspruchsvoll.

00:03:51: mir schien euch Und da muss man dazu sagen beide seid ihr fünf und achtzig geboren und habt aber in der ähnlichen Zeit, also im Jahr zwei Tausend, dreizehnt, vierzehnt schon mit großen Debuts gestartet.

00:04:07: Da kommen wir zu und das ist ja auch schon eine lange Zeit und dann kommt eine sehr starke Entwicklung auch.

00:04:13: Also ich weiß gar nicht wie wir in neunzig Minuten euch gerecht werden können.

00:04:17: Lydia Heider, nix von achtzig Geborenen... Du wirst vielleicht Widerspruch haben zu dem was ich sage aber vielleicht erfreutst dich auch.

00:04:26: Mit der Geburt zumindest

00:04:27: schon mal nicht!

00:04:31: Aber ich werde es nicht jedes Wort hinterfragen.

00:04:34: Ich habe versucht dich zu fassen, was nicht leicht ist.

00:04:37: Lydia Heider ist eine Grenzgängerin.

00:04:39: Sie vereint gleich viele Entwicklungen und Gestaltwertungen der neuen Wiener Literatur- und Kunstszene auf sich und ist deren Pionierin.

00:04:48: Sie ist Autorin, Herausgeberin, Performerin, Sängerin, Predigerin, Veranstalterin die in Wien auch immer gleichzeitig eine Spielform der Hochkultur ist.

00:05:00: Sie ist ja ein Frontfrau, denn die Front verläuft viel gestaltig vom Individuum zum Kollektiven von Patriarchat zu Matriarchat und der Sub zur Hochkultur, von der Lebens-zu-Kunstwelt und deren Durchmischung – insofern ist Lydia Haider auch eine Kunstfigur!

00:05:15: Ihr biografischer Weg vom Land Oberösterreichische Provinz wo sie ihre Lebenserfahrungen in zwei sprachgewaltige Romane transformierte in die Stadt Wien gleich einen Befreiungsschlag.

00:05:26: Seit ihrer Ankunft in Wien besetzte den Platz der individuellen Befreiungen durch den kollektiven Rausch.

00:05:32: Damit definiert sie den kreativen Autorinnenprozess und kann sich dabei auf die Tradition österreichischer Literatur- und Kunst beziehen.

00:05:40: Studiert hat sie Germanistik und Philosophie, in Wynn und zur Poetologie Ernst Jandels publiziert.

00:05:45: Regelmäßige Veröffentlichungen machte den Theater Kulturbetrieb auf sie aufmerksam und ihre Texte wurden an der Volksbühne Berlin am Volkstheater Wien, vom Schauspielhaus Wien ur-aufgeführt.

00:05:58: Lydia Heider organisiert und lebt den Kulturtransfer zwischen Berlin und Wien.

00:06:04: Und dem von beiden Seiten das Beste.

00:06:06: Kooperation mit anderen Künstlerinnen sind an der Tagesordnung, damit erweitert sie den Kunstbegriff.

00:06:11: vielfältige Auszeichnung und Stipendien begleiten und bestätigen ihren Weg.

00:06:15: Und Lydia Heider ist um es nicht zu vergessen zweifere Mutter von zwei erwachsenen Söhnen.

00:06:21: Der eine hatte gerade Natur hergebracht.

00:06:23: Lydia hat sich kompromisslos und viel gestaltigt im Kampf gegen das Patriarchat, gegen Femizide, gegen das Beidelthum verschrieben.

00:06:30: Sie ist Spezialistin für patriarchalisch gedachte, gesprochene Unbewusste dass sie in vielen ihrer Texte auslutet und damit kenntlich macht rechte rituale Gedankensprache Gefühle den Sumpf des männlichen.

00:06:46: In Herbert auf das wir bestimmt zu sprechen kommen schreibst du einen interpunktionslosen Gedankenstrom eines männlichen Täters.

00:06:57: Als Herausgeberin hat sie den vollmehr nannten Band Und wie wir hassen Autorinnen Vereint und deren Wut-und-Tass ein einzigartiges Ventil gegeben.

00:07:08: Gerade erschien ein neuestes Buch, näher zu the Here-Beideltum.

00:07:13: Österreich!

00:07:15: Closer to you... To thou als Gott.

00:07:21: So bist du damit einigermaßen einverstanden?

00:07:23: Ja

00:07:24: sehr.

00:07:24: Danke.

00:07:25: Okay gerne so es ist damit wir warm werden und damit alle im Podium Wissen, mit wem wir reden.

00:07:33: Die meisten wissen das.

00:07:34: Ferdinand Schmalz heißt mit bürgerlichen Namen eigentlich Matthias Schweiger und nennt sich damit – sagen bestimmt einige – wie eine seiner Stückfiguren.

00:07:47: Ist er eine Figur die das Drama Österreich, das Drama Welt bevölkern oder ist er ihr hinter sinniger Beobachter?

00:07:57: Und als er in den Grats geboren ist Ferdinand Schmalz, Sohn eines Arztes und ging bei den Benediktinern in Atmond zur Schule.

00:08:04: Hm.

00:08:06: Studium der Theaterfilm-Medienwissenschaften in Wien mit dem Wahlfachphilosophie.

00:08:11: am Schauspielhaus Wien und am Schauspielhaus Düsseldorf war Ferdinal Schmalze als Regieassistent tätig.

00:08:16: Er ist Mitglied des Kollektivs des Freien Kollektives Mulde siebzehn für das Schauspielhaus Grat, Schauspieleipsich, das Schausepiel aus Zürich und das Wiener Burgtheater.

00:08:28: zuletzt entstanden Auftrags Werke, im Jahr den Ness-Teubpreis für das beste Stück.

00:08:39: Im Jahr dem Roman gewandermitte.

00:08:42: Mein Lieblingsdienst heißt Winter, den Ingeburg Bachmann Preis und hielt die vielbeachtete Rede von Hoppler Die Leberwurst auf die wir kommen werden, die sehr spannend ist über Schreiben als Krise.

00:08:59: Als er mit dem Gert-Junke-Preis ausgezeichnet wurde, meldete sich und gab ihm den Ritterschlag Nobelpreisträgerin Alfred Jellinek zu Wort.

00:09:08: Er sagte die Entscheidung für Ferdinand Schmalz ist genau richtig.

00:09:12: Er ist ein großer Autor.

00:09:13: Er verdient es wirklich!

00:09:15: Der Ritterschlag durch Frau Jellineck.

00:09:17: Die Jury des Artuschnitzler-Preises erbt den Auto als einen Zitat der letzten Geschichtenerzähler im zeitgenössischen deutschsprachigen Drama hochartifizielle Sprache, sprühender Wortwitz und Blitzen der Hintersinn kennzeichnen.

00:09:33: Wichtigster Handlungsträger bei Ferdinand Schmalz ist die Sprache selbst.

00:09:38: mit Musikalität verbindet er in seiner speziellen Grammatik Dialektales mit barocken

00:09:44: Eigensinn.".

00:09:44: Das ist glaube ich ein Zitat!

00:09:46: Wenn man an Vorbilder denken möchte dann kann man durchaus Anklänge an Thomas Bernhardsetze heraus hören.

00:09:52: auch die hartnäckige Metaphernverfolgung einer Elfriede Jelinek findet bei Ferdinand Schmalz ihr Echo.

00:10:02: Und einen Bezug zu Howard stellt Sandra Kegelfest.

00:10:33: Die Sprachvertrehung, bei Ferdinand Schmalz spiegelt die Vertrehungen der Welt wieder!

00:10:56: auf eurer Weise, also finde ich die zwei wichtigsten Stimmen.

00:11:02: Es gibt viele aber in der österreichischen Gegenwaltsliteratur.

00:11:06: Lydia wie hat dich das Schreiben gefunden?

00:11:08: Wie hast du das Schreiben gefunden?

00:11:11: Ganz konkret!

00:11:12: Also ich wollte immer eigentlich schreiben und habe es nicht hingekriegt und wollte eigentlich immer Musik machen und hab es nicht hingekriegt.

00:11:20: Und habe irgendwann gemerkt Ich muss Musik hören damit ich schreiben kann.

00:11:27: Und das war so was wie ein, oh Gott!

00:11:30: Ich hab's.

00:11:32: Das ist das beste Gefühl ... Weil es fühlt sich dann an, wenn ich schreibe, dass wir die Musik machen oder mit der Musik sprechen.

00:11:40: und ja, so hat es mich gefunden.

00:11:42: Es hat hier nicht mehr losgelassen.

00:11:44: Ich trainiere zwar jetzt schon nicht zu Musik zu schreiben und bin draufgekommen, es kommt genau das Gleiche raus.

00:11:51: Also ... Und ich bin danach halt einfach ein bisschen beruhigt, weil die Musik schackelt halt so auf.

00:11:59: Aber dein erster Roman, vielleicht müssen wir dann doch inhaltlicher reden.

00:12:05: Da ist ja nicht nur Musik sondern der erste Roman.

00:12:07: die Konkrigation ist eine Geschichte von Jugendlichen und vielen Mordfällen.

00:12:14: Gewalt ist schon präsent.

00:12:17: Und hat das was mit deinen Herkunft zu tun?

00:12:21: Wie kommst du da hin?

00:12:21: Also eigentlich ich finde es geht darin so wie in allen meinen Texten ausschließlich um Nazis und Katolizismus Und das ist halt verpackt in eine Geschichte, wo einige sterben.

00:12:33: Einige viele zufällig nur Männer, zufältig nur die irgendwas mit Nazis zu tun haben oder hatten oder Neonazis sind.

00:12:41: aber das ist nur die Oberfläche und in Wirklichkeit.

00:12:44: also ich finde ja eben dass es eigentlich ein gehörter Roman ist und deswegen man hört schon die Musik da drin glaube ich.

00:12:55: Oder vielleicht hör sie nur Ich.

00:12:56: Aber ich habe eine Freundin Die Mal gesagt hat Sie kann an meine Texte nicht ran irgendwie und dann ist sie irgendwann draufgekommen.

00:13:05: Man muss ja laut lesen, damit man sich dann versteht so wie halt fast bei Musik oder beim Notenblatt.

00:13:14: Erst mal zwar auch hören kann ohne dass man es laut spielt aber irgendwie macht's mehr Spaß wenn man es dann spielt

00:13:20: weil der Klang, der Rhythmus für deine Texte sozusagen sinnstiftend ist

00:13:28: Sind Stiften und auch aufblattelnd für die, die es dann lesen.

00:13:32: Also sie sind stiftend.

00:13:33: Da kommen dann so Witze raus wenn man das laut ausspricht, die man nur im stillen Lesen halt nicht hat.

00:13:39: So wie dass man sich plötzlich entscheiden muss wo jetzt der Satzteil hingehört.

00:13:44: und dann ist eigentlich was anderes bedeutet, was man am stillen lesen ja sieht aber im laut ausgesprochenen... also man kann gar nicht so drüber freestylen als dass man es nicht entschiede.

00:13:57: Und so was mag ich.

00:13:58: Oder wenn es dann die Schauspielerinnen, die das lesen einfach immer wieder raushaut, so Tricks da halt einzubauen?

00:14:06: Die sich im Schreiben beim Musikhören ergeben.

00:14:11: Das war schon bei deinem ersten Roman, deine Texte, die du jetzt schreibst... Weiß man von dir hast du mehrfach gesagt dass sie wirklich erst leben, wenn man sie laut vorträgt?

00:14:22: Ja damals habe Irgendwie so gecheckt.

00:14:24: Ich hab schon gemerkt, dass ich beim Schreiben immer ein Diktiergerät neben mir habe und die Texte halt immer einsprichern und unendlich oft anhören und sie immer wieder laut sprechen oder herumgehen.

00:14:34: aber ich hätte jetzt nicht das so konkret formuliert wie jetzt zehn Jahre, dreizehn Jahre später.

00:14:40: Das ist zwischen euch eine.

00:14:43: über den Inhalt sagst du deine ewigen Themen oder deine immerwährenden Themen Den Katholizismus und die Nazis da kommen wir noch drauf.

00:14:51: Aber wenn bei der Sprache sind Auch du fährst dir ein Sprachmächtiger, der die Autor und die Sprache viel mehr sieht als nur ein Mittel um zu transportieren.

00:15:02: Wie ist das bei dir mit der Sprache?

00:15:04: Ich glaube es hat lange gebraucht bis ich überhaupt so eine Sprache gefunden habe in der ich schreiben kann.

00:15:10: Ist mir so ein bisschen gegangen wie bei Forrest Entertainment oder Wuster Group, da hat sich auch ein zwei drei Inszenierungen ohne Sprache, dockt vielleicht da an wo wir am Anfang waren gegeben.

00:15:25: und genauso ist es mir auch.

00:15:27: von denen gibt's auch so Interviews wo sie sagen ja Sie mussten erst einmal überhaupt an den Punkt kommen wo sie den ersten Satz auf der Bühne sagen können.

00:15:34: Und so ein Gefühl hat sich bei mir auch eingestellt dass ich nie so eine psychologisch realistische Sprache bedienen wollte weil mir das immer zu glatt war und wie das Gefühl gehabt habe die Sprache die muss irgendwie anders funktionieren.

00:15:49: Die muss auch ihre Hindernisse, ihre Stolperfallen haben um auch dieses glatte Funktionieren von Sprache zu verhindern.

00:16:00: Die Sprache hat ja sowas ambivalentes immer dass sie einerseits so ein wundersames Mittel ist über das wir uns mit können unsere innersten Gedanken irgendwie anderen mitteilsam machen.

00:16:13: Gleichzeitig aber geht man dann irgendwie raus und liest wieder so ein FPÖ-Plakat irgendwo hängen, und denkt sich was ist das?

00:16:20: Das ist doch die Sprache, die hier das ermöglicht hat!

00:16:23: Es wird da von denen jetzt eingespannt vor den ideologischen Karten... Ich zitiere dann immer die Hellenegg, weil die mal gesagt hatte, die Sprache ist wie so ein reudiger Hund der immer wieder zu mir zurück kommt.

00:16:36: Da steckt auch diese Ambivalenz drinnen und genauso habe ich das Gefühl gehabt wenn ihr zu schreiben beginnt braucht es irgendwie eine starke Form, die halt SpielerInnen und Spielern eine Möglichkeit gibt sich daran abzuarbeiten die, wo man nicht einfach drüber gehen kann.

00:16:57: Also deine Wachheit erfordert auch auf der Bühne?

00:17:00: Auch

00:17:00: eine Mehrdeutigkeit, also dass wenn du den Spieler, die Spielerin braust ihre Reibung gibst du ihnen ja Möglichkeiten.

00:17:12: Ja, ich glaube das ist das Grundding von Theatertexten.

00:17:16: Dass die ja immer so konzipiert sein müssen dass sie noch einen zweiten kreativen Prozess ermöglichen.

00:17:24: Das heißt ein Theatertext der wo alle Geheimnisse offen liegen, nicht gut für die Bühne wäre.

00:17:36: Wenn es zu eindeutig werden würde dann wäre das eine Gebrauchsanweisung für eine Waschmaschine oder sowohl die auch oft nicht so eindrücklich

00:17:44: sind wie man es oft

00:17:46: gerne hätte.

00:17:47: aber ein Theaterstück muss eben auch... mittelalterliche Metapher aus der Hermeneutik, dass ein Text funktionieren sollte wie einen Garten wo man verschiedene Wege durchmachen kann und ich finde das ist für mich immer ganz produktiv als Gedanke.

00:18:03: Dass es eben Verzweigungen geben muss wo eine zweite Produktion dann Entscheidungen treffen muss Führt halt auch immer wieder vor.

00:18:13: diese schwierige Situation, dass man auf Leseproben sitzt und eine Schauspielerin oder ein Schauspiller gegenüber sitzt.

00:18:19: Und ich frage mich ja wie hast du das da gemeint Pferden an so oder so?

00:18:23: Und dann muss ich sagen Ja!

00:18:24: Ich habe es so oder So gemeint mit ihr auch einen Spielraum für die Interpretation habt.

00:18:34: Sehr schön, ein tolles Bild mit dem Garten.

00:18:36: In einer anderen Stelle zitierst du Ilse Eichinger schreiben, ist das brennende Seil über das wir balancieren.

00:18:45: Find ich auch gut!

00:18:46: Aber du kommst vielleicht um das nochmal mehr zu erklären oder um es besser zu verstehen?

00:18:50: Du also während Lydia sozusagen mal erst einmal nicht direkt fürs Theater geschrieben hat sondern dass Theater zu ihr gekommen ist und du Sprache und Text... Also Lydia du mit Sprache & Text sozusagen mit Musik geschrieben hast, den großen vielfach Kollektiven später formen.

00:19:10: Später heißt es dann bei dir Predigten oder Gesänge in dem kommen wir gleich dazu.

00:19:17: aber weil wir bei dir waren werden Du kommst ja direkt vom Theater.

00:19:21: Du hast quasi erst das Theater als Form hier angeignet, als Assistent.

00:19:25: oder hast du vorher schon geschrieben?

00:19:26: Oder ist es über das Theater entstanden?

00:19:29: Ja, es

00:19:29: ist schon ein bisschen mit dem Theater auch gekommen.

00:19:31: Ich war ja Regieassistent am Schauspielhaus damals unter Andreas Beck wo ja nur Ur- und Erstaufführungen auf die Bühne gekommen sind Und da ist schon so ein Grundumgang mit Texten mal gekommen.

00:19:45: Aber ich habe dann irgendwann gemerkt, dass die Regielaufbahn nicht das ist was ich anstrehe weil sie selber genug Stress hat meinen Arsch hochzukriegen und nicht dann irgendwelche Spielerinnen und Spieler noch zu Höchstleistungen zu kriegen.

00:19:59: Ich hab dann irgendwann einfach gemerkt dass ich mir lieber mit Texte, mit Theorie auseinandersetze.

00:20:07: Mein Weg sein wird.

00:20:09: Ich habe dann eben angefangen mit diesem Kollektiv, Mulde siebzehn.

00:20:11: Wir haben dann so Installationen gemacht wo wir auch immer wieder... Texte, Theorie.

00:20:17: Also ich war so wie ein Dramaturk dort würde sagen im Einsatz der immer mehr dann selber geschrieben hat.

00:20:24: Wir haben zum Beispiel einmal eine Aktion gemacht in Sempertypode, die heißt Hypoalpe Analia.

00:20:28: So'n riesen Nilpferd das man durch den Arsch besreten hatte und drinnen haben wir wieder Geburtstrituale gemacht.

00:20:35: Durchs Maul hatten wir wieder rausgehen können Und für sowas habe ich zum Beispiel Gebete und Gesänge geschrieben, die wir im Körper des Nilpfers gesungen haben.

00:20:45: Das waren die ersten Schreibversuche.

00:20:48: Ja, vor allem da ist viel entstanden was auch nicht realisiert wurde weil wir oft keine Förderungen gekriegt haben oder... Also mein erstes Theaterstück am Beispiel der Butter, das hatten wir auch mal eingereicht für einen Off-Space.

00:21:01: Wo wir so eine Riesenbutterfaust bauen wollten in der Auslage und die haben gesagt aus hygienischen Gründen wäre es nicht zu realisieren.

00:21:10: Und dann habe ich gedacht da ist ein schöner Text eigentlich was macht man draußen?

00:21:13: Dann habe ich drum herum das Stück gebaut.

00:21:16: Das ist für alle vielleicht interessant.

00:21:19: Das erste Stück an Beispiel der butter wo du auch schonmal das erste Personal aufblätterst der eine Weile erhalten bleibt, so was ich vorhin gesagt habe.

00:21:30: Die kleinen Leute also der Molkerei-Facharbeiter oder der Molkarierfachanwalter Adi?

00:21:36: Adifutra!

00:21:38: Der eine Obsession hat um... und das kommt oft, hab' ich gesehen bei dir vor Figuren Menschen die irgendwie einen Ausweg aus diesem entfremdeten Leben suchen, also die sich nochmal spüren wollen.

00:21:52: Das kommt oft vor, die einen Sinn suchen und er will eine Skulptur bauen, eine Faust aus Butter.

00:21:58: Und sie errichten eigentlich um die anderen nicht zu schockieren aber zum Aufwachen.

00:22:04: Übrigens geht der durch die Züge und füttert alle mit Joghurt.

00:22:10: Dann verliebt er sich in einer neuen Mitarbeiterin und diese Liebe passt dieser Dorfgemeinschaft.

00:22:16: ich sage das jetzt deswegen so ausführlich weil wir dann auch wieder zur Dorf-Gemeinschaft unserer Gemeinschaft und zur Gewalt kommen.

00:22:23: denen ist dieser Adi ein Dorn im Auge.

00:22:27: Und unter Einnahme von Drogen wird diese Freundin dann vergewaltigt und getötet, ne?

00:22:36: Ja!

00:22:37: Also bei Verdiener-Schweiß muss man sagen, man muss immer ein bisschen hinter deine Sprache suchen.

00:22:42: also aber das ist ziemlich deutlich... ...und es gibt vorher – und das habe ich vor drei Tagen nochmal gelesen, der Stück – und es gibt Vorher von diesem Täter so eine Gemeine Fantasie, die sich ja jetzt erfüllt hat bei Frau Pelikor.

00:22:56: Ja.

00:22:57: Da gibt es diese Fantasies, dass er gesagt ... Seine Frau liebt er am meisten, wenn ihr eine Betäubungsdrohung gegeben habt und sie dann in den Arm nehmen kann.

00:23:06: Habe ich gedacht, bumm!

00:23:09: Und da war ich gleich wieder bei Lüdia, der sich diesem Thema verschrieben hat.

00:23:13: Und da wollte ich nur eins sagen, weil bei dir ... hat man das Gefühl, die Gewalt, die da stattfindet in den Texten.

00:23:23: Die ist aber eine mögliche Form.

00:23:27: also da blitzt doch immer auf dass es andere Möglichkeiten geben könnte wobei ich ... bei deinen Texten Lüde ja unausweichlich ist oder gewalt ist etwas was eine unaus weichliche Erfahrung isst.

00:23:44: Ja, ich hab gerade überlegt wie ich dann Jetzt beginn mit diesem Gewaltthema.

00:23:48: Also was mir am meisten übrig geblieben ist von Duherbe zum Beispiel, dass ich selbst von diesen Texten manchmal traumatisiert bin so es hätte ich die Gewalt selbst erlebt und will dann oft mit diesen Texts gar nichts mehr zu tun haben.

00:24:04: also sowohl man eigentlich glaubt man hat sich alles weggeschrieben oder man ist da durchgegangen und danach hat man eine Sache verstanden ist zb bei Duherbet vielleicht weil ich's aus der Sicht der Täter des Täters geschrieben habe, umgekehrt.

00:24:19: oder vielleicht ist es bei allen Schreibenden so dass man gar nicht das Gefühl hat danach so wow ich bin jetzt über der Gewalt gestanden oder ich habe jetzt sondern ganz im Gegenteil.

00:24:32: Ich hab die Gewalt da jetzt gerade miterfahren und ich verstehe deshalb die Welt vielleicht ein bisschen.

00:24:40: aber ob's halt die Lesenden dann auch auf die gleiche Art die es im Theater sehen, ist dann wieder eine andere Geschichte.

00:24:48: Mir ist das jetzt gerade so präsent geblieben und da haben wir gedacht, ah schon wieder dieser Herbert dieses Arschlochricht nicht ganz

00:24:55: in

00:24:55: Sprechen.

00:24:56: Aber vielleicht kennt nicht jeder das Buch?

00:24:59: Vielleicht sagst du da zwei Sachen dazu weil das ist hochinteressant, weil es drei Ebenen sprachlicher Natur zu logischer Zusammenführung erzählt du es uns, denn es ist wirklich ein phänomenales Buch.

00:25:16: Eine Freundin hat auf ORFAT die Screenshots gesammelt über Monatel schon und mir hat berichtet, dass es so interessant ist das an diesen Screenshot der Headlines auf ORFT halt sehr auffällig ist.

00:25:33: Die Gewalt von Männern – männliche Gewalt!

00:25:37: Und ich dann gesagt habe, ja spannend.

00:25:40: Wenn man dieses Screenshot so zusammenhält ist wenn das eine Person wäre die das alles tut und dann war halt die Idee okay da muss ich die eine Person schreiben Die das alles tut.

00:25:53: sie hat weiter gesammelt ihr geschrieben in einem Satz Da bleibt halt auch nicht viel übrig für jede Tat.

00:26:00: Also man musste sich da ein bisschen Respektlos hineinbegeben in die Gewalttaten, wenn man so viele Gewalttatten begeht.

00:26:10: Da ist die Einzelne schon wurscht was auch ein arges Gefühl war oder halt auch für die Lesenden wahrscheinlich.

00:26:18: und dann kamen die dritte Ebene dazu.

00:26:21: auch eine Freundin einer sehr gute Kulturwissenschaftlerin hat dann zu jeder Tat eine Fußnote gesetzt und aus kulturwissenschaftlicher Sicht Also wirklich Kultur, weil da alle versettenoffen sind aus medientheoretischer, künstlerischer, gendertheoretischer.

00:26:44: Alle Ebenen dadurch und das ist dann...

00:26:48: Und es sind über dreißig Femizide dabei?

00:26:53: Es

00:26:53: sind glaube ich vierhundertvierzig Gewalttaten in einem Jahr also nur von der FAT

00:27:02: Also so Überschriften wie Frau in Wiener Wohnung festgehalten und gefoltert.

00:27:08: Das geht dann halt irgendwann so im Vorbeigehen, wenn es so viele Gewalt hatten sind und ja...

00:27:16: Aber deswegen ist bei dir du hast das ja vorhin auch gesagt schon in

00:27:24: Kongregation

00:27:26: Auch in dem zweiten Roman Roten der mit dem Erbe des Konzentrationslagers Mauthausen, du bist in der Nähe aufgewachsen.

00:27:38: Eine Obsession dieser Landschaft die in unmittelbaren Nähe des Konzentrationslager ist und diese Schuld über Generationen sich immer fort schreibt?

00:27:51: Ja oder die Geschichte ist halt da sie liegt unbearbeitet vor uns oder vielleicht eh bearbeitet, aber vielleicht nicht genug bearbeitet.

00:28:04: Wie auch immer ein richtiges Bearbeiten aussehe oder ein genügendes, ich habe keine Ahnung, ich sehe nur dass das halt es zu wenig bearbeitet oder zu ungenügend ist.

00:28:16: und in meiner Vorstellung haben sich dann die Jugendlichen darum angenommen ja und es geht auch schief.

00:28:30: Ich kann mich noch erinnern, dass ich damals das Gefühl gehabt habe, vor allem diese ländliche Rückständigkeit und diese Relikte aus der NS-Vergangenheit.

00:28:46: Bei einem Beispiel der Butter gibt es jetzt zum Beispiel den Hans von der Staatsgewalt, die so ein Karl Schmidt beeinflusst, das Denken da auch anbringt wenn er Der verhüllt immer das Bundespräsidentenbild, um dann den Ali zu sanktionieren und so.

00:29:05: Ich weiß noch, dass ich damals das Gefühl gehabt habe – es war noch nicht so lange her, da ich in die Stadt auch gezogen bin.

00:29:18: Ich glaube, mein Bild damals war hoffnungsvoller in die Zukunft eigentlich gerichtet.

00:29:23: Und ich mir gedacht habe was kann da so eine Stadtgesellschaft überhaupt damit anfangen wenn das jetzt an irgendeinem Stadttheater aufgeführt wird wie ein Leipzig ist ja die U-Aufführung gewesen dass er doch ne ganz andere Zusammensetzung hat.

00:29:38: und Dann hat sie das aber durch die Rechtsrutsche, das ist im Jahr hier in den letzten Jahren, genau dieses Gedankengut wieder in den politischen Mainstream verlagert.

00:29:50: Das ist fast erschreckend, manchmal war wieder Gewaltverherrlichung und von Dingen, die wir eigentlich als in Stein gemeißelt damals gesehen haben, dass die Volkspartei über die Menschenrechtscharta plötzlich zu diskutieren anfängt und lauter solche Dinge hätt ich für den Jahr zwei Tausend Dreizehn eigentlich nicht für möglich gehalten.

00:30:14: Und das war irgendwie so eine erschreckendes Erlebnis, dass diese Gewaltfantasien, die da schon drinnen waren dann doch auch wieder ihren Weg in die gesellschaftliche Mitte gefunden haben.

00:30:28: Aber eben so viele Sachen sind, wo man sich denkt oh Gott ich glaube nicht dass das jetzt ist oder?

00:30:34: Bei mir war es vor kurzem wo eine Headline war das erste Stück von einer Frau wie beim Neujahrskonzert gespielt.

00:30:42: So voller Freude und ihr habt euch die Fang zu weinen an!

00:30:44: Das kann sein was das schon ist was so toll ist.

00:30:49: Warum?

00:30:49: Wo sind wir falsch abgebogen?

00:30:52: Und das ist auch Gewalt.

00:30:53: Also ich hab das fast wie Gewalt empfunden.

00:30:55: an mir, toll!

00:30:57: Entschuldigung.

00:30:59: Diana, wir sind einfach... Na ja, aber

00:31:00: das geht ja, nein, das fällt ja schon auf.

00:31:04: Das ist ja schon noch eine Frage an einen Autor.

00:31:06: und ein Autor bei denen das Thema virulent ist, bei dir immer, bei Dir oft ... Es ist ja ein Spiegel der Gesellschaft wenn die Gesellschaft Die Gewalt, die patriarchale Strukturen davon immer wieder im Würgegriff ist zunehmend immer mehr.

00:31:32: Die Welt hat sich zwischen dem Jahr zwei Tausend Dreizehnte und jetzt auch noch mal radikal verändert.

00:31:36: ich weiß gar nicht welche Formen man jetzt finden muss Lydia Um zu erklären, in was für einer Welt wir leben.

00:31:51: Wenn man immer wieder feststellt sind wir lernfähig?

00:31:55: Sind wir nicht lernfähig?

00:31:56: Warum lesen wir?

00:31:57: Warum produzieren wir seit zweieinhalb Tausend Jahren wahnsinnig tolle Kunst die uns gesellschaftlich keinen deut weiterbringt?

00:32:06: Gut das mit der Lernfähigkeit ist halt Karl Krauss schon attestiert im Österreicher zumindest als einziges Wesen dass durch Erfahrung dünmer wird.

00:32:14: Da hat sich einfach viel verändert.

00:32:19: Aber was ich halt merke jetzt gerade auch ist, dass es so schnell taktisch geworden ist – also auch diese erratische Politik des Gefühles einer Zeit der großen Umwelt zu uns befinden weil halt auch sowas wieder wie die Klimakatastrophe vor Tatsachen stellen, die wir uns nicht wegdichten können auf die Dauer.

00:32:46: Aber dass man halt oft im Theater mit diesen sehr langen Produktionszeiten gar nicht genau weiß ja was ist dann jetzt in zwei drei Jahren?

00:32:59: Jetzt sollte ich ein Konzept abliefern aber dann kann schon wieder alles anders sein.

00:33:04: also glaube das da Das Theater auch noch mal mehr reagieren müsste in der Frage.

00:33:09: Und das predige ich schon seit Jahren, dass man die Formate überdenken muss also immer diese sechs Wochen Probenzeit und dann raus ist einfach für so eine Zeit wo... krasser gesellschaftlicher Wandel passiert, nicht das richtige Mittel.

00:33:26: Ich will nicht sagen dass sechs Wochen Probenzeit manchmal auch genau das richtige Mittels sind aber es bräuchte viel mehr Experiment in Richtung ganz kurze Produktionszeiten, dass man vielleicht eine Sache ein zwei Tage probt und raus damit oder auch wirklich Wurzelbehandlungen macht Gesellschaftliche und sich mal ne ganze Spielzeit Zeit nimmt um an einem Stoff zu arbeiten.

00:33:51: Und es bräuchte halt auch für die Autorinnen und Autoren, glaube ich, flexible Modelle, die aber auf die Bedürfnisse von den AutorInnen-Autoren eingeht.

00:34:02: Ich habe viele Diskussionen schon geführt mit Dramaturginnen darüber das es oft gut wäre wenn unser Schreibprozess vielleicht in mehreren Etaten stattfinden würde also dass es mal eine Probenzeit, eine Recherche Zeit mit den Spielern gibt und so wir nochmal Zeit haben uns zurückzuziehen.

00:34:21: oft werden solche Modelle gewünscht von den Häusern.

00:34:27: Aber es geht meistens so, dass trotzdem diese sechs Wochen pro Umzeit sind und die AutorInnen sollen dann halt irgendwie in der Nacht stunden.

00:34:35: Es geht oft auf Energiekosten.

00:34:38: von den Autorinnen und Autoren habe ich das Gefühl.

00:34:41: Ja da können wir weiter drüber reden und suchen weil es ist natürlich wahnsinnig schwer in diesem hoch durchökonomisierten Kulturbetrieb.

00:34:52: Ja, also ich meine seine Stücke werden gespielt am deutschen Tarte Berlin aber im Burgtheater das letzte Boom Chuck oder der letzte Henker.

00:35:00: Das sind Vorverabredungen, das hast du gerade gesagt von zwei drei Jahren und dann kommt es auf den Spielplan und vielleicht würdest du selber sagen ja dass war vor bis jetzt nicht mehr mein Ja, also das ist... Naja, der Grundschag

00:35:16: ist es mir schon so gegangen.

00:35:17: Dass ich das Gefühl gehabt habe, wenn das genau in den Verhandlungen wo ... Kickel in den Regierungsverhandlungen war rausgekommen.

00:35:27: Wer hätte es natürlich noch mal einen anderen Kontext drum herum gehabt?

00:35:30: So sind wir grad so ein Stückchen später raus gekommen und das hat man dann schon auch gemerkt, dass der politische Kontext sich schon wieder ein bisschen gedreht habe.

00:35:39: Wir haben gerade dann in so einer Phase rausgekommen wo alle aufgeatmet haben und gedacht haben ah ja jetzt haben wir immer vier Jahre Zeit.

00:35:48: Also das merkt man schon, erratischen Grundsituationen, die die Politik gerade hat.

00:35:55: Es schwierig ist da Sachen auf den Punkt zu bringen auch, vor allem wenn man halt irgendwie Sachen schon so lange vorher konzentriert.

00:36:04: Aber eben in der Verlagswelt ist es das Gleiche?

00:36:08: Ich habe oft mit Kolleginnen schon darüber gesprochen, wie furchtbar es ist wenn man dann bei Lesungen diesen alten Mist lesen muss eigentlich und sie denkt zu wow das war vor zwei drei Jahren in meinem Gehirn bin.

00:36:19: Und hätte das da über die Gesellschaft gesagt?

00:36:22: Natürlich kann man diesem Betrieb... Es ist halt schwierig, das kürzer zu machen aber es geht auch kürzere weil ich hab das schon gemacht dass man in zwei Monaten ein Buch ausbringt Und das ist dann trotzdem gut lektoriert, schaut trotzdem gut aus.

00:36:37: Es hat auch eine PR-Möglichkeit gegeben dahinter.

00:36:42: Also möglich wäre das schon und auch in der Volksbühne unter René war das so.

00:36:48: Dass man vorab schon, dass der Text entstehen konnte... Wie hast du es genannt?

00:36:54: Brötgall?

00:36:55: Ja!

00:36:57: So was Vollsinn gemacht hat

00:37:02: auch spontaner

00:37:03: was natürlich

00:37:04: dass ihr da kurz einhakt die haben ja auch teilweise dann auch so diese ganzen produktions abläufe durchbrochen.

00:37:09: das sie mal gesagt haben des bühnenbildes als erstes da weil das ist ja oft an für uns autorinnen so der bühne.

00:37:15: bildner braucht unbedingt was um jetzt mal sich etwas zu überlegen.

00:37:19: es finde ich auch spannend dass man mal sagt naja erstes ist das bühnau da und dann schreiben wir was dazu.

00:37:24: aber dafür braucht es halt so ein bisschen die Qualität, dass man auch Produktionsstrukturen anders denkt.

00:37:32: Ja aber weil Lydia Heider gerade René Polisch erwähnt hat, der dich ja auch an die Volksbühne Berlin eingeladen hat und dort, die auch ein eigenes Format gegeben hat.

00:37:45: Den Totensalon der jetzt nach Wien gewandert ist und beheimatet in dem Schmaus-Waberl.

00:37:53: Jetzt gibt es bald wieder eine Folie, das heißt beim Donauinsel?

00:37:57: Ja

00:37:57: genau, nächsten Sonntag im Porto Polo.

00:38:00: Das ist ein Club auf der Donau Insel

00:38:02: Und da gibt's eine große Ausgabe.

00:38:05: Aber das ist interessant weil ich wollte jetzt... Da kommen wir gleich zu.

00:38:08: aber René Polish der ja auch selber Autor ist und Regisseur, der ja gesagt hat ... oder damals an sein Haus.

00:38:18: Was er leider viel zu kurz geleitet hat, gesagt hat ich, was wäre es eigentlich der Regisseure?

00:38:25: Wir haben doch Autoren, die kennen ihren Text, die sollen den doch mal gleich selbst inszenieren, oder?

00:38:29: Und auch gleich selbst sprechen!

00:38:30: Selbst sprechen, selber inszenen, also diesen Umweg dieser schönen einerseits schönen mehrteilig Mehrteiligkeit am Theater, dass es ganz viele Menschen sind.

00:38:43: Aber es gibt auch den Weg zu sagen.

00:38:46: der Autor ist verantwortlich für den Abend als Regisseur und Sprecher.

00:38:53: Bei dir vermischt das ja sehr gerne alles.

00:38:56: Du weißt es sicher ja eher auch.

00:38:58: Es ist schön wenn man dann Regie macht bei seinen eigenen Sachen und andererseits... Denkt man sich oft zu okay, könnt schon wieder schreiben und es wird viel mehr Sinn machen.

00:39:06: Wenn wir eine andere Person, die das auch oder vielleicht sogar besser kann als ich, die versteht nämlich meine Texte schon genau so wie ich.

00:39:16: Und ist auch eine Frage von nicht nur wer was kann sondern auch was man lieber tut.

00:39:22: und dich schreibe einfach lieber und nutze meine Zeit dann lieber mit Schreiben als dann da auch noch

00:39:29: Direktionen

00:39:30: zu sein.

00:39:31: Aber du bist deine eigene... Direktorin und Programmiererin für den Totensalon, wo ja auch ... Man muss sich das so vorstellen.

00:39:41: Das ist vielleicht interessant weil es einen anderen Theaterbegriff von Lydia Haider beschreibt.

00:39:47: Es geht eher um gemeinsame Rituale.

00:39:50: Es wird gemeinsam gesungen Es wird gemeinsam getrunken.

00:39:54: Du reichst den Messwein an alle Kehlen, also das ist mehr... Also

00:39:59: ich schütte den Messen so ein?

00:40:00: Du

00:40:00: schüttest ihn ein in die Kähle, alle Knien vor dir und während des Teiles dieser Messe ... du bist ja jetzt nicht so Genuin jemandem, wie fändest du jetzt Figuren, Schreibtexte, sondern es sind hier immer wieder Flächen die du als Predigten beschreibst, das knüpft ja eher an Rituale.

00:40:25: Also ...

00:40:28: Ja, weil ich finde da dass man den katholischen nicht überlassen sollte.

00:40:33: Du willst sie aus dem katholischen Befreien und frei den Volk wiedergeben oder?

00:40:38: Genau!

00:40:40: Sehr gut gesagt.

00:40:42: Aber es gab so ein Interview mit dir zur Nationalratswahl wo du gerade drüber gesprochen hast.

00:40:48: Da hast du gesagt, äh ... Du möchtest wieder eine neue Religion?

00:40:54: Ja ja.

00:40:54: Ah ja!

00:40:55: Bründen oder?

00:40:56: Die wurde dann eh gegründet die Parallel-Religion.

00:41:00: Ähm und das ist auch mein Geschenk.

00:41:04: also vielleicht soll ich das nachher sagen.

00:41:05: Kommt ihr dazu?

00:41:06: Aber eine Parallellreligion hast du gegrüntet?

00:41:08: Genau aber die war da nur so kurz aktiv weil irgendwie war der Religion gerade nicht so heiß im Kurs oder wie sagt man hoch in den Kurs Das kommt sicher nochmal, bin ich mir sicher.

00:41:20: Vielleicht mit einem besseren Namen dann auch?

00:41:23: Aber die Religion wie du ja vorhin gesagt hast beschäftigt dich immer also der

00:41:29: Katolizismus

00:41:30: und die Nazis

00:41:34: Das schon darliegende, aber dass man das ist schon ein ziemlicher Kraftakt eine neue Religion zu erschaffen.

00:41:39: Da muss man vorher ein bisschen in die Wüste gehen und so mindestens vierzig Jahre braucht ein paar Arposterlinnen und Kralsritter und sowas.

00:41:50: Aber

00:41:50: du hast eine große Gefolgschaft?

00:41:53: Ja!

00:41:54: Aber trotzdem irgendwer muss dann halt vorne gehen und sagen so jetzt tun wir es.

00:41:59: Aber das musst Du ja sein.

00:42:02: Es dauert noch.

00:42:06: Kommt Zeit, kommt Religion!

00:42:10: Ja du selber hast ja gesagt du gehst gar nicht so gerne ins Theater weil du immer nicht erträgst wie gesprochen wird?

00:42:17: Ja halt wie die Sprache umgesetzt ausgesprochen da bin ich sehr heikel.

00:42:28: Ich habe auf das Gefühl, dass halt dann der Sprache was angetan wird.

00:42:32: Weil du vorhin erzählt hast von dem die Sprache ist ein räudiger Hund, der dann doch immer wieder zurückkommt?

00:42:37: Ich sehe es dann immer so... Die Sprache is eine edle Katze, die vergewaltigt wird und ganz arm ist.

00:42:44: Und da muss man sie wieder pflegen und schauen, dass sich ihnen kaputt geht!

00:42:49: Von Denkungsarten oder von falsch ausgesprochenen.

00:42:56: kann man dann selbst entscheiden, was schlimmer ist.

00:43:00: Aber ja ich merke schon es tritt stille ein.

00:43:06: Weil alle so neugierig lauscht und sich fragen... Was hat's mit dem Geschenk auf sich?

00:43:12: Das sagt man dann.

00:43:14: wir haben am Schluss immer die hier öfter sind kennen das Ritual.

00:43:18: am Ende bekommen die Gäste aus dem Theatermuseum, ein Geschenk und wir kriegen von den Gästen eine kleine Aufmerksamkeit.

00:43:27: Da kommen ja noch dazu... Wie heißt das so schön?

00:43:30: Ich habe zu viel Material, ich hab mir das irgendwo aufgeschrieben.

00:43:34: Wie heißt es im Beidelturmbuch dieser schöne kleine... und willst du nicht katholisch sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.

00:43:46: Bist du da in deiner Heimat traumatisiert vom Katholizismus geworden oder ist es ... Ich wollte ja vorhin noch so ein bisschen über eure Herkunft reden.

00:43:54: Ist das also provinzösterreich?

00:43:55: Und nach Wien ist das da so ...

00:44:01: Also was den Katholiziertismus betrifft, ist er schon in Wien auch.

00:44:06: Gleichermaßen!

00:44:09: Ich bin eigentlich gar nicht so traumatisiert Davon, weil ich habe das Glück aus einem linken Haushalt zu kommen.

00:44:15: Aus einem arbeiterinnenhaushalt und da war es gar nicht so oder halt schon rundum.

00:44:22: Und dieses Gefühl von wenn man da nichts mit tut dann gehört man nicht dazu.

00:44:27: Wenn man das hinterfragt ist es ziemlich schlecht für dich.

00:44:31: Das war der Ausgangspunkt für mich.

00:44:35: Und dann auch irgendwann das Gefühl, hey die haben ja die Sprache und die haben nicht nur die Erlaubnis eine Sprache zu verwenden.

00:44:46: Die abweicht davon wie wir eigentlich heute sprechen.

00:44:50: Das habe ich mir so geil gefunden in der Bibel dass da so absurdes Zeug steht und das darf man.

00:44:54: So darf man plötzlich Sprache verwenden aber halt so in anderen Kontexten nicht.

00:45:01: Und da war ich sehr neidisch und das habe mich dann darauf gesetzt.

00:45:05: Und man gedacht, wow hier wird es gestattet, dann muss sich da andocken.

00:45:13: Ja diese Abweichungen, das wäre das zweite von... Ich glaube dass alle Schreibenden da sehr drauf stehen weil das sind die Löcher irgendwie in der Matrix, wie wir das so sagen können.

00:45:25: In der Bibel?

00:45:26: Nein in den Abwechungen wo Sprache anders verwendet werden darf oder vielleicht versehentlich passiert, wo dann was passiert.

00:45:35: Wo sie etwas verschiebt?

00:45:37: Oder wo...

00:45:37: ...werden Dinge auch was sichtbar?

00:45:39: Ja voll!

00:45:41: Sie werden sichtbaar oder man kann dann irgendwo hin weiter.

00:45:45: Man merkt im Gebrauch der Sprache, dass Dinge oft verschwinden.

00:45:49: Wieso gibt es in der Werkzeugtheorie auch so Sachen, dass gute Werkzeuge nur dann sichtbar werden wenn sie kaputt wären?

00:45:57: Weil sonst verwendest du das halt einfach und achtest nicht drauf.

00:46:01: Aber in dem Moment wo ein Werkzeug kaputt wird erkennt man erstes Werkzeug in seiner ganzen Substanzielität an.

00:46:09: Und so ähnlich geht's mit der Sprach, dort wo sie halt nicht mehr funktioniert Sie eigentlich auf eine andere Weise, also da wird was sichtbar.

00:46:18: Da ist Erkenntnis dann plötzlich möglich.

00:46:22: So geht es mir dabei!

00:46:23: Es gibt einen schönen Text von George Vagampen in Noten zur Geste.

00:46:27: Sagt er das Sprache gut funktioniert wenn sie ihre eigene Mittelbarkeit ausstellt.

00:46:36: Also wenn sie nicht nur Mittel zum Zweck ist sondern ihre Mittelbarigkeit ausställt und dann bringt der den Begriff des Gags ein.

00:46:44: und das der Gag, das wusste ich auch nicht vorher, kommt von dem Quaken, dem Schauspiel Studierende in den Mund genommen haben um Sprechübungen zu machen.

00:46:57: Und daraus ist erst dieser Witz entstanden und genauso... Also das Bild hat die immer vor Augen dass die Sprache oder eine Kunstsprache auch immer wie bisschen funktioniert wie so'n Quaken im Mund reibungslose Funktionieren der Sprache auch ein bisschen verhindert und dadurch aber erstens den gewissen Witzen natürlich auch mit reinbringt.

00:47:20: Und das ist vielleicht auch wirklich so von Horwart geschult, dass dort wo Sprache falsch verwendet wird, man gerade erst was über des Funktionierend von Ideologien, über Privatideologien und Privatphilosophien auch lernen kann.

00:47:37: Also das ist immer der Versuch.

00:47:39: Ja, wir waren nicht schon bei den Stolperfallen.

00:47:43: Kann ich das ja gänzen?

00:47:44: Am Theater ist es ja normaler.

00:47:48: aber zumindest was ich so mitgekriegt habe aus der Verlagswelt da mag man das ja eigentlich gar nicht.

00:47:55: diese Stolpe fallen im Text weil die könnten ja beim Lesen rauswerfen die könnten Das Publikum also die lesenden könnten ja glauben dass es ein Fehler ist und immer.

00:48:08: Und das ist dann so schade wenn diese Die eigentlichen Diessenz, dann leider da so rausgeglättet wird.

00:48:16: Ehe wie lange Korrespondenzen drüber über gewollte Fehle baue ja auch auf den Texten gewollten Fehler ein die natürlich eine Doppel- und Hintersinnigkeit haben.

00:48:26: Und ich weiß noch beim Roman hat es eine Sache... Ja, ich weiß jetzt nicht mehr was das war aber da habe ich bis zur letzten Drucklegung nicht gewusst ob mir die Korrektoren das nicht doch rausschreichen.

00:48:39: Das ist zu schade!

00:48:42: Das ist ja das Terrain, was du gerade auch dein Roman erwähnst.

00:48:48: Was du ausschreitest also die Stolperfallen reinzubauen.

00:48:55: Also nicht nur das Denken der Figuren sondern auch die eigene Grammatik die Situation oder die Setting beschreibt.

00:49:08: Man muss tatsächlich bei deinem Preis gekrönten Roman, also lesendes Arbeit.

00:49:18: Also deswegen die Lektoren vielleicht wegen der Lesbarkeit und Gefälligkeit sagen ne es muss wieder glatt sein was fatal ist aber Wirklich Arbeit, wenn du es liest.

00:49:32: Aber es

00:49:33: ist spannenderweise fifty-fifty von den Rückmeldungen.

00:49:36: Ich würde sagen also ich habe noch keine Studie dazu gemacht aber es gibt halb so viele Leute die sagen Fließt viel besser, wenn es so eine geformte Sprache ist.

00:49:47: Den Rhythmus auch.

00:49:48: Viele sagen mir auch, dass sie so leicht zu wippen beginnen

00:49:51: und das in der Texte

00:49:52: lesen was ich ganz schön finde weil ich am Schreibtisch ja auch immer so leichte Wippe und ich stelle mich dann wie ein Bienentanz auf Distanz.

00:50:01: Sowohl Auto- und Leser schafft Wippen so schön vor sich hin Und andere sagen, es ist extrem schwer.

00:50:09: Und so ist das auch mit Spielerinnen und Spielern die einen sagen Es ist extrem leicht für sie zu lernen weil das so geformt ist und Andere oft die Spielerinnen oder Spieler die gerne improvisieren und Dinge freier auslegen auf der Bühne die sagen wenn man ein Wort anders setzt dann bist du verloren.

00:50:30: Aber das ist vielleicht gerade wegen des Wippens, was für Lüdias Religion.

00:50:35: Das rhythmische Wippen... ...das Gebietsmühlenartige.

00:50:43: Ich meinte Arbeit gar nicht.

00:50:45: Meine Arbeit ist ja auch etwas Schönes, weil die ist immer mit Gewinn!

00:50:48: Weil du musst warten bis zum Satz Ende.

00:50:51: Du musst bis zum Satzende warten.

00:50:53: Das kennen wir aber schon von vielen anderen Autoren.

00:50:58: Lüdea, über Ihren Begriff.

00:50:59: Bitte!

00:50:59: Da findet noch eine Sache... Ein Begriff vielleicht hier einwerfen?

00:51:02: Wir haben ja ein schönes Buch rausgegeben.

00:51:04: das heißt Dramatisch Lesen ist bei Theater der Zeit heraus gekommen wo es halt um die Frage der Literarizität von Theatertexten auch geht.

00:51:14: und da hat Sascha Michl einen schönen Text über Wolfram Lotz geschrieben wo er den Begriff des Gebrauchstextes nochmal aufgewertet hat.

00:51:23: und das finde ich vielleicht in Bezug auch darauf was du gesagt hast dass es Arbeit ist halt bei Theatertexten auch schön, dass sie so eine Brauchbarkeit haben.

00:51:32: Dass man sie auch nutzen kann.

00:51:34: und also eben das hängt damit zusammen mit diesem zweiten Produktionsprozess der da nochmal ansteht.

00:51:41: aber ich finde Sie sind im besten Sinne des Wartes Gebrauchstext Texte die wir auch noch anderwertig verwenden können.

00:51:51: Ja unbedingt!

00:51:54: Man muss sich gebrauchen sprechen.

00:51:59: Deine Stücke sind auch in Buchformen, man kann sie kaufen.

00:52:01: Die gibt es bei Fischer als Ausgabe.

00:52:04: Das ist wirklich toll!

00:52:08: Früher gab's das mehr, dass man Dramen öfter in der Buchhandlungsauslage lagen.

00:52:14: Man hat mehr Dramien gelesen und jetzt muss man...

00:52:17: Ich bringe immer das Beispiel, dass ich bei Schott Wien früher noch das Theater heute gekriegt habe.

00:52:24: Das gibt's schon lange nicht mehr da, es gibt auf dem Tankstellen ja mittlerweile glaube ich gar keine Zeitschriften mehr.

00:52:30: Aber das Theater heute müsste unbedingt wieder an den Theater...

00:52:33: An der Tankstelle!

00:52:33: ...an den Tankstellen, Theater-Tankstellen.

00:52:38: So

00:52:38: mein Trafikant hatte jetzt lettre international liegen, habe ich mich hier gefreut.

00:52:44: Aber dass ist toll, aber in Wien müssen wir zugeben können wir uns nicht beschweren.

00:52:50: Zumindest über die Aufmerksamkeit, die Theater

00:52:52: bekommt.".

00:52:53: Das hat neulich Jan-Philipp Gloger erzählt der sagt wo gibt es die Stadt?

00:52:57: Wo du nach einer Premiere acht Kritiken bekommst?

00:53:00: von Kritikern also nicht von Deutschlehrer sondern von... Also das ist schon... Das ist schon bemerkenswert.

00:53:07: Deutschland

00:53:10: hat mal oft acht Kritiker aber vom selben Kritiker.

00:53:16: Aber wie war das bei dir?

00:53:17: Du warst am Benediktina Kloster?

00:53:20: Nein, im Gymnasium.

00:53:20: Ja genau.

00:53:24: Das droht ja da so drüber ein bisschen über dem Tal.

00:53:29: dort wo das Tal eng wird ins Gesäuse rein.

00:53:31: Dort steht das Benediktiner Stift.

00:53:35: Ich vergleiche es immer so ein bisschen.

00:53:36: Es ist wahnsinnig schön dort die Gegend, also wie beim Pilzesammeln.

00:53:40: Wenn man so einen Herrenpilz findet der schaut oft auch von außen ganz schön aus.

00:53:44: aber wenn man zu Hause aufschneidet dann sind die Würmer drin und glaub einer der dicksten Würme ist der Katholizismus.

00:53:52: Aber war er ja auch so dominant?

00:53:53: Also weil in deinen Stücken du ja so wirklich Figuren hast die man eigentlich eher nicht so vielleicht den Wien trifft sondern mehr am Land.

00:54:03: Naja, es ist halt mit dieser Enge vom Tal kommt schon auch eine enge der Stirnern oft.

00:54:08: Also ich bin schon auch gern immer wieder dort... Ich habe immer das Gefühl dass ich so in die Stadt aufgebrochen bin und irgendwo am Weg liegen geblieben Bin nicht ganz in der Stadt angekommen aber auch nicht ganz vom Land los gekommen.

00:54:21: Aber immer wieder wenn ich dort bin halte es nach zwei drei Wochen eh schon nimmer aus Und muss immer das Weite suchen.

00:54:29: Ja Es ist ein seltsam ambivalentes Verhältnis.

00:54:33: Andererseits gibt es dann dort auch wieder schöne Szenen, ich mache ja auch so ein Literaturfestival dort in der Gegend.

00:54:41: alle zwei Jahre machen wir so einen Literatursalon wo wir versuchen über spannende neue Vermittlungsformate werden zum Beispiel das Format der Literaturbetriebslesungen etabliert, wo wir im Betrieb in die Region gehen und dort für die Belegschaft lesen.

00:55:01: Und die Betriebe haben anfangs immer so wahnsinnig Angst gehabt davor.

00:55:05: Dann haben sie mal Corona vorgeschoben, dass sie niemandem ins Unternehmen reinlassen dürfen.

00:55:09: Und dann haben die das aber extrem liebevoll aufgenommen und haben teilweise sogar ... Wir waren bei einem Fertigteilerzeuger, Fertigtalhauseerzeuger.

00:55:18: Der hat eine richtige Bühne für Marie Gamilcek damals aufgebaut.

00:55:22: Leakschaften dort, die reden oft zwei drei Jahre später noch davon was da so los war im Betrieb und kriegen dann auch eine Plakette.

00:55:30: Dann sind sie ein Literaturbetrieb.

00:55:32: Das ist ja toll!

00:55:35: Ihr verleiht die Plakete ausgezeichnet als Literatur-Betrieb oder?

00:55:43: Ja das stimmt.

00:55:44: Das sehen wir an bei deinem anderen Stück eines der früheren Stücke Dosenfleisch.

00:55:50: Auf der Strecke dazwischen, also wo du grad sagst bist du geblieben.

00:55:53: Also das ist ja an einer Tankstelle auch an einem Nichtort da kennst du dich auch gut aus?

00:56:02: Ja so diese Nichtorte die Durchgangsorte die eigentlich nicht zum Verweilen einladen, wo aber doch irgendwie Leute verweilen dort es schon was mich interessiert.

00:56:13: auf einer sprachlichen Ebene Anzuarten hat man immer das Gefühl dass hier die wie hinter der Sprache verschanzen, um irgendwas zu haben wo sie sich festhalten können dran in so einem ortlosen Ort.

00:56:32: Lydia ich habe aus deinem Buch Ovin Siehe du Sau Was ja auch Gedichte Lyrik ist eine Liebeserklärung an Wien.

00:56:47: da hab' ich irgendwie mal gedacht das müsste man noch mehr öfter lesen.

00:56:54: Wenn also deine Ohren taub und dein Auge blind, so gehe ich hin auf Wien!

00:57:00: Denn Wien macht die Tauben hörend, Wien mache dich blindesau sehend und macht gut was das landläufige Land dir angetan auf so viele Jahre hin.

00:57:12: Wien mach dich

00:57:12: gesund!".

00:57:17: Da gibt es noch ein Lustiges.

00:57:18: Wien sprach zu mir, weil du weder um langes Leben bittest, noch um Reichtum, noch das Landes- und all der Landtrottel tot.

00:57:26: Vielmehr um Genossinnen und das Recht auf Doppeliter und Tabacke.

00:57:31: siehe so tue ich nach deinen

00:57:33: Worten.".

00:57:34: Nein, ich habe mir da schon vorgestellt dann hier in Wien anzukommen also ihr beide.

00:57:41: Also Wien ist wenn man vom Land kommt eine Offenbarung oder kultureller Natur, doppeliter Natur.

00:57:49: Oder?

00:57:50: Ich war dazwischen in Linz, muss man auch sagen... In

00:57:53: Linz beginnt's!

00:57:54: Ja

00:57:55: und dann über die Dona nach unten geschwemmt.

00:57:59: Aber ja

00:57:59: ich glaube es war zwangsläufig dass du nach Wien gehen wirst, musst.

00:58:05: Auf jeden Fall von dort weg.

00:58:08: Egal wohin und das muss irgendwas ... Und dann war ich ja auch viel in Berlin, aber ich finde Wien ist für mich genau das Ideale.

00:58:16: Also und deswegen kommen auch immer mehr so liebe Erklärungen an Wien, weil der Ort schon was sehr wichtiges ist...

00:58:25: Für die Autorin?

00:58:26: ...für den Menschen allgemein!

00:58:32: Es ist halt irgendwie in der Stadt, also ich weiß noch am Anfang hat mich es schon mal überfordert diese Vielfalt an Angebote jetzt man natürlich da hat.

00:58:39: Das ist eh klar, in einer Stadt ist da viel mehr Angebot.

00:58:42: Andererseits gibt es natürlich am Land auch viele kleine Initiativen, die auch schöne.

00:58:47: Das ist sehr regional unterschiedlich, weil man hat eine Ortschaft wo extrem spannende Sachen passieren, weil es da ambitionierte Leute gibt, die dort oft ehrenamtlich extrem viel Kulturarbeit leisten.

00:59:05: und andere Ortschaften, wo's halt nur den Seidenmalverein.

00:59:11: Und man merkt halt schon auch in den letzten Jahren und jetzt gerade in der Steuermarkt mit der FPÖ-Regierung, wo so eine Mischung aus Inkompetenz und Boßwillen die Fördersituation gerade extrem schwierig macht.

00:59:24: Gerade für kleine Vereine, gerade für Leute, die da ehrenamtlich Meter machen, extrem schwer machen.

00:59:37: auch erst so in den nächsten zehn Jahren dann abbilden, was da verloren geht.

00:59:43: Wenn dann mal das nächste Kultur am Gebot vielleicht erst wieder fünfzig-sechzig Kilometer weiter hat.

00:59:51: Außer die Blasmusikkapelle?

00:59:54: Die natürlich noch besser

00:59:58: gefördert werden.

00:59:59: Ja, das ist ...

01:00:02: Ich will das auch gar nicht so gegeneinander ausspielen, die Volkskultur.

01:00:06: Weil im besten Falle – und es ist ja auch was, was die FPÖ betreibt aus Spalterthum – in bestem Fall arbeiten diese Gruppierungen gut zusammen.

01:00:18: Und vielleicht, weil Hannes gerade da ist der Kulturfischin Rottenmann mit denen haben wir zum Beispiel Wiedermann und die Brandschifter mit der freiwilligen Feuerwehr gemacht.

01:00:29: Wir haben in der Feuerwehr gespielt, wir hatten einen CoA aus Feuerwehrleuten, die mitgesungen haben.

01:00:37: also da gibt es einfach auch Synergieeffekte.

01:00:41: aber wenn jetzt den Kulturvereinern einseitig das Geld weggekürzt wird um das nur im Trachten und Leuten die ideologisch auf China sind zugeschanzt wird, dann macht es einfach auch einen Spalt.

01:00:56: Und das ist halt genau das was diese Demagoginnen betreiben, Keile in die Gesellschaft treiben und da sieht man ein bisschen die kleinsten Strukturen der Gesellschaft.

01:01:06: Ja aber dann ist eine sehr gute Idee diesen Keilen entgegenzuwirken und das ist natürlich toll.

01:01:13: wenn man sagt wir machen eine Lesung in den Betrieb also die Hemmschwelle Kann man zu dir nicht auch sagen, also deine Figuren sind ja sehr aus dem Volk und es steht ja in einer langen Tradition.

01:01:31: Wie ist das eigentlich bei euch mit der Tradition?

01:01:33: Es gibt noch so ein Grazer-Schwab.

01:01:38: Gibt es direkte Bezüge ... Ich meine Alfreda Jellinek ist die große Figur, die immer wieder vorkommt im Gespräch und so.

01:01:48: Seht ihr euch beide in einer bestimmten Tradition des Schreibens?

01:01:55: Naja, auf jeden Fall setzen sie immer zu den Traditionen in Bezug.

01:02:00: Also ich mache ja auch keinen Hehl daraus, dass ich mich schon meistens in dieser Volksstück-Tradition bewege.

01:02:08: Ich finde halt... Es hat so nach Schwab und Eman Yellenek schreibt ja noch immer, aber es hat dann eine Phase gegeben wo neue Dramatik ein bisschen ins Hintertreffen gelangte.

01:02:22: Da ist auch viel amerikanische etwa Albi jetzt in den letzten Jahren wieder weg vom Fenster waren Und man merkt halt schon, dass so in dieser letzten Phase – Hochphase auch mit Lydia Mier, Thomas Köck, Gerhard Steinbuch, Miroslav Svollikova es einfach eine Phase gegeben hat.

01:02:48: extrem breite Spektrum an verschiedenen Formen hervorgebracht haben, die sie auch ein bisschen gelöst haben von diesem rein Textflächenlastigen der Posttraumatik wie es in den Neunziger und Nullerjahren dominanter war.

01:03:06: Aber das auch nicht verschwunden ist in den Texten.

01:03:08: Bei mir gibt es ja auch sehr lange Monologe, die was textflächenhaftes haben oder bei Miru gibt's ja auch Flächigere.

01:03:18: Du sowieso Gerhild Steinbuch.

01:03:21: Ich hab das Gefühl also es gibt so eine grobe Form an Vielfalt ein großes Spektrum eigentlich an Möglichkeiten sich zu der und postdramatischen Traditionen in Bezug

01:03:37: zu setzen.

01:03:38: Aber wie ist das überhaupt mit der neuen Dramatik?

01:03:40: Weil sie wird ja gefördert und betrachtet, aber das ist so dein Erstlingswerk im Westibül.

01:03:50: Leipzig die Diskothek also da sind immer die kleinen Bühnen wo die Autoren dann dürfen, aber Sie kriegen nicht die große Verantwortung oder die große bühne also viele.

01:04:05: es gibt ja viel förderung.

01:04:06: oder würdest du das?

01:04:08: gibt es viel autorenförderung autorinnenförderungen schon.

01:04:12: na es gibt schon nach wie vor ganz gute förderprogramme.

01:04:16: aber man merkt hat schon auch dass diese förderprogramme oft dann an häusern dran hängen wo halt ein Intendant, Intendanten.

01:04:25: Wenn die wechseln und dann die AutorInnen-Schiene die Gegenwartstramatik nicht mehr fördern wollen, dann fallen oft so ganze Strukturen wieder weg.

01:04:35: Drum ist man immer ein bisschen in... in einem Zugzwang, das halt auch zu sichern und auch gegenüber der Politik zu vermitteln.

01:04:43: Dass es wichtig ist, dass es Förderprogramme gibt, weil die Auswirkungen werden sie dann halt erst... Also diese Bandbreite, die's jetzt gibt existiert auch nur, weil seit den letzten Jahren eine gute breite Förderung gegeben hat.

01:04:58: Da hat sie ja auch in den Null- und Zehnerjahren immer wieder die aufgeheimen Diskussionen gegeben von wegen, ja produzieren wir nicht so viele Nuke Kammer und so weiter.

01:05:07: Aber man muss schon auch mal sehen, dass aus diesen New-Kammern auch sehr viele bleibende Positionen entstanden sind die man heutzutage nicht missen will.

01:05:17: was man halt schon jetzt auch merkt gerade in dieser budgetär angespannten Lage ist das hat du hast es eh gesagt anfangend tut man meistens auf den kleinen Bühnen, aber jetzt sind halt gerade dort wird am meisten gespart oft werden ganze Spielstätten gestrichen bzw.

01:05:37: gibt es einfach nicht so viel Geld für Uraufführungen auf kleinen Bühnen.

01:05:41: Und da muss man auch sagen, das hat dann noch mal eine feministische Komponente, dass auf den kleinen Böhnen immer mehr Frauen gespielt werden als auf den Großen.

01:05:51: und wenn die kleinen Böhnen wegfallen, verstärkt sie nochmal dieses Missverhältnis.

01:05:57: Also das ist glaube ich etwas was man merkt und wo wir die Auswirkungen in den nächsten Jahren wahrscheinlich erst merken werden weil halt ja ... dann keinen Nachwuchs hast, wenn du keine kleinen Spielstätten hast.

01:06:08: Und der Nachwuchss… also diese Übungsfelder müssen ja sein!

01:06:11: Du hast denn auch ein bisschen gebraucht.

01:06:15: und dann auf die – ich weiß gar nicht, das war ja ein Auftragswerk.

01:06:19: Es würde mich sehr interessieren.

01:06:21: Da haben wir aber auch einen Link zu dir den jedermann.

01:06:26: Dann hast du sozusagen dein dir angestammtes Personal verlassen.

01:06:35: Das war ein Auftragswerk für die Burg, oder?

01:06:39: Ja ja.

01:06:40: Die Karin Bergmann ist damals an mich herangetreten und hat so gesagt, ob ich nicht Lust hätte, mir jeder Mann zu bearbeiten.

01:06:45: Zuerst hatte

01:06:46: er viel Jahr für die große Bühne gleich.

01:06:48: Und da habe ich dann schon auch erst mal geschluckt musikensellend mit Bedenkzeit erbeten... ...und hab mir dann aber doch irgendwie dran gewagt.

01:07:00: Also auch um zu sehen dieses dieses Abklopfen von Klassikern.

01:07:06: Wo ist der Holz drunter?

01:07:09: Wo ist wirklich ein Goldstück drunter, das hat mich schon irgendwie auch dann gereizt und ich habe es bei diesen Überarbeitungen auch immer so ein bisschen, habe das Gefühl dass sie mir immer in so leicht auswieglose Situationen bringen und mich dann rausschreiben muss wie die Maus im Gehfig oder so... Und das hat mit da auch gereizten, muss ich sagen!

01:07:34: Vertiefene Lydia, du hast auch auf Einladungen in Salzburg dich mit Salzburg und mit dem Mythos jeder Mann beschäftigt.

01:07:44: Genau

01:07:44: aber bei mir war der Auftrag nur mit der Bullschaft.

01:07:48: Das ist auch spannend wahr?

01:07:49: Und dann habe ich auch lange ... Was kann man denn mit diesem Minitext den die Bullschaft überhaupt spricht

01:07:56: tun?

01:07:57: Du warst exkluziert aufgefordert dich mit der Bullschaft...

01:08:00: Ja!

01:08:01: Mit dem Text von ihr Also von der Bullschaft.

01:08:05: Und habt ihr dann mit Duherbert verschnitten?

01:08:10: Ich hab mir gedacht, das kann noch was... ich möchte eigentlich dieser Bullschaftsfigur noch etwas Schlimmeres antun als er schon angetan wurde und habe sie dann reingesetzt in diesen Gewaltexzess von Duherbert und immer und immer wieder daraus sprechen lassen aus den Gewalttaten.

01:08:29: Wir haben dazu das als Chor Rosenkranz inszeniert, in zwanzig Leute gesprochen haben und ein Video daraus gemacht.

01:08:41: Also es wurde im Schmauswabel getreten im Hinterzimmer sehr eine schräge Geheimorden der Schauswabe Larianer-Innen war.

01:08:50: und dieses Video mit diesem Rosenkrans wo die Bullschaft aus Duherbert immer wieder raus spricht, da haben wir dann dort abgespielt und dazu noch Performance gemacht, nämlich eine Self-Performance.

01:09:05: Weil man das eigentlich nicht erträgt was da was man da sieht.

01:09:09: jetzt haben wir zu fünft in Ritualen uns im Publikum das ist jetzt so verkürzt gesagt einfach mit Messwein massiv angesoffen so dass am Ende die Leichen darlagen.

01:09:25: eigentlich meine Herangehensweise.

01:09:31: Na ja, es war aber auch im Kontext von Forschung und Literatur und Forschung in der Frage die Präsenz von Frauen bei den Salzburger festspielen.

01:09:45: Das war dann die Präsent.

01:09:47: Also etwas zu zeigen was eigentlich unerträglich ist, das aber halt fixiert ist schon so fixiert dass man's gar nicht mehr wirklich bearbeiten oder herausnehmen kann diesen Bullschaftstext und die... ...die letztliche Aussage halt dann war, na gut, da müssen wir uns einfach ansaufen.

01:10:04: Und können nichts tun

01:10:05: dagegen.".

01:10:07: Ja das ist aber auch ein Schritt, ein Bekenntnis, ein Protest, ein performativer Akt.

01:10:13: ja?

01:10:16: Die Frauenfigur hast du ja auch neu geschrieben, wer den nannt?

01:10:20: ne?

01:10:20: Also in dem Moment wo du die Bullschaft Nicht die Frau in dem Falle ist, sondern die Geliebte, die fremd kommt und ihn verführt.

01:10:29: Der Tod ist die Verführung?

01:10:31: Ja es war... Es ist ein bisschen so zustande gekommen dass die Barbara Petritsch, die ja auch da aus Atmand kommt also eigentlich aus Heil auf der anderen Seite von der Inns hat mir mal im Sommer überfallen dort im Ort zum Zeck gekommen Und da habe ich ja gerade den Bachmann-Preis gekriegt.

01:10:54: Dann hat sie gesagt, die soll mich nur ja nicht auf diesen Preis ausruhen weil sie braucht jetzt eine ordentliche Rolle und die Mutter spielt sie nicht, hat sich gesagt.

01:11:05: Und so war es dann sehr unter Druck gesetzt und musste eine spannende Rolle für Sie entwerfen.

01:11:14: verführenden Tod gekriegt.

01:11:16: Ja, diese Spaltung gibt es eben auch in älteren Versionen vom Jedermann, dass es eine Frau gibt um die Bullschaft.

01:11:25: und auch wenn ich mich recht entsinne hat Hoffmanns Teil das glaube ich auch schon in früheren Fassungen mal so angedacht und hat's dann aber wieder fallen lassen.

01:11:37: Und es ist ein Stück über den Kapitalismus noch mehr geworden.

01:11:45: Also das ist nicht mehr so mythisch aufgeladen bei dir, wie bei Hoffmannstalen mit Mammon und so weiter sondern es ist eine klare krasse fast ökonomielogik oder?

01:11:57: Ja mir hat es eben auch aus den Frühfassungen vom Hoffmannsteil einen neuen Zugang da geschafft weil der auch in einer der ersten Fragmente hat geschrieben es spielt in einem Garten nahe Wien.

01:12:12: dieser Regieanweisung von dem kleinen Satz eigentlich ist für mich so eine Fantasie aufgegangen.

01:12:19: Man lässt es wirklich so.

01:12:20: ein Garten fest sein in der Gegenwart, auf einem Anwesen von einem sehr gut situierten Hedgephone Manager oder sowas ist das ja bei mir und lässt es dort spielen.

01:12:37: also gerade diese Fragen Hedonismus und der Angst vor dem Tod ist ja heutzutage auch mit Leuten wie Peter Thiel, die das ewige Leben suchen während ihnen die Gesellschaft herum komplett wurscht.

01:12:59: Dieser, glaubt er, Queen Slabodian hat so schön genannt Fortress Futurism.

01:13:05: Also, die leben... Die machen sich ihre Burgen in denen sie schön den Status quo weiterhalten können während draußen alles vor die Hunde geht.

01:13:16: Das kommt ja schon gut vor weil eigentlich ist der Garten uneinnehmbar.

01:13:19: also es wird ja auch wie eine Festung beschrieben schon die Welt draußen lässt.

01:13:28: Ja ich glaube das ist auch immer prägendere Zukunftsvision sein wird.

01:13:36: Also die Frage, wie man sich mit den technologischen Mitteln seine Enklaven bauen kann während die Staaten ja gezielt von diesen Tech-Milliardären distaliert?

01:13:50: destabilisiert werden.

01:13:52: Also gerade so erratische, populistische Autokraten die das Land kaputt machen oder in Elon Musk hat man ja gesehen was der mit diesem eigenen Bürokratieabbau dieses euphemistische Wort dafür diese Institution dann halt einfach auch staatliche Strukturen einfach zerstört hat weil sie Das Gefühl haben wir ja besser, uns geht es gut und den draußen.

01:14:27: Sie versuchen da gerade in Albanien so eine schöne Insel zu kapern?

01:14:32: Ja!

01:14:36: Zu dem Thema Technologie.

01:14:47: ist die Artificial Intelligence oder wird es ein Thema werden, weil du gerade so über Zukunft redest.

01:14:54: Ist das eine zukünftige Konkurrenz deiner Existenz?

01:14:59: Ich

01:15:00: habe jetzt in einem Artikel gelesen, dass die KI funktioniert wie eine Verhinderungspibliothekare.

01:15:07: Das war eigentlich einen ganz schönen Ausdruck, wie so eine Bibliothekarin mit dir durchgeht und nur sagt ja, das brauchst nicht lesen, das kann ich da schnell zusammenfassen.

01:15:17: Das ist nicht das Richtige für dich eigentlich alles weiß, alle Bücher kennt aber verhindert oder so ein wenig zwischengeschaltete Institution zwischen uns und den Originalen ist.

01:15:31: Und das ist glaube ich ein großes Problem.

01:15:35: Ich merke schon dass es auch zur Recherche verwende natürlich auch wenn ich da merke sehr defizitär auch in vielen Dingen ist.

01:15:48: Also ich habe jetzt letzte Woche erst mal irgendwie, weil ich einen bestimmten Artikel von Michel-Luel Beck gesucht hab, wenn ich zweimal auf die Bibliothek war und mir die KI immer gesagt hat das ist genau in dem Band drinnen natürlich was nicht!

01:16:01: Hat es an den Band gar nicht gegeben und so.

01:16:03: also fantasiert schon sehr viel vor sich hin.

01:16:06: und vor allem wenn sie dann wenn man dann noch mal nachfragt und dann sagt sie, ja da hast du vollkommen recht.

01:16:13: Also es tut ihr auch gar nicht leid irgendwie, wenn's so Fehler macht, sondern ist komplett... Ahja!

01:16:21: Und dann sagt's wieder was Komplett Falsches.

01:16:24: Man geht wieder davon aus dass das stimmen könnte.

01:16:28: also ich glaube das ist schon eine riesen Blase.

01:16:32: So, obwohl ich natürlich sehe das es da Vorteile gibt.

01:16:36: aber wenn man solche Dinge durchspielt wird dann auch schnell klar dass die was ja dann angedacht wird dass die Flughefen organisiert oder Krankenhäuser davon schon weit entfernt.

01:16:48: Aber du kannst sie nicht fragen schreibt mir mal zwei Schmalzsätze.

01:16:53: Am Anfang, wie die rausgekommen sind habe ich von haufenweise befreundeten Leuten so Texte dann gekriegt.

01:17:01: Ich habe jetzt was der neuere Maden wird!

01:17:03: Haben Sie mir alle so Texte geschrieben, die die Karriere zusammengestellt

01:17:07: haben?

01:17:07: Das ist ja ... Ich find's, das ist die falsche Denkrichtung daran.

01:17:11: Weil es braucht immer den Ferdinand Schmalz dann trotzdem noch dazu.

01:17:14: Und da bin ich wiederum froh, dass der Autor zwar tot ist aber wieder auffällsstanden anscheinend in den Nullerjahren und damals haben wir nur so aufgeregt, dass alle wieder so auf Biografie und Arturinnen und Werk nicht auf Werk sondern eben auf die Reallen wieder abfahren.

01:17:32: was jetzt da für dieses Problem eigentlich gut ist, weil es gibt diesen verherrlichenden Persönlichkeitszugang.

01:17:44: Und niemand wird sagen ich bin jetzt im Burgjata beim Stück von der KI gewesen sondern nicht bei einem ferdigen Schmalzstück und deswegen sehe das gar nicht als Bedrohung.

01:17:56: Nein!

01:17:58: Ich finde, darauf komme ich eher auch in der Rede.

01:18:01: Dass halt die KI auch keine Krisen kennt, keine Schreibkrisen und dass man deshalb den Texten auch anmerkt.

01:18:08: dieser heillose Positivismus, den wir dazu tagetragen hat dann oft auch keine Tiefe.

01:18:15: Ich weiß nicht ob es dann ... Kann ja sein, dass ihr das noch weiterentwickelt und dass sie dann für Schreib-Krisen fähig sind.

01:18:24: Aber laut Eigenaussage Weiß die KI einfach nicht, was eine Schreibkrise ist und das würde ich schon essentiell noch als menschlichen Vorteil verbuchen.

01:18:37: In dieser Rede hoppla die Leberwurst beschreibst du ja das Thema der Schreib-Krise sehr ausführlich.

01:18:45: Kennste auch Schreib Krisen?

01:18:48: Man kann sich ja immer überzeugen, dass Lydia schreibt.

01:18:50: Da geht man ins Schmauswaber und da sitzt du und schreibst.

01:18:54: Erzähl doch mal was ... Lass uns noch einmal das die Art des Schreibens.

01:18:57: wie entstehen Texte?

01:18:59: Dich kann man dort sehen, du sitzt am Laptop

01:19:03: mit Kopfhörern und allen möglichen Getränken.

01:19:06: Meistens sind Flasche Schnaps oder Roseco, keine Ahnung.

01:19:10: Und dann schauen wir so lange bis ihr runterfallt vom Tisch.

01:19:14: Meinstens klappe ich zu Wenn der Text nicht mehr hält, dann ... Ich bin wirklich schon mal einfach runtergefallen.

01:19:22: Dann werde ich nach Hause

01:19:23: getragen.".

01:19:24: Ja!

01:19:26: Aber so entsteht das da.

01:19:28: Und es gibt einen Roman, der leider noch nicht veröffentlicht ist.

01:19:33: Es gab mal eine Lesung.

01:19:36: Schänder heißt er tausend Kapitel, den du ausschließlich dort geschrieben hast?

01:19:43: Fast ausschliesslich.

01:19:45: Viel auch in einer Volksbühnenkantine Aber das ist fast wie der Schmausbabel.

01:19:49: Aber

01:19:49: du schreibst gerne an öffentlichen Plätzen, also nicht hinter vier Wänden sondern gerne im öffentlichen Raum?

01:19:56: Nein, ich brauche es dass irgendwie so rundherum Party ist und ich jederzeit dieser Party zu steigen könnte.

01:20:03: Was ich dann nicht tue, sondern eh brav sitz aber ja... Ich habe mal herausgefunden in einem Rhetorik-Seminar wo wir zurückgegangen sind, das macht Roland Bard in diesem Mini empfehlen, glaube ich.

01:20:18: Egal wo man seine ersten Schreibsituationen, seine ersten Sprech-Situationen und bei mir ist die erste Schreibssituation kann ich mich erinnern so sehr positiv das Gefühl es ist draußen finster.

01:20:31: Ich kann gar nichts versäumen.

01:20:32: alle anderen Kinder sind auch schon im Bett Sehr wichtig Und ich krieg somit die Mama macht kocht irgendwas im Hintergrund Die Schwester spielt da und ich bin so umgeben von Sicherheit, also eh so wie im Schmauswerbel.

01:20:46: Man kriegt immer Getränke wiederhergestellt sowie die Mutter und dann sitzt man da und kann gut werken.

01:20:55: Ich empfehle das allen hier, das auch herauszufinden, was die Ur-Situationen waren wie die sich auswirken.

01:21:03: Dann schreiben wir alle im Schmauswaber.

01:21:05: Vielleicht nicht, das ist ja super!

01:21:06: Da muss man drei Plotz suchen, wenn da was in der Art gibt.

01:21:09: Aber

01:21:10: wann das so eine Geborgenheit ist oder du kannst teilnehmen?

01:21:13: Also das ist schon ein Moment der Geborgnheit.

01:21:16: Genau auch und hat eben dieses Nix für Säumen und Geborganheit und ... Ja... In der Nacht auch.

01:21:26: also es gibt keine Grenze von jetzt Sonnenaufgang vielleicht

01:21:35: Die Schreibkrise oder das Schreiben von Ferdinand Schmalz kann man nachlesen.

01:21:39: Du bist am Ende unterm Tisch verzweifelt während deiner Kinder durchs Zimmer laufen und singen, das ist ja auch schön.

01:21:48: Ja mittlerweile muss man mit solchen Situationen in der Schreibkrise umgehen und manchmal bringen sie dann auch gerade Den Moment, wo es dann endlich löst.

01:21:59: Ja hier bringen Sie den Schlüssel.

01:22:00: also das was sie rein weht bringt den Schlüssel dann für diesen Text.

01:22:05: Hoppla die Leberwurst.

01:22:07: Die

01:22:07: Leber Wurst.

01:22:08: Was

01:22:08: eigentlich Hope of Deliverance.

01:22:18: Das ist sehr schön!

01:22:24: Wir müssen noch über etwas wichtiges reden.

01:22:30: Die Geschenke, ja.

01:22:32: Ich denke nur mehr über die Geschenken nach seinem Anfang.

01:22:35: Weil du dir so viele Gedanken gemacht hast?

01:22:39: Auch wirklich.

01:22:39: Ich habe sehr viel in ... Also ich wollte fast einen ... Ich hab noch seinen Plakat von hier eine Fische her schenken aber dann ist es das geworden.

01:22:48: Hast Du eigentlich eins mit?

01:22:49: Ja!

01:22:50: Hier jene Fischer, so hieß dein großes Musical was an der Volksbühne auf dem großen Haus lief.

01:22:58: Also nicht meins, wir waren

01:23:00: zu dritt oder zu viert.

01:23:01: Noch mehrere dahinter.

01:23:03: Hyäne Fischer!

01:23:04: Naja und ich erzähle das immer wieder... Das Theatermuseum hat zwei Millionen Exponate Und das ist dann immer schön.

01:23:15: anlässlich jetzt.

01:23:16: Aha also die Mitarbeiterin sagt wie gucken wir mal was uns einfällt.

01:23:20: zu Lydia Haider und Verlinan Schmalz?

01:23:25: Es ist ein großes Archiv.

01:23:30: Also wir haben was gefunden.

01:23:33: Und dann habe ich euch bei dem kleinen Vorgespräch gefragt, habt ihr aber wieder vergessen?

01:23:41: Ihr könnt auch tauschen!

01:23:47: Vielleicht

01:23:47: machen wir links oder rechts und danach könnt ihr immer noch tauschnen.

01:23:53: Also des oder dis?

01:23:55: Sag links oder recht?

01:24:03: Oh!

01:24:05: Ihr könnt noch tauschen.

01:24:07: Nein, ich mag nicht tauschnen.

01:24:08: Entschuldigung.

01:24:13: Also ein tolles Foto von Elfriede Jellinek und ein ganz besonders schönes von Thomas Bernhardt mit den dahinter versteckten Kindern.

01:24:22: Sepp Reisinger.

01:24:25: Wolfgang Schmidt.

01:24:28: Also ich dachte so als für ein Schreibtisch oder... Bist

01:24:31: du zufrieden?

01:24:31: Eben

01:24:32: sehr.

01:24:32: Wenn du willst, mir ist es egal weil ... Nein!

01:24:34: Ich hab mit Frank zu beiden einen speziellen Zugang.

01:24:38: Du

01:24:38: hattest mal den Thomas Bernhard.

01:24:41: Ja, super.

01:24:42: Mir auch Bernhard Diener.

01:24:44: Passt das.

01:24:44: Hättest du lieber Ferdielineck an deinem Schreibtischen?

01:24:50: Und ich habe mich in dem schon so abgearbeitet Mit der Dissertation und so auch.

01:24:55: Lydia hat eine Dissertektion geschrieben über Thomas Bernhard?

01:24:59: Ja, und

01:25:00: habe ihn immer mehr verabschuldet.

01:25:02: Was genau hast du geschrieben?

01:25:04: Wieder Rhythmus subjektiv gegen den Inhalt eingesetzt wird als so minimaler Baustellen.

01:25:10: ja sehr eine formale Herangehensweise und hab also nach wie vor ich liebe seine Texte aber halt als Person habe ich ihn immer weniger gemocht.

01:25:22: Wenn man halt dann so am Rande natürlich sich sehr viel einliest und sehr viel hört, was war das für einen Mensch?

01:25:28: Und rein als Menschen weiß ich nicht ob ich ihn hätte treffen wollen.

01:25:33: Hast du nicht neulich erzählt oder dass er sich negativ über Kollegen geäußert hat?

01:25:42: Ja,

01:25:42: aber auf jeden Fall kein Sörderner.

01:25:45: Das ist ein Brief, dass er nach einer Premiere von Wolfgang Bauer am Burgtheater alle seine Stücke zurückziehen wollte und mir noch ein Stück von Wolfgang Bauer im Burgtheatr gespielt hat.

01:25:57: Und der Kollege nicht zum Arzen.

01:25:59: Nee,

01:26:01: und der Kollegen nicht so.

01:26:02: Na gut!

01:26:03: Aber du hast dich abgearbeitet und ... Du kannst dir auch die tollen Kinder dahinter anschauen?

01:26:09: Das haben wir jetzt unsere auch.

01:26:12: Wie

01:26:12: ihr wollt?

01:26:13: Ich habe eine kleine Zeichnung mitgebracht.

01:26:16: Oh!

01:26:18: Die hast du...

01:26:20: Habe ich selbst gezeichnet, nicht die Kinder.

01:26:24: Passt so aus, was das hätte.

01:26:27: Freiluftbühne im Hinterkopf.

01:26:30: Lies man mindestens ein Theater-Stück.

01:26:33: Die Woche bildet sich bei den meisten Menschen eine Freilufbühnen im Hinterköpf.

01:26:41: Sehr schön.

01:26:42: Vielen Dank!

01:26:43: Toll, danke schön.

01:26:44: Es ist ein bisschen nass geworden jetzt.

01:26:46: Da will ich mal da rein.

01:26:47: Das ist

01:26:48: der Konservatort oder die Konservatorin nochmal dran?

01:26:51: Das muss jetzt erstmal genau in die konservierende Abteilung, aber das ist sehr schön.

01:26:55: Danke.

01:26:56: Aber hast du es eh unterzeichnet?

01:26:58: Ja,

01:26:58: für den hat Schmalz ... Baden.

01:27:04: Wien?

01:27:06: In Baden...

01:27:07: Was ist

01:27:09: Baden?

01:27:10: Den Baden

01:27:10: beim Baden Am sechsten, sechten Gestern oder wo gestern?

01:27:16: Ich habe eine Ausgabe.

01:27:18: Nämlich die Ausgaben Hundertsechsund Sechzig von sechshundertsechzig, weil die sind alle durchnummeriert.

01:27:25: Es gibt sechshundert Sechzechzig Ausgabend davon der Glaubensschrift der Parallel Religion.

01:27:31: es ist noch geschlossen.

01:27:33: man muss sie dann hier aufschneiden aber das wird irgendwann vielleicht eine Archivare nur ein Archivartum

01:27:41: und da verbergen sich Was verbirgt sich dann, wenn man das aufschneidet?

01:27:46: Das Besondere ist ... Kannst du das vielleicht so hinstellen, damit man das sieht.

01:27:50: Wenn man das in den Regal stellt, schaut es raus genauso was wollt ihr immer haben, dass es rausschaut und wir das dann nehmen sozusagen.

01:27:58: Ah!

01:27:58: Das

01:27:58: ist gut.

01:27:59: D.h.,

01:27:59: ist man griffbereit?

01:28:01: Ja.

01:28:02: Es will heraus.

01:28:04: Also

01:28:04: im Regal.

01:28:06: Und das ist deine Religions- ...

01:28:09: Genau, von mir selbst sind nur so ganz kleine Texte in der Mitte.

01:28:14: Aber es haben wahnsinnig viele Leute mitgeschrieben.

01:28:22: Ich sage nicht welche, weil es sehr vieles uns greift mal wieder ein.

01:28:25: Das ist aufgereinend

01:28:26: wenn du das wissen willst?

01:28:27: Ja!

01:28:30: Aber das ist dann die parallele Religionsgemeinschaft wo wir eintreten können?

01:28:34: Wo man eintretten konnte.

01:28:36: jetzt gibt's gerade keine Einträgtungsmöglichkeiten.

01:28:39: vielleicht kommen sie wieder Und es war ein sehr spezielles Ritual, was man da tun musste und so.

01:28:46: Ja, irgendwann gibt's sowas wieder.

01:28:51: Toll!

01:28:52: Ganz herzlichen Dank, ganz herzliche Dank.

01:28:56: Danke.

01:28:57: Danke schön.

01:29:01: Danke,

01:29:01: schon was.

01:29:02: Sie

01:29:11: hörten ungeschminkt – das Theater-Museum Wien im Gespräch.

01:29:17: Folge zehn Lydia Heider und Ferdinand Schmalz im Gespräch mit Hannes Haarmetner.

01:29:23: Eine Aufzeichnung des Livegesprächs vom siebten Juni, Zwei-tausendsechsundzwanzig.

01:29:29: Unser nächstes Ungeschminngespräch wird am sechzehnten August anlässlich der Salzburger Festspiele in Salzburg stattfinden.

01:29:39: Unser Gast ist der diesjährige Jedermann Philipp Hochmeier.

01:29:43: Karten für das Livegespräch sind über das Theatermuseum Wien und das Marionettentheater Salzburg zu erhalten.

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